Der Druck von US-Präsident Trump auf die Fed nimmt immer mehr zu. Umso mehr rückt der US-Arbeitsmarktbericht in den Fokus der Investoren.
Während der DAX seit etlichen Monaten lediglich seitwärts tendiert, läuft der S&P 500 von einem Rekordhoch zum nächsten. Zudem hat der Goldpreis zuletzt kräftig zugelegt und am Freitag, 29. August mit Kursen von 3.448 US-Dollar je Unze auf Schlusskursbasis ein neues Rekordhoch erreicht. Inzwischen ist die Notierung sogar auf 3.480 US-Dollar geklettert und nimmt damit zügig das Rekordhoch von 3.500 US-Dollar ins Visier, das am 22. April 2025 im Tagesverlauf erreicht worden war.
Für Rückenwind am US-Aktienmarkt ebenso wie beim Goldpreis sorgt US-Präsident Donald Trump, der immer mehr Druck auf die Fed ausübt, damit sie bei der nächsten Sitzung am 17. September einen kräftigen Zinssenkungszyklus startet.
Dabei hat Trump zuletzt das Fed-Mitglied Lisa Cook gefeuert, nachdem eine US-Regierungsbehörde Cook Hypothekenbetrug vorgeworfen hat. Cook hatte in zwei Hypothekenanträgen die jeweilige Adresse als Erstwohnsitz angegeben und dabei nicht nur von niedrigeren Hypothekenzinsen, sondern auch von Steuervorteilen profitiert.
Während Cook versucht, das als kleinen Fehler zu verharmlosen, wirft ihr die US-Behörde inzwischen vor, Cook habe sogar bei drei Hypothekenanträgen die Adresse jeweils als Erstwohnsitz angegeben.
Cook wehrt sich gegen die Entlassung vor Gericht und behauptet, Trump habe keinen ausreichenden Anlass, um Cook zu feuern. Ich bin zwar kein Jurist, aber meiner Meinung nach ist Cooks „kleiner“ Fehler mehr als ein ausreichender Grund, um sie zu feuern.
Wie dem auch sei, das werden die Gerichte in den nächsten Monaten entscheiden. Insgesamt tut Trump aber weiterhin alles in seiner Macht Stehende, um seine Anhänger verstärkt in der Fed zu platzieren und so sicherzustellen, dass sie baldmöglichst mit massiven Zinssenkungen startet (dazu gleich mehr).
Trump sorgt für sinkende Zinsen und schwachen Dollar
Mit seiner Politik bezüglich der Fed hat Trump in seinen Augen großen Erfolg, schließlich sind – wie von ihm angestrebt – die US-Zinsen auf Talfahrt, während der US-Dollar zusehends schwächer wird.
Zuletzt sind die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen – entgegen der Vorhersage zahlloser „Experten“ – auf 4,23 Prozent gesunken und nähern sich damit den Vier-Monats-Tiefs. Meiner Meinung nach sollte die Talfahrt in den nächsten Monaten zügig weitergehen, wobei die Marke von 4,0 Prozent bald ins Visier genommen werden dürfte.
Gleichzeitig nähert sich der Dollar-Index zusehends dem niedrigsten Niveau seit Februar 2022. Der Index spiegelt die Entwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen, vor allem dem Euro wider.
Sinkende US-Zinsen und ein sinkender US-Dollar sorgen für zunehmenden Auftrieb beim Goldpreis, weshalb die Rekordfahrt in den nächsten Monaten klar weitergehen sollte. Davon bin ich weiterhin felsenfest überzeugt.
Trump verschiebt die Macht in der Fed in seine Richtung
Und damit noch einmal kurz zurück zu Cook und der Fed. „Sollte sie (Cook) die Fed verlassen müssen, könnte US-Präsident Trump die Mehrheitsverhältnisse im siebenköpfigen Führungsgremium der Fed mit vier ihm genehmen Mitgliedern verschieben“, schreibt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank.
„Da dieses Gremium im Februar 2026 über die Besetzung der regionalen Notenbankchefs entscheidet, könnten dort ebenfalls personelle Veränderungen erfolgen. Dann wäre das zwölfköpfige Entscheidungsgremium der Fed (Federal Open Market Committe) dann zu Gunsten einer lockeren Geldpolitik umgeschaltet“, so Halver weiter.
Die sieben Mitglieder im Führungsgremium der Fed bestimmen die zwölf Präsidenten der regionalen Distrikte der Fed, wovon fünf auf rotierender Basis bei Fed-Sitzungen abstimmen. Sämtliche dieser zwölf Präsidenten stehen im Februar 2026 zur Wiederwahl.
US-Arbeitsmarktbericht rückt ganz oben auf Agenda
Dieses Szenario sollte meiner Meinung nach in den nächsten Monaten die Rekordfahrt des Goldpreises weiter anheizen. Gleichzeitig sollte sich das Wachstum der US-Geldmenge weiter beschleunigen. Im Juli war die Geldmenge M2 um 4,8 Prozent auf den Rekord von 22,1 Billionen US-Dollar gestiegen.
Meiner Meinung nach sollte sich das Wachstum in den nächsten Monaten zügig in Richtung sechs bis sieben Prozent beschleunigen und später darüber hinaus, vor allem aufgrund Trumps billionenschweren Steuersenkungen. Damit sollte das Umfeld für Gold noch besser werden als ohnehin schon.
Nun rückt der US-Arbeitsmarktbericht für August, der am Freitag, 5. September veröffentlicht wird, umso stärker in den Fokus. Je schwächer er – nach dem katastrophalen Bericht für Juli – ausfallen sollte, umso stärker dürfte die Zinssenkung am 17. September ausfallen. Derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Senkung um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) bei mehr als 85 Prozent.
Sollte der Bericht für August ebenfalls katastrophal ausfallen (dazu mehr in einem Folgebeitrag am Mittwoch, 3. September), könnten Investoren plötzlich sogar auf eine Senkung um 50 Basispunkte spekulieren. Letzteres hatte Finanzminister Scott Bessent zwischenzeitlich gefordert.
Deutschland steckt in der Krise fest
Und damit nach Deutschland, wo die Lage alles andere als erfreulich ist, wie die Nachrichten der vergangenen Tage klar gezeigt haben. Im Juli sind die Einzelhandelsumsätze hierzulande um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gesunken, während Volkswirte von einem stabilen Wert ausgegangen waren.
Zudem ist die Zahl der Arbeitslosen im August um 45.700 auf 3,03 Millionen gestiegen und lag damit zum ersten Mal seit Frühjahr 2015 über dem Wert von 3,0 Millionen. Dass sich die anhaltend schwache Konjunktur zusehends auf den Arbeitsmarkt niederschlägt, sollte eigentlich niemanden überraschen. Damit entfernt sich die Arbeitslosenzahl immer mehr vom Tief von 2,2 Millionen vom Mai 2022 – unglücklicherweise in die völlig falsche Richtung.
Außerdem ist die Inflationsrate im August von 2,0 auf 2,2 Prozent geklettert und lag damit etwas über den Erwartungen von 2,1 Prozent. Damit gibt es weiterhin keinen Grund zur Entspannung, schließlich wird das Leben hierzulande immer teurer, immerhin liegen die Preise laut den offiziellen Angaben um herbe 22,6 Prozent über dem Niveau vom Juli 2020. Ein Ende dieses Negativtrends ist absolut nicht in Sicht!
Schließlich dürfte die EZB auf den Start einer neuer Zinssenkungsrunde der Fed ihrerseits mit kräftigen Zinssenkungen reagieren, ansonsten würde der Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar weitergehen, was die Inflation in der Eurozone dämpfen würde.
Das letzte, das die EZB aber will, ist die Inflation zu dämpfen, vielmehr will die EZB meiner Meinung nach die Inflation umso stärker anheizen, um die riesigen Schuldenberge vieler Euro-Länder zu entwerten.
Und die Schulden Deutschlands von herben 2,6 Billionen Euro sind leider ebenfalls alles andere als niedrig. Zudem soll der Schuldenberg laut den Plänen der Regierung in den nächsten Jahren kräftig wachsen. Das sind alles andere als schöne Aussichten.
Schuldenmisere in Frankreich
Apropos Schulden: Frankreichs Regierung will sich am 8. September einem Misstrauensvotum des Parlaments stellen. Viele Experten gehen davon aus, dass die Regierung diese Abstimmung verlieren dürfte, womit die Schuldenmisere Frankreichs einmal mehr in den Fokus der Investoren rücken dürfte, schließlich hat Frankreich horrende 3,3 Billionen Euro Schulden.
Was könnte also einmal mehr passieren, falls die Zinsen für französische Anleihen weiter steigen sollten und damit auch jene für deutsche weiter mit nach oben ziehen? Dann dürfte die EZB mit dem Zaunpfahl winken und ankündigen, gegebenenfalls französische Anleihen zu kaufen, weil angeblich „der Transmissionsmechanismus“ der EZB nicht funktioniere.
Das heißt aber nichts anderes, als dass die Zinsen für Frankreich in den Augen der EZB zu hoch sind, und sie deshalb die Zinsen einmal mehr künstlich nach unten manipulieren wird. So einfach ist die Welt in den Augen der EZB, womit sie einmal mehr die Inflation anheizen würde.
Umso wichtiger ist es, sich gegen diese irrwitzige Politik der EZB und den anhaltenden Verfall des Euro mit physischem Gold zu schützen. Meiner Meinung nach sollte die Rekordfahrt auf Dollar- und auf Euro-Basis klar weitergehen.
Daher macht es weiterhin großen Sinn, die Bestände an physischem Gold weiter deutlich aufzustocken.
