CoT-Daten für Gold vom 01. September:

Der Goldpreis stieg um 39 US-Dollar zur Vorwoche an, wofür die Spekulanten mit 19,5 Tsd. Kontrakten Long gingen. Dies zeigt eine Stärke zur vorletzten Woche. Kurz gesagt herrschte in den letzten beiden Wochen ein Defizit am physischen Goldmarkt. Der CoT-Index OI sank um 8 Punkte auf 59 Punkte. Die Daten sind damit insgesamt immer noch eher neutral, auch wenn sich zuletzt Stärke zeigte. Es spräche also nichts dagegen, dass die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar nicht halten wird und der Preis auf 1.800 US-Dollar fallen kann. Die BIG4 gingen nur mit 2 Tagen der Weltproduktion Short. Man wollte scheinbar nicht eingreifen. Insgesamt spricht die hohe Shortposition noch immer für einen weiteren Preisrückgang.

Die CoT-Daten sind bisher noch immer eher neutral

Die BIG 4 haben schon deutlich ihre Shortposition eingedeckt, doch ist diese aktuell noch immer relativ hoch

Vergangene Analysen

Am 3. Juli schrieb ich:

In der letzten Handelswoche kam es an der Unterstützung bei 1.900 US-Dollarzu einigen Eindeckungen der Bären, während Bullen eine erneute Chance sahen, um auf einen steigenden Goldpreis zu wetten. Auch wenn eine technische Gegenbewegung bis in den Bereich um die 1.945 US-Dollar laufen kann, so dürften folgend die Bären wieder das Ruder übernehmen und auf Sicht der nächsten Tage oder Wochen die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar erneut angelaufen werden.

Am 24. Juli schrieb ich:

„Die erwartete technische Gegenbewegung lief mit einem Hoch bei 1.987 US-Dollar weiter, als wir es anfangs vermutet hatten. Am Freitag wurde ein kurzfristiger Aufwärtstrendkanal gebrochen und der Preis fiel zurück auf die vormalige Unterstützung bei 1.960 US-Dollar. Ich erwarte, dass die Bären wieder das Ruder übernehmen und den Goldpreis in den nächsten Tagen oder Wochen wieder zurück auf 1.900 US-Dollar drücken werden.“

Am 14. August schrieb ich:

Kurzfristig agierende Daytrader achten nun auf die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar, denn der USDX ist sehr weit gelaufen und hat mehrere Widerstände wie Butter durchschnitten. …  die Bullen könnten den rot eingezeichneten Abwärtstrend beim Gold überwinden, bevor die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar fällt. Daytrader decken ihre Shorts in diesem Fall erneut ein und warten ab, um zu höheren Preisen erneut zu shorten. Bei der Gesamtgemengelage und den bestenfalls neutralen CoT-Daten birgt ein kurzfristiger Long-Trade Risiken, die man nicht unbedingt eingehen sollte. 

Wie am Platinmarkt haben wir auch am Goldmarkt in den letzten Monaten selbst kurzfristige Bewegungen exakt gehandelt. Mit den Premium-Abonnenten hatte ich zuletzt den in Aussicht gestellten Bruch des Abwärtstrends gekauft und ein Ziel für die Preiserholung am Abwärtstrend bei 1.945 US-Dollar gegeben. Dort angekommen war der Goldpreis in der letzten Woche an diesem Abwärtstrend gescheitert, nachdem der USD-Index wieder stark zulegen konnte als Reaktion auf den besser als erwarteten Arbeitsmarktbericht.

Aktuell keilt sich der Goldpreis zwischen diesem Abwärtstrend und der Unterstützung bei 1.900 US-Dollar ein. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Abwärtstrend halten und infolgedessen die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar fallen wird, ist höher als ein Ausbruch über den Abwärtstrend. In diesem Fall würde sich unter 1.900 US-Dollar die Falltür öffnen und der Goldpreis gen 1.800 US-Dollar tendieren. Der Terminmarkt gibt noch genügend Luft für eine derartige Bewegung am Goldmarkt.

Die deflationären Tendenzen (Rückgang der Geldmenge) und das hohe Zinsumfeld dürfte den Goldpreis tendenziell weiter belasten und es gibt genügend Potenzial für Verkäufe am Terminmarkt, die sukzessive getätigt werden, sobald der Goldpreis die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar nach unten durchbricht.

Bricht die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar, so öffnet sich die Falltür und die nächste signifikante Unterstützung liegt erst bei 1.800 US-Dollar, wo Bären kurzfristig ihre Shorts eindecken und eine stärkere Gegenbewegung abwarten sollten.

Solange der Goldpreis unter 2.005 US-Dollar handelt, wo Anfang Mai unser Verkaufssignal für Swing-Trader entstand, bleibt der Goldpreis im Swing-Trading Short. Darüber müsste man Shortpositionen glattstellen, abwarten und neu analysieren.

Kurzfristig agierende Daytrader achten nun auf den Abwärtstrend und die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar. Gibt es einen Short-Squeeze beim USD-Index über 104,3 Punkte, dann sollte das Schicksal des Goldpreises besiegelt sein und der Bereich um die Unterstützung bei 1.800 US-Dollar dürften binnen weniger Wochen getestet werden.

Andererseits könnte eine Konsolidierung des starken Anstiegs des US-Dollars noch einige Tage oder Wochen andauern, weshalb die Bären den Abwärtstrend bei 1.945 US-Dollar im Auge haben sollten. Daytrader decken ihre Shorts in diesem Fall erneut ein und warten ab, um zu höheren Preisen erneut zu shorten. Bei der Gesamtgemengelage und den bestenfalls neutralen CoT-Daten birgt ein kurzfristiger Long-Trade Risiken, die man nicht unbedingt eingehen sollte.

Nach dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends gab es eine technische Erholung bis an den nächsten Abwärtstrend

Vom Tief Mitte letzten Jahres bei 1.600 US-Dollar stieg der Goldpreis in der Spitze um 480 US-Dollar an. Spekulanten und Investoren kauften Gold in der Hoffnung auf frühzeitige Zinssenkungen und ein neues QE-Programm, das viele Marktteilnehmer fälschlicherweise in dem BTFP-Programm der Fed vermuteten und so frühzeitig kauften.

Mittlerweile haben sich die Gründe für die Rallye als falsch herausgestellt. Die Zinsen stiegen weiter und sollen länger auf diesem hohen Niveau verharren. Darüber hinaus werden die QT-Programme fortgesetzt und es gibt Deflation anstatt einer neuen Inflation durch ein weiteres QE-Programm. Einerseits haben wir nicht das richtige Umfeld für eine Fortsetzung des Preisanstiegs und andererseits ist immer noch viel Spekulation im Markt, die sich in einem Preisrückgang auflösen könnte.

Nachdem Nullzinsen bereits über eine Dekade herrschten, dürften erneute Zinssenkungen keinen neuen Konjunkturzyklus mehr in Gang setzen können. Es ist daher fraglich, ob die Fed die Zinsen wieder deutlich senken wird – auch im Fall einer Rezession.

Sollte der Goldpreis trotzdem ohne neue Katalysatoren über sein Allzeithoch ansteigen, so sind womöglich Insiderkäufe im Vorfeld eines neuen geopolitischen Schocks dafür verantwortlich.

Das Sentiment ist immer noch extrem bullisch und die Shortposition der BIG4 spricht für einen noch deutlich tieferen Goldpreis.

Tritt eine Rezession langsam zutage, während die Kreditausfälle zunehmen und die Geldmenge weiter schrumpft, dann könnte dies auch zu einer kurzzeitigen Liquidierung von Goldbeständen führen, was Verkaufsdruck auf den Goldpreis gegen Ende des Jahres ausüben würde. Bleiben die Leitzinsen währenddessen auf dem aktuellen Niveau und werden nicht gesenkt, würde dies den Goldpreis ebenso belasten.

Erst dann, wenn die Notenbanken mit neuen QE-Programmen liebäugeln als Reaktion auf eine Rezession, dürfte der Goldpreis wieder durchstarten und das bisherige Allzeithoch hinter sich lassen. Kurzfristig ist der Markt eher für Trader, doch mittelfristig agierende Investoren finden nach einer Korrektur auf 1.800 US-Dollar in den nächsten Wochen und Monaten womöglich bereits das Setup für neuerliche Käufe mit Aussicht auf eine Rezession und neue QE-Programme zum Jahresende oder im nächsten Jahr.

Mittelfristige Charttechnische Analyse

Charttechnisch bleibt das Setup bärisch, solange der Goldpreis unter 2.005 US-Dollar handelt – darüber ist es neutral. Im Abwärtstrend unter 1.945 US-Dollar sind die Bären am Zug und unter 1.900 US-Dollar verschlechtert sich das Chartbild drastisch und ein Test der Unterstützung bei 1.800 US-Dollar würde wahrscheinlich werden. Besonders für kurzfristig agierende Trader, sollte das Setup gut zu traden sein in den nächsten Monaten. Kurzfristig gäbe es nur nochmal Hoffnung, wenn die Bullen den Abwärtstrend bei 1.945 US-Dollar nachhaltig überwinden können.

Das wahrscheinlichste Szenario scheint eine Korrektur des Goldpreises bis 1.840 US-Dollar oder gar 1.800 US-Dollar in den nächsten Monaten zu sein. Dort würde sich dann wahrscheinlich ein sehr gutes Setup für neuerliche Käufe bieten. Die Vergangenheit zeigt, dass der Schmerz für die Goldbullen erst maximiert wird, bevor der Preis wieder nachhaltig ansteigen kann.

Die Unterstützung bei 1.900 US-Dollar hat noch einmal gehalten

Goldpreis in Euro

Die europäische Wirtschaft steht denkbar schlecht da und es ist nur eine Frage von Monaten bis die europäische Gemeinschaftswährung wieder abwerten und der Goldpreis in Euro weiter ansteigen sollte. Gerade für uns Europäer gibt es keine Alternative zu einer Absicherung von Vermögen mit einer entsprechenden Long-Position auf einen steigenden Goldpreis!

Bereits im März schrieb ich, nachdem wir nahe dem Allzeithoch alle Gewinne mitgenommen hatten, dass eine Korrektur bis auf 1.740 Euro sehr wahrscheinlich sei:

„Eine Korrektur bis auf 1.740 Euro wäre denkbar in den nächsten Wochen und Monaten. Da der Euro jedoch auch abwerten dürfte, sollte man diesen Rücksetzer in den Bereich zwischen 1.700 Euro und 1.740 Euro für neuerliche Käufe nutzen.“

Wer meinem Verkaufssignal gefolgt ist, konnte auf der Shortseite einen schönen Profit machen und jetzt Gold in Euro 140 Euro günstiger wieder zurückkaufen. Da die CoT-Daten jedoch zeigen, dass der Boden beim Goldpreis in US-Dollar noch nicht erreicht ist und so könnte es sein, dass die Unterstützung bei 1.740 Euro nochmals angelaufen wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen Rücksetzer auf 1.680 Euro hat abgenommen, doch kann es aufgrund der aufziehenden Rezession und dem Rückgang der Geldmenge nicht ausgeschlossen werden aktuell. Wer mittel- bis langfristig kauft, findet bei einem weiteren Rücksetzer auf 1.740 Euro jedoch bereits ein gutes Kaufsetup, insbesondere angesichts einer möglichen neuen Euroabwertung.

Der Goldpreis in Euro sollte von einer erneuten Euroschwäche profitieren. Ein Rücksetzer auf 1.740 Euro ist bereits eine geschenkte Kaufgelegenheit, doch Trader müssen selbst eine Korrektur auf 1.680 US-Dollar noch im Hinterkopf haben

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.