Liebe Leser,

seit Anfang 2020 hat die Anzahl neuer Aktionäre und Spekulanten in den USA und in Europa drastisch zugenommen. Dieses stark wachsende Interesse an der Börse ist typisch für die Endphase einer Hausse.

Zu einer derart starken Zunahme an Neuaktionären, wie wir sie jetzt beobachten konnten, kam es in der Vergangenheit sogar nur in den letzten Monaten großer Spekulationsblasen.

Diese Beobachtung gilt auch für das Spekulieren auf Kredit. Die Summe der US-Wertpapierkredite ist ebenfalls sehr stark gestiegen. Sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt eilt diese Spekulationskennzahl nun schon seit Monaten von Rekord zu Rekord.

Begrenztes Reservoir an Neubörsianern

Wie Sie an diesen beiden Beispielen sehen, halten die extremen spekulativen Übertreibungen, auf die wir Ihre Aufmerksamkeit in den vergangenen Monaten gelenkt haben, nahezu unvermindert an. Fortsetzen können sie sich aber nur, solange neue Spekulanten an die Börse strömen.

Doch dieses Reservoir ist endlich und mittlerweile weitgehend ausgeschöpft. Darauf deutet zumindest das Geschehen bei Robinhood hin, dem kometenhaften Newcomer unter den amerikanischen Discountbrokern.

Dessen extrem starkes Wachstum hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres deutlich abgeschwächt. Gleichzeitig wird die sehr berechtigte Kritik an der aggressiven Vorgehensweise des Unternehmens und den Details seines Geschäftsmodells lauter.

Wussten Sie, dass Robinhood Ihre Kundenorders verkauft?

Robinhood hat den Markt der Discountbroker aufgemischt, indem es seinen Kunden den scheinbar kostenlosen Handel mit Wertpapieren angeboten hat. Anstatt transparente Transaktionsgebühren in Rechnung zu stellen, hat Robinhood die Kundenorders an Fonds verkauft, die im Hochfrequenzhandel aktiv sind. Diese Fonds erkaufen sich auf diese Weise einen klaren Wettbewerbsvorteil gegenüber den Robinhood-Kunden, indem sie deren Kauf- und Verkaufsorders kennen und schon vor deren Ausführung Gewinn bringend und risikolos darauf reagieren können. Das Nachsehen haben natürlich die Robinhood-Kunden, die schlechtere Ausführungskurse erhalten. Im ersten Quartal 2021 stammen 81% der Einnahmen von Robinhood aus dieser dubiosen Quelle.

Inzwischen beschäftigen sich die Aufsichtsbehörden mit diesem Geschäftsmodell. In den USA wurde von der SEC eine Untersuchung eingeleitet, mit der geklärt werden soll, wie hoch der völlig intransparente Preis tatsächlich ist, den Robinhood-Kunden über den Umweg systematisch schlechterer Orderausführungen zahlen. Gleichzeitig hat die europäische Aufsichtsbehörde Zweifel geäußert, ob dieses Geschäftsmodell den MiFID II-Regularien entspricht, die den Brokern vorschreiben, für ihre Kunden stets den besten Ausführungskurs sicherzustellen.

Trotz schwachem Börsengang bleibt das Interesse ungebrochen

Trotz dieser Entwicklungen, die das Geschäftsmodell von Robinhood ernsthaft bedrohen, ging Robin Hood am 29.7.2021 wie geplant an die Börse. Und obwohl die Aktien beim Börsengang um 10% einbrachen, ist das Interesse an Robinhood weiter ungebrochen.

Wie zuletzt in den Jahren 1999/2000 kamen die Discountbroker auch in den vergangenen Monaten mit der Bearbeitung neuer Kontoeröffnungsanträge kaum hinterher, so groß war die Nachfrage.

Warum dies und einige andere Signale ganz typische Merkmale für die Endphase einer Spekulationsblase sind und mit welchen Investments Sie sich vor dem Kursrutsch schützen, erfahren Sie der aktuellen August-Ausgabe unseres Börsenbrief Krisensicher Investieren – jetzt 30 Tage kostenlos testen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg,

Ihr

Unterschrift Claus Vogt

Claus Vogt, Chefredakteur Krisensicher Investieren

P.S.: Das Ausmaß der Spekulation hat bisher fast alle Rekorde gebrochen. Daher ist es Zeit jetzt „short“ zu gehen. Welche Unternehmen vor dem Kurssturz stehen, erfahren Sie ebenfalls in der neuen Ausgabe von Krisensicher Investieren.

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Über den Autor

Claus Vogt ist zusammen mit Roland Leuschel Chefredakteur des Börsenbriefes Krisensicher Investieren. Er hat die langfristige Goldhausse 2001 richtig vorhergesagt und in den Jahren 2000 und 2007 vor dem Platzen der Aktien- und Immobilienblase gewarnt. Jetzt prognostiziert er bei Gold und insbesondere den Goldminenaktien atemberaubende Chancen. Claus Vogt ist Buchautor (Das Greenspan Dossier, Die Inflationsfalle) und ehemaliger Finanzanalyst einer internationalen Großbank. Weitere Informationen unter: www.krisensicherinvestieren.com