Terminmarkt: Cot-Report vom 09.07.2021

Der Terminmarkt für Palladium zeigte in den vergangenen beiden Wochen wieder relative Stärke in den Cot-Daten, die ein Defizit am Markt belegen. In den fünf Wochen davor zeigte sich hingegen eine Schwäche, die zu dem von uns erwarteten Abverkauf auf 2.500 US-Dollar führte.

Seit diesem Rückgang mit dem Test der Unterstützung bei 2.500 US-Dollar, zeigt sich wieder relative Stärke in den Daten. Industrielle Verbraucher dürften die Chance genutzt haben, um günstiger die Lager zu füllen, bevor der Preis wieder zur Stärke neigt.

Insgesamt zeigen die Cot-Daten, dass der physische Markt weiterhin eng ist und ein Defizit vorherrscht. Auch dieser Rücksetzer wurde sofort gekauft, wie immer in den vergangenen Jahren. Die Daten sind im neutralen bis leicht bullischen Bereich, weshalb seitens der Cot-Daten die Ampeln weiterhin auf grün stehen. Man sollte im Trading nur auf der Seite der Bullen positioniert sein und Rücksetzer grundsätzlich als antizyklische Kaufchance sehen. Ein erneuter Rücksetzer auf 2.500 US-Dollar würde eine gute Chance bieten.

Die Terminmarktdaten Palladium sind neutral bis bullisch

Dank der Cot-Daten konnten wir seit März drei Trades im Palladium erfolgreich umsetzen. Zuletzt war der Preis auf 2.500 US-Dollar gefallen, wie wir es in der Analyse vor einem Monat bereits in Aussicht gestellt hatten. Dies bot die erhoffte antizyklische Kaufgelegenheit, die man mit einem sehr guten CRV (Chance-Risiko-Verhältnis) nutzen konnte.

Seither erholte sich der Goldpreis nur wenig und verharrt lethargisch an der Unterstützung bei 1.800 US-Dollar. Palladium konnte zwischenzeitlich hingegen wieder 400 US-Dollar zulegen, was ein weiteres Indiz für das Defizit in diesem Markt ist.

Trotz der teilweisen Entkopplung des Palladiumpreises von allen anderen Edelmetallen in den letzten Jahren, gibt es immer noch eine Korrelation, weshalb die Entwicklung des Palladiumpreises kurzfristig noch einmal abhängig ist von der Entwicklung des Goldpreises.

Kann der Goldpreis von hier aus wieder ansteigen, so wird Palladium schnell auf ein neues Allzeithoch springen und in unbekannte Höhen aufsteigen. Würde der Goldpreis hingegen noch einmal deutlich Federn lassen, so würden all jene, die den letzten Anstieg verpasst hatten, womöglich eine zweite Chance für antizyklische Käufe an der Unterstützung bei 2.500 US-Dollar erhalten.

Aufgrund des Defizits in diesem Markt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mittelfristig bis Jahresende ein neues Allzeithoch zu erwarten.

Palladium zeigt sich weiterhin extrem stark

Im kurzfristigen Chart sieht man noch einmal deutlich die einfachen technischen Signale, die bereits durch die Cot-Daten und weiterer Indikatoren frühzeitig angekündigt wurden. Über dem Widerstand bei 2.850 US-Dollar ist es nur ein Katzensprung bis zu einem neuen Allzeithoch über 3.000 US-Dollar.

Palladium notiert aktuell am Widerstand bei 2.850 US-Dollar

Im Eurochart sieht man schön die jeweils höheren Zyklustiefs, trotz des Einbruchs durch den Reset im Finanzsystem, was zeigt, dass dieser Bullenmarkt noch immer intakt ist. Sollte man Palladium in den nächsten Wochen noch einmal bei 2.100 Euro oder gar 1.900 Euro bekommen, so hätte ein Kauf ein kurzfristig sehr hohes Chance-Risiko-Verhältnis.

Der langfristige Bullenmarkt ist noch immer intakt

Langfristig gesehen ist Palladium sehr teuer zu Platin und es ist weiterhin mit einer zunehmenden Substitution in der Industrie zu rechnen. Gerade in einer Stagflation, in der die Margen der Unternehmen immer weiter sinken, dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Letztlich dürfte der Palladiummarkt irgendwann in ein Überangebot rutschen, während der Platinmarkt in ein Defizit übergehen sollte. Platin könnte daher Palladium in den nächsten zehn Jahren outperformen und das Ratio beider Edelmetalle zu ihrem Mittelwert bei 3 zurückkehren. Dies würde bedeuten, dass das günstige Platin das teure Palladium um das sechsfache outperformen würde, weshalb wir langfristig agierenden Investoren eher ein Investment in Platin empfehlen würden, da hier das Chance-Risiko-Verhältnis viel besser ist. Kurz- bis mittelfristig dürfte Palladium hingegen weiterhin das stärkere der beiden Edelmetalle sein.

Langfristig gibt es viel Fantasie für einen Preisanstieg von Platin und eine relative Schwäche von Palladium

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.