CoT-Daten für Silber vom 01. Dezember:

Ein Plus von 1,25 US-Dollar bei einem Einsatz von nur 7 Tsd. Kontrakten zeigt eine Stärke am Silbermarkt in der letzten Handelswoche. Dies kann mit dem Ausbruch über den Abwärtstrend zusammenhängen, der auch physische Kauforders getriggert hat.

Der CoT-Index OI liegt nur noch bei 22 Punkten und ist schon ziemlich bärisch. Sollte Silber noch einmal mit Gold Gas geben und bis 28 US-Dollar laufen, dann wäre dort der Zeitpunkt gekommen, um Gewinne mitzunehmen. Womöglich wäre das das perfekte Short-Setup im Vorfeld einer Rezession, die am Silbermarkt starken Verkaufsdruck mitbringen wird. In der letzten Woche war scheinbar keine Manipulation nötig am Silbermarkt. Insgesamt überzeugen die CoT-Daten für Silber nicht und sprechen eher für eine Schwäche des Silberpreises. Kommt dann auch noch eine Rezession hinzu, kann es im ersten Quartal des nächsten Jahres düster aussehen für den Silberpreis.

Der Terminmarkt war zuletzt mit einem CoT-Index von 35 Punkten weit davon entfernt, einen Boden zu signalisieren

Die Positionierung der BIG4 ist noch immer sehr hoch, was untypisch für eine bevorstehenden Anstieg des Preises wäre

Mit dem Anstieg des Goldpreises über 2.000 US-Dollar konnte auch der Silberpreis seinen Abwärtstrend mit einem Sprung über 24 US-Dollar überwinden. Mit dem Short-Squeeze am Montagmorgen am Goldmarkt erreichte der Silberpreis kurzzeitig ein Hoch bei 26 US-Dollar und fiel mit dem Einbruch des Goldpreises seither zurück auf 24,40 US-Dollar.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Preisanstieg auf tönernen Füßen steht und die Bullen vorsichtig sein müssen. Der Terminmarkt ist überkauft und eine Rezession steht vor der Türe. Dies ist eine gefährliche Kombination für den Silberpreis. Sollten die Bullen es irgendwie schaffen, den Silberpreis noch bis an den Widerstand bei 28 US-Dollar zu treiben, sollte man dort alle Gewinne mitnehmen und einen Short-Trade anvisieren. Es könnte sein, dass dem Anstieg schon mit dem Hoch am Widerstand bei 26 US-Dollar die Luft ausging und mehr kurzfristig nicht mehr zu erwarten ist.

Charttechnisch negiert sich das technische kurzfristige Kaufsignal, wenn Silber zurück in den vorherigen Abwärtstrend mit einem Preis unter 24 US-Dollar fällt. Dann dürften viele Bullen die Reißleine ziehen und ein erneuter Test der nächsten Unterstützung bei 22 US-Dollar wäre sehr wahrscheinlich.

Eine Rezession gepaart mit Deflation im nächsten Jahr würde den Silberpreis wahrscheinlich stark unter Druck bringen und auch 18 US-Dollar wären dann durchaus denkbar. Wichtig für Trader ist es daher, dass man keine Long-Positionen mehr halten sollte, wenn der Silberpreis wieder unter 24 US-Dollar fällt. Eine Rallye des Silberpreises, die zu verpassen einige fürchten, ist aktuell sehr unwahrscheinlich.

Erst dann, wenn die Notenbanken mit QE-Programmen auf eine Rezession oder auf einen exogenen Schock, wie beispielsweise einen Krieg, reagieren bzw. sich ein Eingreifen abzeichnet, wird der Silberpreis zusammen mit dem Goldpreis abheben. Bis dahin sollte man sehr vorsichtig sein, Stopps im Markt setzen und wahrscheinlich besser abseitsstehen, denn eine neuerliche Korrektur ist wahrscheinlich.

Der ehemalige Aufwärtstrend wurde zurückerobert

Langfristige Analyse

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild grundsätzlich bullisch, solange der Silberpreis über 18 US-Dollar handelt.

Charttechnisch war der Preisrückgang auf 18 US-Dollar im Sommer 2022 im Langfristchart ein idealtypischer Rücksetzer an den vorherigen langjährigen Abwärtstrend, von dem der Silberpreis wieder abgeprallt und folgend wieder angestiegen war. Silber konnte bereits aufgrund der Hoffnung auf neue quantitative Lockerungen und Zinssenkungen in 2023 wieder ansteigen und so in die Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar und 28 US-Dollar zurückkehren.

Im Langfristchart sieht man wie wichtig die Unterstützung bei 22 US-Dollar ist. Fällt der Preis erneut unter 24 US-Dollar, dann dreht das charttechnische Bild von mittelfristig bullisch auf bärisch und ein erneuter Test des letztjährigen Tiefs bei 18 US-Dollar oder gar 17 US-Dollar wäre durchaus möglich!

Im nächsten Jahr ist ein Ausbruch über 28 US-Dollar wahrscheinlich, wenn die Notenbanken wieder neues Geld als Antwort auf eine Rezession drucken werden, worauf ein Anstieg auf 36 US-Dollar folgen sollte.

Sobald die Notenbanken wieder Geld drucken und die Inflation erneut durch die Decke geht, dürfte die Nachfrage nach Gold und auch Silber als sicherer Hafen vor Inflation stark ansteigen. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, welches den Silberpreis weit über sein nominales Allzeithoch bei 50 US-Dollar tragen wird. Abhängig bleiben der Gold- und der Silberpreis also von einer wieder lockeren Geldpolitik, die durch einen Krieg oder eine Rezession wieder eingeführt werden könnte.

Das langfristige Chartbild ist bullisch, wobei ein Abverkauf auf 18 US-Dollar denkbar wäre, wenn es zu einer Rezession und einer Kreditkrise käme

Schützen Sie Ihr Vermögen proaktiv mit meinem Premium-Marktkommentar, der Ihnen noch mehr Hintergründe und Anlageempfehlungen liefert, damit Sie bestmöglich in Edelmetalle investieren können.

Abonnieren Sie jetzt meinen Premium-Marktkommentar und seien Sie einen Schritt voraus.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.