US-Präsident Donald Trump hat an weitere Länder Briefe verschickt. Zudem sucht er weiter händeringend nach einer Möglichkeit, um Fed-Chef Jay Powell lieber heute als morgen zu feuern.
Scheinbar kann nichts die Rekordfahrt bei S&P500 und DAX aufhalten. Dabei ist der Handelskrieg zuletzt weiter eskaliert, nachdem US-Präsident Donald Trump Briefe an weitere Länder versandt hat, um ihnen mitzuteilen, wie hoch künftig die Strafzölle bei der Einfuhr von deren Produkten in die USA sein werden.
Das schürt Sorgen vor steigenden Inflationsraten in den USA und würde die dortige Wirtschaft belasten. Dennoch sind S&P500 und DAX auf Höhenflug. So hat Trump zuletzt Strafzölle von 30 Prozent auf Produkte aus der EU und Mexiko per 1. August angekündigt, falls es bis dahin zu keinem Deal mit den USA kommen sollte. Trump hat gleich gewarnt, dass er die möglichen Strafzölle dieser Länder auf die 30 Prozent oben drauf packen würde.
Ebenfalls am 1. August würden Strafzölle von 35 Prozent gegen Kanada fällig werden, 50 Prozent gegen Brasilien und ebenfalls 50 Prozent auf Kupfer. Und was machen Investoren in dem Umfeld? Sie kaufen einfach weiter Aktien – Wahnsinn!
Offensichtlich setzen Investoren immer weiter darauf, dass eine – dank Trumps billionenschwerem Steuersenkungsprogramm – noch größere Schuldensause in den USA als derzeit die Inflation weiter anheizen und damit die Aktienkurse weiter nach oben treiben.
Trump will Powell schnellstmöglich loswerden
In dem Umfeld war der Goldpreis zuletzt auf einer Berg- und Talfahrt, wobei die Ausschläge nach oben und nach unten immer kleiner werden, womit ein baldiger Ausbruch immer wahrscheinlicher wird. Meiner Meinung nach sollte er klar nach oben sein.
Für die Kursauschläge an den Aktienmärkten und bei Gold hat am Dienstag, 16. Juli die Nachricht gesorgt, dass eine Entlassung von Fed-Chef Jay Powell durch Trump unmittelbar bevorstehen könnte. Laut einem Medienbericht habe Trump den Entwurf des Entlassungsschreibens einigen Mitgliedern seiner republikanischen Partei gezeigt.
Allerdings hat Trump dementiert, dass er vorhabe Powell zu entlassen. Dabei hat Trump einmal mehr betont, wie unfähig der Fed-Chef sei und welch ein „Trottel“.
Auf diese Nachrichten hin hatten die Aktienmärkte etwas nachgegeben, während der Goldpreis nach oben gesprungen war, ehe sich die Bewegungen nach Trumps Dementi schnell wieder umgekehrt haben.
Trotz Trumps Dementi dürfte inzwischen dem allerletzten Investor klar sein, dass Trump weiter händeringend nach einer Lösung sucht, um Powell lieber heute als morgen loszuwerden.
Gleichzeitig sucht der US-Präsident intensiv nach einem Nachfolger für Powell, der den Leitzins drastisch senken soll – Trump hat zuletzt mehrmals von 300 Basispunkten (3,0 Prozentpunkte) gesprochen – und damit die Zinsen am Anleihenmarkt nach unten drücken soll.
Sollte es dazu kommen, dürften nicht nur die Zinsen für Staatsanleihen, sondern auch jene für Kredite an Unternehmen und Verbraucher massiv sinken, was das Geldmengenwachstum in den USA – und damit die Abwertung des Dollar gegenüber anderen Fiat-Währungen – weiter beschleunigen sollte. Umso besser wäre das Umfeld für die Aktienmärkte und gerade auch für Gold.
Warten auf EZB-Sitzung
Während der Rekordfahrt an den Börsen schauen sich Investoren am Donnerstag, 17. Juli, die Daten zu den US-Einzelhandelsumsätzen und zum Einkaufsmanagerindex der Notenbank von Philadelphia an, die jeweils um 14.30 Uhr veröffentlicht werden. Letzterer ist üblicherweise einer der besten Frühindikatoren für die US-Wirtschaft insgesamt.
Sollten die Daten überraschend schwach ausfallen, dürften die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen nach dem Anstieg der vergangenen 2 Wochen etwas nachgegeben haben, was den Goldpreis stützen sollte. Zusätzlichen Rückenwind würde es geben, falls die möglicherweise sinkenden US-Zinsen den Dollar mit nach unten ziehen sollten, nachdem er sich in den vergangenen 2 Wochen etwas erholt hat.
Tags drauf am Freitag, 18. Juli werden dann um 14.30 Uhr die Daten zu den US-Neubaubeginnen und Baugenehmigungen bekanntgegeben. Um 16 Uhr folgen jene zum US-Verbrauchervertrauen, das die Universität Michigan veröffentlicht.
In der nächsten Woche steht dann die EZB-Sitzung am Donnerstag, 24. Juli ganz oben auf der Agenda der Investoren. Einen kleinen Ausblick darauf werde ich Ihnen am kommenden Mittwoch liefern.
Bis dahin werde ich die Entwicklung bei US-Zinsen, Dollar, an den Aktienmärkten und bei Gold weiter genau beobachten. Meiner Meinung nach fehlt nur ein Funke, damit die Notierung des Edelmetalls in Richtung des Rekordhochs nach oben schießt und es anschließend nach oben durchbricht.
Meiner Meinung nach macht es daher weiterhin Sinn, die aktuellen Goldpreise zu nutzen, um die Bestände an physischem Gold weiter aufzustocken.
