Silber ist zum Gold mit einem Gold-Silber-Ratio von 110 immer noch historisch günstig. Nur Platin ist historisch noch günstiger als Silber zu allen Edelmetallen mit einem Gold-Platin-Ratio von 2,14. Das Dow Jones-Gold-Ratio, welches zuletzt von 19 auf 12 einbrach, sagt uns, dass der Aktienmarkt real in Gold gerechnet in einen Bärenmarkt übergegangen ist. Da die Weltwirtschaft immer noch unter dem Shutdown leidet, fiel der Rohölpreis am Terminmarkt in der letzten Nacht auf 15 $ je Fass, was in Gold gerechnet der günstigste Preis in der Geschichte ist.

Ratios im Überblick 20.04.2020

Wichtige Ratios im Überblick.

Viele fragen sich nun, wie schnell der Silberpreis wieder auf neue Allzeithochs ansteigen kann bzw. wann wichtige Widerstände genommen werden. Vergleicht man die Deflation und die Wirtschaftskrise von 2008 mit dem Shutdown und der Stagflation, so sind Ähnlichkeiten sichtbar. Das Umfeld ist völlig unterschiedlich, weshalb der Silberpreis in 2008 auch viel stärker einbrach. Anstatt einer Rezession und einer Deflation erleben wir aktuell einen künstlichen Shutdown und eine Reflation des Kreditgeldsystems mit staatlichen Garantien für Unternehmen und Banken, was letztlich zur Stagflation führen wird.

Gemeinsam haben beide Zeiträume, dass der Silberpreis nach der Verkündung der QE-Programme zur Erholung ansetzte. Wie damals hat der Silberpreis auch heute unter den negativen wirtschaftlichen Folgen mit einer schwächeren industriellen Nachfrage zu kämpfen. 2009 und 2010 nahm die Weltwirtschaft und die industrielle Nachfrage wieder Fahrt auf, woraufhin der Silberpreis auf 19 $ anstieg und letztlich den Widerstand brechen konnte. Eine Rallye auf 50 $ je Feinunze folgte.

Unser konservatives Szenario sieht eine ähnliche Entwicklung, da es in den letzten Jahren ein Überangebot am Silbermarkt gab. Erst mit einer wieder erstarkten Weltwirtschaft werden die industrielle Nachfrage und die gestiegene Investmentnachfrage in der Lage sein, den Silberpreis über 19 $ zu heben. Dies erwarten wir frühestens Ende diesen Jahres, spätestens Ende des kommenden Jahres. Bis dahin dürfte Silber sehr volatil bleiben. Sobald der Widerstand bei 19 $ Geschichte ist, dürfte ein schneller Preisanstieg auf 26 $ folgen und letztlich halten wir bis 2022 gar einen erneuten Anstieg auf 50 $ je Feinunze für denkbar. Wie schnell der Anstieg gelingen kann, hängt einmal von der Dauer der Shutdowns sowie den weiteren politischen Restriktionen für die Weltwirtschaft ab sowie von dem weiteren Ausmaß der laufenden QE-Programme.

Prognose der Hausse am Silbermarkt 20.04.2020

Möglicher Verlauf der kommenden Hausse am Silbermarkt.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.