CoT-Daten für Silber vom 7. Juni:

Die neuesten Terminmarktdaten zeigten einen Preisanstieg um 20 US-Cent, während die Positionierung unverändert blieb. Das ist an sich ein Zeichen von leichter Stärke und ein Hinweis auf ein leichtes Defizit in der letzten Handelswoche.

Auch die BIG4 hatten mit 3 Tagen der Weltproduktion dagegengehalten, was die Stärke am Silbermarkt in der letzten Woche noch einmal unterstreicht. Ohne diese Shortposition der BIG 4 hätte der Silberpreis seinen Abwärtstrend verlassen. Das ist typisch für Abwärtstrends, dass diese durch die Shorts der BIG 4 intakt bleiben.

Der CoT-Index zum Open Interest fiel auf 41 Punkte. Ebenso wie beim Gold müssen wir uns bei Silber auf eine weitere Korrektur einstellen. Es ist noch sehr viel Potenzial für einen weiteren Long-Drop am Terminmarkt vorhanden, bevor der Markt bereinigt ist und wir wieder mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) kaufen können. Bleiben in den nächsten Monaten die Zinsen hoch, der Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsdaten noch stark, während die Aktienmärkte weiter haussieren, dann könnte es zu einer starken Bereinigung der Spekulation am Terminmarkt kommen.

Der COT-Index OI stieg in den letzten Wochen auf 40 an, doch ist dieser eher noch im überkauften Bereich

Obwohl der Goldpreis in den letzten Monaten auf ein neues Allzeithoch anstieg, gelang es dem Silberpreis nicht bis an den Widerstand bei 28 US-Dollar vorzurücken. Dies ist ebenso ein deutliches Zeichen von Schwäche. Sollte der Goldpreis in den kommenden Monaten noch stärker fallen, dann könnte die hohe Long-Positionen am Terminmarkt für Silber liquidiert werden und auch noch einmal das Tief bei 18 US-Dollar  angelaufen werden. Hier findet man jedoch ein mittelfristig gutes Kauf-Setup, das man nutzen sollte.

Aktuell verläuft bei 22 US-Dollar ein Aufwärtstrend, der zusammen mit einer Unterstützung bei 22 US-Dollareine Kreuzunterstützung bildet. Sobald diese Kreuzunterstützung gebrochen wird, würde sich eine Falltür öffnen und es wahrscheinlich zu einem Long-Drop am Terminmarkt kommen, worauf der Silberpreis auf 18 US-Dollar fallen könnte. Diese Unterstützung bei 18 US-Dollar dürfte dann ein gutes Setup für Käufe bieten.

Silber konnte den nächsten Widerstand bei 28$ nicht mehr erreichen, was ein Zeichen von Schwäche war

Nach einer technischen Gegenbewegung bis an den Widerstand bei 24,50 US-Dollar, ging es nicht weiter für den Silberpreis. Hier hatten die BIG 4 Mitte Juni zuletzt gegengehalten. Unter 24,50 US-Dollar ist Silber ein Short-Trade und wir sind weiterhin bärisch. Wir zielen auf den Bereich zwischen 20 US-Dollar und 18 US-Dollar in den nächsten Monaten.

Aktuell ist ein Abwärtstrend intakt und es hat sich eine erneute Bärenflagge herausgebildet. Daytrader versuchen aktuell an diesem Abwärtstrend Short zu gehen. Die BIG 4 haben in den letzten 12 Jahren immer geholfen, damit es nicht zu einem Ausbruch aus den Abwärtstrends kam. Sollte der Abwärtstrend jedoch brechen, müssten Daytrader ihre Shortpositionen eindecken und der Silberpreis dürfte erst einmal trendlos seitwärts handeln.

Fällt der Silberpreis hingegen unter die Unterstützung bei 22 US-Dollar, so wäre der Weg frei für einen weiteren Preisrückgang bis 20 US-Dollar oder gar 18 US-Dollar je Feinunze.

Die Bären haben das Ruder am Silbermarkt übernommen

Langfristige Analyse

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild grundsätzlich sehr bullisch.

Charttechnisch war der Preisrückgang auf 18 US-Dollarim letzten Sommer im Langfristchart ein idealtypischer Rücksetzer an den vorherigen langjährigen Abwärtstrend, von dem der Silberpreis wieder abgeprallt und folgend angestiegen war. Silber konnte bereits aufgrund der Hoffnung auf neue quantitative Lockerungen und Zinssenkungen in 2023 wieder ansteigen und so in die Handelsspanne zwischen 22 US-Dollarund 28 US-Dollar zurückkehren.

Im nächsten Jahr ist ein Ausbruch über 28 US-Dollar wahrscheinlich, worauf ein Anstieg auf 36 US-Dollar folgen sollte, sobald die Notenbanken wieder mit neuen QE-Programmen auf eine wirtschaftliche Kontraktion reagieren.

Sobald die Rezession offen zutage tritt und die Notenbanken mehr Geld drucken, werden erst Gold und danach Silber neue Allzeithochs in den nächsten Jahren erreichen. Dann wird die Nachfrage nach Gold und auch Silber als sicherer Hafen vor Inflation stark ansteigen. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das den Silberpreis weit über sein nominales Allzeithoch bei 50 US-Dollar tragen wird.

Chart

Das langfristige Chartbild ist immer noch bullisch

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.