Im Umfeld eines schwächeren US-Dollars, stieg der Goldpreis in der letzten Woche wieder an den Widerstand bei 2.000 US-Dollar an. Der USD-Index fiel mittlerweile von einem Hoch bei 107 auf 103 Punkte, was das vor einem Monat gesteckte Korrekturziel für die vorherige Rallye des US-Dollar war. Dieser dürfte sich auf diesem Niveau nun jedoch stabilisieren, sodass es von dieser Seite keinen weiteren Rückenwind für den Goldpreis mehr geben dürfte. Sollte der US-Dollar in den nächsten Wochen und Monaten wieder anziehen, würde dies sogar Gegenwind für den Goldpreis bedeuten.

Diametral gegensätzlich zum US-Dollar erholte sich der Euro auf 1,095 US-Dollar, womit wir nach unserer Gewinnmitnahme bei 1,05 US-Dollar gerechnet haben. Deshalb fiel der Goldpreis in Euro wieder zurück auf die Unterstützung bei 1.800 Euro je Feinunze, während dieser vor drei Wochen noch ein Allzeithoch bei 1.900 Euro erreicht hatte. Diametral gegensätzlich dürfte der Euro seine Erholung größtenteils hinter sich haben aktuell. Dieser Rückgang des Goldpreises zeigt, dass die Furcht vor einer Eskalation des Nahost-Konflikts weiter abnimmt und die Risikoprämie sukzessive ausgepreist wird. Der Goldpreis war im Oktober um 200 US-Dollar angestiegen, nachdem der Krieg ausgebrochen war und die Märkte eine Ausweitung des Konflikts auf weitere Staaten fürchteten.

Ein schwächerer US-Dollar half dem Goldpreis in der letzten Woche unter die Arme

Die US-Inflationszahlen der letzten Woche, auf die die Märkte besonders geachtet hatten, lagen sowohl bei den Gesamt- als auch bei den Kerndaten unter den Erwartungen. Der CPI stieg zum Vorjahr um 3,2 % an, während die Erwartung bei 3,3 % lag. Zum Vormonat waren dieser sogar unverändert, während ein Anstieg von 0,1 % erwartet wurde. Im September waren die Preise noch um 0,4 % angestiegen.

Ein ähnliches Bild ergab sich bei der Kernrate ex Energie und Lebensmittel, die im Oktober mit 0,2 % unter dem Marktkonsens von 0,3 % lag und unter dem Anstieg von 0,3 % im September. Die Jahresrate fiel von 4,1 % auf 4,0 % auf den niedrigsten Stand seit September 2021.

Die sinkenden Inflationsraten, die eine erneute Zinsanhebung unwahrscheinlicher machen, waren der primäre Grund für die Dollarschwäche und den erneuten Anstieg des Goldpreises in der letzten Woche.

Die deflationären Tendenzen nehmen unterdessen weiter zu, während die Volkswirtschaften in eine Rezession abgleiten, weshalb ein weiterer Rückgang der Inflationsrate zu erwarten ist. Der Rückgang der Kreditgeldmenge wird letztlich auch den Goldpreis negativ beeinflussen, bis die Notenbanken zur Rettung eilen und erneut Geld aus dem Nichts drucken werden.

Die Geldmenge in Euroland schrumpft weiter. Diese Deflation wirkt dämpfend auf die Marktpreise

Auch in den USA schrumpft die Geldmenge seit anderthalb Jahren kontinuierlich

Angesichts der deflationären Tendenzen dürfte sich der Goldpreis in nächster Zeit bestenfalls weiter seitwärts in einer Handelsspanne zwischen 1.800 US-Dollar und 2.000 US-Dollar bewegen, es sei denn, es kommt zu einer Eskalation der geopolitischen Krisenherde oder zu einem Eingreifen der US-Notenbank als Reaktion auf eine Rezession in den nächsten Quartalen. Es bleibt die Befürchtung, dass die Notenbanken diesmal erst spät in einer Rezession reagieren werden und die Deflation für anhaltenden Verkaufsdruck an den Märkten sorgen wird.

Ab 2024 werden die gestiegenen Zinsen erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der Zinszahlungen auf US-Staatsschulden haben. Dies in Kombination mit einer Rezession und massiven Kreditausfällen wird die US-Notenbank wahrscheinlich einknicken lassen. Neue QE-Programme wären die Folge, was den US-Dollar abwerten und den Goldpreis stark befeuern würde. Eine ausgeprägte Stagflation wäre die Folge, in der Gold, Silber und Goldminenaktien die großen Gewinner sein dürften.

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.