Bis letzte Woche stiegen die Aktienmärkte und auch der Goldpreis hielt sich auf hohem Niveau, wobei diese Korrelation in den letzten Jahren praktisch nicht vorkam. Die europäische Gemeinschaftswährung ist wieder auf 1,10 $ gefallen, während der Goldpreis wieder bei 1.426 € notiert. Der Handelskrieg, der Irankonflikt und nun das Coronavirus sind Katalysatoren für den Anstieg des Goldpreises, doch der Treibstoff der Rallye bleibt die lockere Geldpolitik der amerikanischen und der europäischen Notenbank.

Gold in Euro vs. Euro in USD 27.01.2020

Der Euro wertet stärker ab, als es scheint, weshalb Gold auf neue Allzeithochs steigen kann.

US-Aktienmarkt 27.01.2020

Die Aktienmärkte werden aufgrund der Liquiditätsschwemme nach oben gespült.

Lassen Sie sich daher nicht von dem Wechselkurs des Euros zum Dollar täuschen, denn beide Fiat-Funny-Money-Papierwährungen befinden sich auf Talfahrt und werten unaufhörlich im Zuge der Gelddruckprogramme der Notenbanken ab. Dies erklärt, warum der Wechselkurs des Euros zum Dollar scheinbar stabil bleibt, während der Goldpreis immer weiter ansteigt. Real verliert der Euro schnell an Kaufkraft, wobei die Finanzmärkte die reale Inflationsrate unterschätzen. Wäre die reale Teuerung bekannt, würden Zinsen und der Goldpreis noch stärker ansteigen.

Die Ursache der scheinbaren Unmöglichkeit, gleichzeitig steigender Aktienmärkte und einem steigenden Goldpreis liegt in den QE-Programmen der Notenbanken, die eine Stagflation verursachen. Obwohl ich dieses Thema seit Jahren thematisiere, dringt es nicht in die Öffentlichkeit durch. Das Trittbrettfahrerverhalten der Zombieökonomen und Zombieanalysten ist so stark ausgeprägt, dass der deflationäre Crash immer noch die einzig verbreitete Sichtweise ist und die Märkte unter einer Wahrnehmungsstörung leiden. Die eine Gruppe ignoriert den Goldpreis auf seinem Allzeithoch und feiert eine vermeintlich starke Wirtschaft, da die Aktienmärkte haussieren. Die andere Gruppe feiert einen steigenden Goldpreis und wundert sich, dass die Aktienmärkte und die Wirtschaft nicht einbrechen, obwohl diese beiden Erwartungen negativ korrelieren. Diese Unaufmerksamkeitsblindheit ist ein psychologisches Phänomen und wird auch „der unsichtbare Gorilla im Raum“ genannt, wobei die Menschen das Offensichtliche nicht wahrnehmen, da sie sich auf andere Dinge konzentrieren.

Die Notenbanken haben bereits vor einem Jahr dem deflationären Crash den Kampf angesagt und es sieht nicht danach aus, als würden Politik und Bankensystem diesen Kampf aufgeben wollen. Deshalb werden die Notenbanken weiterhin Geld drucken und die Preise aller Assetklassen tendenziell ansteigen, wobei die Preise von Gold und Silber am stärksten von der Inflation profitieren werden, während die Papierwährungen wertlos verfallen. Schützen Sie sich daher gegen die Inflation, die unbemerkt ihr Vermögen und somit Zukunft zerstört, indem Sie auf die sicheren Häfen Gold und Silber setzen.

Gold und der Aktienmarkt steigen gleichzeitig – der Gorilla im Raum, den keiner an den Märkten wahrnimmt.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.