Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 40 US-Dollar, während die Spekulanten in dieser Zeit mit 13 Tsd. Kontrakten Short gingen. Das ist eine neutrale Entwicklung zur Vorwoche. Der COT-Index hat sich um 5 Punkte auf 32 Punkte verbessert, wobei sich der COT-Index zum Open Interest ebenfalls um 4 Punkte verbessert hat auf 11 Punkte und damit immer noch relativ nah am Verkaufsbereich ist.

Es ist bemerkenswert, dass der Goldmarkt selbst auf dem aktuell hohen Niveau noch immer ausgeglichen zu sein scheint. Zum Vormonat zeigt sich ebenfalls ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am physischen Markt. Insgesamt ist der Terminmarkt für Gold weiterhin überkauft, zeigt aber bis dato noch kein klares Zeichen von Schwäche.

Sollte die Investmentnachfrage aufgrund exogener Faktoren wieder zunehmen, ist ein Ausbruch nach oben aus der aktuellen Handelsspanne möglich. Auf der anderen Seite könnten exogene Faktoren auch dafür sorgen, dass die Investmentnachfrage abnimmt und der Goldpreis in eine Korrektur übergeht, was bei den aktuell stark überkauften Terminmarktdaten durchaus realistisch ist.

Ein gutes Setup für Trader gibt es derzeit nicht, doch es zeigt sich immerhin ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage am physischen Markt auf diesem hohen Preisniveau, was Hoffnung für die Bullen lässt.

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Im letzten drei Monaten zeigte sich der Goldmarkt neutral auf hohem Preisniveau

Der Short-Squeeze der BIG4 an der COMEX scheint abgeschlossen zu sein

Wir sehen nun bereits den vierten Monat in Folge neutrale Terminmarktdaten, was nach eineinhalb Jahren mit einem physischen Defizit am Goldmarkt eine spürbare Beruhigung darstellt. Der Short-Squeeze der großen Händler an der COMEX, der den Goldpreis bis auf ein Allzeithoch getrieben hatte, scheint abgeschlossen zu sein. Aus dieser Richtung ist vorerst kein weiterer Kaufdruck zu erwarten.

Das ausgeglichene Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage deutete in den vergangenen zwei Monaten darauf hin, dass der Goldpreis zunächst innerhalb einer Spanne zwischen 3.000 US-Dollar und 3.500 US-Dollar konsolidieren dürfte. Genau das ist eingetreten, allerdings hat sich die Handelsspanne mittlerweile deutlich verengt und umfasst nur noch etwa 100 US-Dollar.

Trotz der Aussicht auf eine Zinssenkung im September nach der Rede von Jerome Powell am Freitag in Jackson Hole, konnte der Goldpreis bislang nicht aus seiner sich weiter verengenden Handelsspanne ausbrechen. Ein Anstieg über den Abwärtstrend bei Kursen oberhalb von 3.400 US-Dollar würde wahrscheinlich neue Investmentnachfrage anziehen und den Goldpreis zunächst auf das Allzeithoch bei 3.500 US-Dollar führen. Von dort aus könnte eine durch verstärkte Käufe getriebene Rallye entstehen, die den Preis deutlich höher tragen würde.

Auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, dass der Goldpreis seinen Aufwärtstrend bei aktuell 3.300 US-Dollar nicht halten kann und in Richtung der wichtigen Unterstützung bei 3.000 US-Dollar zurückfällt. Die weitere Entwicklung hängt nun stark von den kommenden Wirtschaftsdaten und den Zinssenkungserwartungen ab. Aus charttechnischer Sicht bietet es sich für Trader an, die Handelsspanne auf beiden Seiten zu spielen und einen Ausbruch prozyklisch zu kaufen oder zu verkaufen. Nach vier eher ruhigen Monaten am Goldmarkt könnte damit bald eine deutlich volatilere Phase beginnen.

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Trotz mehrerer Trendbrüche hält sich der Goldpreis bis dato stark auf hohem Niveau

Goldpreis in Euro

Der Goldpreis in Euro handelt derzeit rund 130 Euro unter seinem Allzeithoch und hat seitdem mehrere Aufwärtstrends gebrochen. Charttechnisch besteht die Möglichkeit eines Rücksetzers in den Bereich um 2.650 Euro je Feinunze, falls auch der letzte kurzfristige Aufwärtstrend bricht. Auf der anderen Seite würde sich das Bild deutlich aufhellen, wenn der Abwärtstrend mit Kursen über 2.930 Euro je Feinunze überwunden wird. In diesem Fall wäre die mehrmonatige Konsolidierung abgeschlossen und ein erneuter Anstieg um 200 bis 300 Euro denkbar.

Aktuell gilt es, den Goldpreis eng zu beobachten und kurzfristig zu agieren. Über dem Abwärtstrend wird das Chartbild bullisch und man sollte auf der Käuferseite sein. Solange sich der Preis darunter bewegt, bleibt hingegen das Risiko einer Korrektur von bis zu 250 Euro je Feinunze bestehen.

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Das Chartbild für den Goldpreis in Euro ist etwas angeschlagen

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.