Die Medien schwenken langsam um, weg von Weltuntergangsstimmung hin zu Hoffnung. Es werden Erfolge bei der Herstellung von Impfstoffen, Medikamenten und Antikörper-Therapien gemeldet. Auch die Daten zu den Neuinfektionen sind deutlich rückläufig, sodass der Zenit der Corona-Epidemie in der Bundesrepublik bereits überschritten sein dürfte. Überraschenderweise zeigen die Daten der amerikanischen CDC (Centers for Disease Control and Prevention), dass es in 2020 bisher deutlich weniger Tote durch Lungenentzündung gab als in den sechs Vorjahren. Auch das Robert-Koch Institut zeigte in seinem Wochenbericht, dass die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen in der letzten Märzwoche im Vergleich zu den Vorjahren unterdurchschnittlich niedrig war. Dies nährt die Hoffnung, dass die repressiven Maßnahmen zum 20. April gelockert werden und die deutschen Unternehmen wieder wirtschaften dürfen.

Das Worst-Case-Szenario einer langanhaltenden Pandemie mit viele Millionen Toten, die zu einer Depression und Deflation führen würde, auf die letztlich eine massive Stagflation folgen müsste mit einer massiven Ausweitung des Staates auf alle Lebensbereiche, scheint unwahrscheinlicher geworden zu sein. In China, wo das Virus bereits vor einem Monat besiegt wurde und sich das Leben halbwegs normalisiert hat, ist die Industrie längst wieder angelaufen. Der PMI für China sprang im März sogar wieder in den Wachstumsbereich, was wir jedoch nicht ernst nehmen können – diese Daten scheinen deutlich übertrieben zu sein. Dennoch zeigt die Wiederaufnahme der Wirtschaftstätigkeit, dass die Welt in zwei Monaten auch in Europa und den USA schon wieder ganz anders aussehen kann.

China PMIs 06.04.2020

Chinas Wirtschaft springt nach dem Corona-Schock plötzlich wieder an, als wäre nichts gewesen.

Eine deutliche Rezession in den ersten beiden Quartalen ist sicher, doch eine Kettenreaktion an Kreditausfällen durch bankrotte Unternehmen könnte durch die massiven QE-Programme womöglich verhindert werden. Durch die QE-Programme, die massiv inflationär wirken, ist auch eine schnelle Erholung des Aktienmarktes im besten Fall möglich.

Die Corona-Soforthilfen des Staates können hingegen nur über die Druckerpresse geleistet werden, da die Steuereinnahmen zur gleichen Zeit eingebrochen sind. Der Staat besitzt kein Geld und was er verteilt, muss er zuerst von den Bürgern einziehen. Dies erfolgt entweder über direkte Steuern oder durch das Drucken von neuem Zentralbankgeld, was letztlich die Sparguthaben der Menschen entwerten wird. Die Verschuldung bzw. die Druckerpresse ist als eine Inflationssteuer zu sehen, welche die Bürger über höhere Preise letztlich entrichten müssen. Die staatlichen „Hilfsprogramme“ führen lediglich zu einer höheren Staatsverschuldung und letztlich steigenden Preisen.

Die Europäische Zentralbank wird mit ihrem 750 Mrd. Euro schweren QE-Programm weiterhin die Staatsanleihen der EU-Länder aufkaufen müssen, um im Umfeld steigender Staatsschulden einen Anstieg der Marktzinsen zu verhindern. Auf lange Sicht führt dies zu einer Abwertung des Euros und letztlich zu einer weiteren Entwertung der Staatsschulden, die  im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt in den nächsten Jahren auch wieder fallen werden, sobald die Rettungsmaßnahmen ihr Ende gefunden haben. Verlierer sind dabei  immer die vorausschauenden und vernünftigen Sparer, deren Vermögen durch reale Negativzinsen entwertet werden und letztlich für die Verschuldung des Staates aufkommen müssen.

Ich erwarte weiterhin, so wie in den letzten Monaten und Jahren, dass Europa und die USA in ein Stagflationsjahrzehnt übergehen. Diese Phase kennzeichnet eine verschleierte Rezession bei gleichzeitig steigenden Preisen. Die QE-Programme der Notenbanken werden das Kreditgeldsystem zu einem guten Teil rekapitalisieren, wodurch ein mehrjähriger Prozess auf kürzeste Zeit zusammengeschrumpft wurde. Der Euro wird in dieser Zeit den Großteil seiner Kaufkraft verlieren, weshalb man sein Vermögen in inflationsgeschützten Anlagen, wie Gold und Silber, investieren sollte, um dieses nicht nur zu erhalten, sondern auch von kräftigen Kursgewinnen zu profitieren.

Söders Forderung nach Steuersenkungen für alle Bürger nach der Krise, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, ist eine viel bessere Idee als Geld zu verteilen, dass man den Bürgern zuvor abgeknüpft hat. Die Blasen wurden durch die Geldpolitik geschaffen und durch die Politik nun angestochen. Die Stagflation und die folgende reale Verarmung eines großen Teils der Bevölkerung ist ebenfalls die Folge politischer Interventionen. Es ist an der Zeit, dass sich die Politik nach all dem Schlamassel, das sie angerichtet hat, nach der Krise aus dem Leben der Menschen zurückzieht, die Steuern senkt und wieder frei wirtschaften lässt. Dies wäre der schnellste Weg zu einer schnellen und insbesondere nachhaltigen Erholung der deutschen Wirtschaft. Je schneller sich die Wirtschaft erholen kann, desto schneller wird auch die industrielle Nachfrage nach Silber wieder zunehmen und letztlich in der Kombination mit der massiven Inflation für steigende Silberpreise sorgen.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.