Terminmarkt: CoT-Report vom 30.04.2021

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 55 auf 57 Tage und die der Big 8 erhöhte sich von 61 auf 62 Tage der Weltproduktion. Der Preis stieg zur Vorwoche um 45 US-Cent an, während die Spekulanten 2,6 Tsd. Kontrakte netto long gingen. Das zeigt leichte Stärke, die physische Nachfrage war scheinbar hoch. Eine Manipulation gab es entweder nicht oder man musste nur leicht auf den Preis drücken. Zum Vormonat sehen wir Stärke, die in den letzten Wochen jedoch abgenommen hat. Die Daten sind absolut und zum Open Interest bestenfalls im neutralen Bereich. Beim Gold und beim Silber gab es im neuesten CoT-Report kaum eine Veränderung zur Vorwoche.

Im aktuellen politischen und geldpolitischen Umfeld ist zwar alles möglich, doch zeigen die Daten bis dato nicht das Setup, bei dem wir in den letzten Jahren die Tiefs immer sehr genau erwischt hatten. Dennoch muss man in der aktuellen Krise bei durchschnittlichen CoT-Daten ein technisches Kaufsignal annehmen mit Brüchen von Abwärtstrends und Widerständen.

Man sollte weiterhin Vorsicht walten lassen, nur prozyklisch Positionen eröffnen und dabei Stop-Loss-Orders platzieren, sobald dies möglich ist. Bei diesen Daten ist eine weitere Streckfolter über Wochen mit seitwärts laufenden Preisen unter hoher Volatilität durchaus möglich.

Silver Commitments of Traders 03.05.2021

Der Terminmarkt ist nur zu einem Drittel bereinigt – ein Long Drop wäre jederzeit möglich

Silver Big 4 03.05.2021

Die großen vier Händler hatten trotz des hohen Preises ihre Netto-Shortposition verringert

Der Silberpreis in Euro konnte Anfang April seinen Abwärtstrend überwinden, zum gleichen Zeitpunkt wie der Goldpreis in US-Dollar seinen Abwärtstrend. Der Widerstand bei 26,50 US-Dollar konnte jedoch nicht genommen werden und vergangene Handelswoche wurde ein Aufwärtstrend gebrochen. Der Abwärtstrend bei Gold in Euro ist immer noch intakt – sollte hier der Goldpreis abprallen und wieder korrigieren, so dürften auch insbesondere der Gold- und der Silberpreis in einem Umfeld eines womöglich wieder stärkeren US-Dollars erneut korrigieren.

Charttechnisch ist die aktuelle Situation einfach, denn Silber in US-Dollar handelt in einer engen Handelsspanne zwischen 26 US-Dollar auf der Unterseite und 26,50 US-Dollar auf der Oberseite. Ein bullischer Ausbruch über den Widerstand bringt ein technisches kurzfristiges Kaufsignal und ein Einbruch unter die Unterstützung bei 26 US-Dollar diametral gegensätzlich ein technisches Verkaufssignal. Die nächste Unterstützung läge dann bei 24,50 US-Dollar. Das Sentiment ist immer noch sehr bullisch für den Silbermarkt gestimmt, womit genügend Potenzial für eine technische Korrektur vorhanden wäre.

Silver Commitments of Traders II 03.05.2021

Der Silberpreis in US-Dollar handelt in einer engen Spanne von nur 50 US-Cent

Im Tageschart sieht man eine große potenzielle Bullenflagge, zwischen 28 US-Dollar auf der Oberseite und 22 US-Dollar auf der Unterseite. Es ist angesichts der aktuellen CoT-Daten durchaus möglich, dass die Unterseite erst noch einmal getestet wird. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario schwindet, sobald der Goldpreis in Euro seinen Abwärtstrend überwinden konnte. In diesem Fall dürfte der Silberpreis schnell den Widerstand bei 28 US-Dollar anlaufen. Darüber wird es ein prozyklisches Kaufsignal geben mit dem Ziel bei 36 US-Dollar. Wir sind optimistisch, dass eine weiter steigende Investmentnachfrage dafür sorgen wird, dass der Silberpreis im nächsten Jahr wieder sein Allzeithoch bei 50 US-Dollar erreichen wird.

Silver Commitments of Traders III 03.05.2021

Der Silberpreis hat eine große Bullenflagge ausgebildet

Der Silberpreis in Euro findet bei 21,50 US-Dollar aktuell eine Unterstützung. Dass der kurzfristige Aufwärtstrendkanal bärisch nach unten aufgelöst wurde, ist eher negativ zu werten. Ein weiterer Rücksetzer auf 20,50 Euro je Feinunze scheint möglich zu sein. Bullisch wird Silber erst, wenn der Goldpreis in Euro seinen Abwärtstrend überwunden hat.

Silver Commitments of Traders IV 03.05.2021

Der Silberpreis in Euro hat den Aufwärtstrend wieder verlassen

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.