Das neue Jahr hat bei den Edelmetallen erfreulicherweise genauso begonnen, wie das alte geendet hat. Umso gespannter warten Investoren auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag.
Das Top-Thema der vergangenen Tage war zweifellos der Sturz des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Präsident Donald Trump, woraufhin die Rüstungs- und Ölaktien nach oben geschossen sind. Nach diesem Vorgehen ist weltpolitisch nichts mehr so, wie es einmal war.
Trotz dieses Umfelds ist der DAX zum Jahresauftakt auf neue Rekordhochs ausgebrochen, während der S&P 500 am Rekordhoch notiert und Gold und Silber auf Rekordfahrt sind. Dabei hatte die weltgrößte Derivatebörse CME am 30. Dezember 2025 angekündigt, dass zum 31. Dezember abends die Margin für Gold, Silber und andere Edelmetalle weiter erhöht wird.
Spekulanten müssen seitdem also mehr Geld hinterlegen, was allerdings nur kurz für einen Preisrückgang gesorgt hatte, woraufhin die Edelmetalle wieder auf Rekordfahrt gegangen sind.
Sinn der Übung der CME: Die Rekordfahrt bei den Edelmetallen zumindest zu unterbrechen, wenn nicht sogar zu beenden. Das hat allerdings nicht besonders gut funktioniert, wie der Höhenflug der Edelmetalle klar zeigt.
Vor dem Hintergrund würde es mich absolut nicht überraschen, wenn die CME die Margin für die Edelmetalle schon bald einmal mehr erhöhen würde oder sogar mehrmals. Allerdings gehe ich davon aus, dass diese Maßnahmen jeweils nur für kurzes Störfeuer sorgen sollten und die Rekordfahrt bei den Edelmetallen anschließend weitergeht, schließlich dürfte die Nachfrage nach ihnen viel zu stark sein.
Gemischte Daten aus Deutschland
Und damit nach Deutschland, wo die jüngsten Nachrichten gemischt ausgefallen sind. Demnach ist der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die deutsche Industrie laut den endgültigen Daten im Dezember von 48,2 auf 47,0 Punkte gesunken, nachdem die vorläufige Schätzung noch 47,7 Punkte gezeigt hatte.
Damit ist die Lage der hiesigen Industrie noch schlechter als zuvor erwartet, schließlich signalisieren Werte unterhalb der 50er-Marke einen Rückgang der Wirtschaftsleistung in dem Sektor.
Schauen wir mal, ob es der Bundesregierung mit der geplanten Schuldensause im Jahr 2026 gelingen wird, die hiesige Industrie wenigstens ein bisschen anzukurbeln, immerhin will die Regierung kräftig in Infrastruktur und Rüstung investieren.
Dabei plant die Regierung für 2026 eine Neuverschuldung inklusive jener aus dem „Sondervermögen“ von rund 180 Mrd. Euro. In den nächsten Jahren soll die Neuverschuldung ähnlich hoch sein wie 2026, womit sie zwischen 2025 und 2029 horrende 850 Mrd. Euro erreichen soll – Wahnsinn!
Immerhin gab es zuletzt ein paar gute Nachrichten zur Inflation: So ist die Inflationsrate in Deutschland im Dezember 2025 von 2,3 auf 1,8 Prozent eingebrochen und lag damit deutlich unter den Schätzungen der Volkswirte von 2,2 Prozent.
Dennoch gibt es weiterhin absolut keinen Grund zur Entwarnung, schließlich lagen die Verbraucherpreise auf dem Rekordniveau des Vormonats, womit das Leben in Deutschland weiterhin so teuer ist wie niemals zuvor.
Geht die EZB wieder auf Zinssenkungskurs?
Ich habe Sorge, dass die EZB den Rückgang der Inflationsraten in Deutschland und der Eurozone (die Inflationsrate soll im Dezember von 2,1 auf 2,0 Prozent gesunken sein, die Daten werden am Mittwoch, 7. Januar, um 11 Uhr veröffentlicht) als Vorwand nutzen könnte, um trotz gegenteiliger Beteuerungen von EZB-Chefin Christine Lagarde schon bald wieder auf Zinssenkungskurs zu gehen.
Denn falls die Inflationsraten in den nächsten Monaten weiter zurückgehen sollten, könnte Lagarde schon bald das „Risiko“ einer Deflation, also sinkender Verbraucherpreise, heraufbeschwören.
Ein derartiges „Risiko“ ist allerdings eine reine Erfindung der EZB und anderer Notenbanken, schließlich würden sinkende Verbraucherpreise die Nachfrage und damit die Wirtschaft insgesamt ankurbeln.
Hingegen will die EZB meiner Meinung nach durch hohe Inflationsraten die enormen Schuldenberge der Südländer – und bald auch Deutschlands – entwerten, was in den vergangenen Jahren „hervorragend“ gelungen ist.
Wenn die EZB erneut auf Zinssenkungskurs gehen sollte, würde das aber die Inflation in der Eurozone anheizen. Dabei ist die Geldmenge M2 im November um herbe 124 Mrd. Euro gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das Letzte, das die schwache Konjunktur in der Eurozone braucht, ist eine neue Inflationswelle.
Gold und Silber bleiben aussichtsreich
Umso gespannter warten Investoren auf den US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag, 9. Januar, um 14.30 Uhr veröffentlicht wird. Laut den Schätzungen der Volkswirte sollen im Dezember 55.000 Jobs geschaffen worden sein, nach 64.000 für November.
Allerdings hatte Fed-Chef Jay Powell bei der Sitzung im Dezember gesagt, dass die Zahlen die tatsächliche Lage um rund 60.000 überzeichnen könnten. Demnach würde also ein ausgewiesener Anstieg um 55.000 Jobs tatsächlich einen Rückgang um 5.000 bedeuten, womit der Arbeitsmarkt stagnieren würde. Das deutet nicht gerade auf eine florierende Wirtschaft hin.
Je nachdem, wie der Arbeitsmarktbericht ausfallen sollte – die Arbeitslosenquote soll im Dezember bei 4,6 Prozent stabil bleiben –, wird das Auswirkungen auf die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen und den US-Dollar haben und damit auf S&P 500, Nasdaq und DAX, Euro-Dollar, Gold und Silber.
Wie oben geschrieben könnte die CME kurzfristig für ein paar Turbulenzen beim Gold- und Silberpreis sorgen, anschließend sollte die Rekordfahrt aber meiner Meinung nach klar weitergehen. Vor dem Hintergrund macht es weiterhin Sinn, die Bestände an physischem Gold und Silber weiter aufzustocken.
