COT-Analyse vom 11. Juli:

Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 40 $, während die Spekulanten jedoch mit 2,2 Tsd. Kontrakten Long gingen. Der COT-Index hat sich dementsprechend um 1 Punkt verschlechtert, trotz des Preisrückgangs, während der COT-Index zum Open Interest nahezu unverändert blieb.

Wir sehen also in der letzten Woche eine relative Schwäche am Goldmarkt und ein leichtes Überangebot. Das könnte weiterhin dafür sprechen, dass der Aufwärtstrend doch noch bricht und die Handelsspanne zwischen 3.000 $ auf der Unterseite und 3.500 $ auf der Oberseite intakt bleibt.

Ein erneutes Anlaufen der Unterseite bei 3.000 $ ist damit weiterhin sehr gut möglich, weshalb man darauf gefasst sein sollte. Da sich keine deutliche Schwäche zeigt und die Daten nicht extrem überkauft sind, ist aktuell ein stärkerer Preisrückgang darüber hinaus eher unwahrscheinlich.

Im letzten Monat zeigte sich der Goldmarkt neutral bis leicht schwach
Im letzten Monat zeigte sich der Goldmarkt neutral bis leicht schwach

Wir sehen nun den zweiten Monat in Folge neutrale bis leicht schwache Terminmarktdaten, was ein Novum darstellt, nach eineinhalb Jahren mit einem klar ersichtlichen physischen Defizit am Goldmarkt, das sich deutlich in den COT-Daten abbildete. Der Short-Squeeze der großen Händler an der COMEX scheint abgeschlossen zu sein. Das ausgeglichene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, deutet darauf hin, dass der Goldpreis vorerst weiter innerhalb einer Spanne zwischen 3.000 $ und 3.500 $ konsolidieren dürfte.

Diese Handelsspanne könnte noch über einen längeren Zeitraum Bestand haben, insbesondere da der Goldpreis zuletzt beide Aufwärtstrendlinien gebrochen hat und nun erneut Gefahr läuft, auf die Unterseite der Spanne in Richtung 3.000 $ zurückzufallen. Sollte es am 1. August zur Einführung neuer Zölle kommen, könnte dies den Gold- und insbesondere den Silbermarkt kurzfristig zusätzlich belasten.

Charttechnisch wäre ein Rücksetzer in den Bereich um 3.000 $ in den kommenden Wochen durchaus wahrscheinlich, was zu einer technischen Bereinigung des derzeit leicht überkauften Terminmarktes führen würde. Entscheidend bleibt, dass das zuvor bestehende physische Defizit nun seit zwei Monaten nicht mehr vorhanden ist.

Strategisch macht eine langfristige Long-Position weiterhin Sinn. Kurzfristig orientierte Trader sollten jedoch erhöhte Vorsicht walten lassen, da eine Korrektur in Richtung 3.000 $ jederzeit möglich ist.

Der Aufwärtstrend ist intakt und solange bleibt das Chartbild bullisch

Goldpreis in Euro

Nachdem unser Zielbereich mit 2.780 Euro je Feinunze erreicht wurde, konnte der Goldpreis in Euro seinen Aufwärtstrend zunächst noch einmal verteidigen. Es war exakt der Bereich, in dem wir eine Gegenbewegung erwartet hatten. Nichtsdestotrotz hat sich der Terminmarkt seither nicht spürbar bereinigt.

Es ist daher durchaus möglich, dass der Aufwärtstrend erneut getestet und in der Folge auch gebrochen wird. In diesem Fall könnte der Goldpreis in Euro auf 2.680 bis 2.660 Euro je Feinunze zurückfallen, was ein interessantes antizyklisches Kauf-Setup darstellen würde.

Solange der Aufwärtstrend intakt bleibt, solange ist Gold in Euro auch noch Long. Wobei man sich bewusst sein sollte, dass es jederzeit auch hier noch zu einer weiteren Korrektur kommen könnte, insbesondere wenn der Euro wieder schwächer und der US-Dollar anziehen würden.

Perfekte Trades seit Jahresanfang. Kurzfristig gibt es kein gutes Handelssignal

Im Langfrist-Chart des Goldpreises in Euro zeigt sich der Ausbruch über 1.900 Euro je Feinunze im September des vorletzten Jahres sowie der seither beeindruckende Anstieg um mehr als 1.000 Euro. Sollte der Aufwärtstrend bei 2.800 Euro brechen, wäre ein Test der Unterstützung bei 2.660 Euro wahrscheinlich. Eine Fortsetzung der Korrektur auf die nächste Unterstützung bei 2.300 Euro scheint unter der aktuellen Marktlage äußerst unwahrscheinlich zu sein.

Solange der Aufwärtstrend intakt ist, bleibt das charttechnische Bild bullisch und es bleibt die Hoffnung auf einen nachhaltigen Ausbruch über den Abwärtstrend bei 2.950 Euro je Feinunze. Sollte der Aufwärtstrend jedoch brechen, trüben sich das Chartbild und die Prognose kurzfristig stark ein. Mittel- bis langfristig bleibt das charttechnische Bild für Gold weiterhin extrem bullisch und der Unterstützungsbereich bei 2.660€ bis 2.600€ dürfte bereits wieder ein antizyklisches Kaufniveau sein, das man nicht verpassen sollte.

Solange der Aufwärtstrend intakt ist, bleibt das charttechnische Bild bullisch. Ein Rücksetzer auf ca. 2.660 Euro bleibt denkbar

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.