Die Fed hat lediglich elf Tage nach dem Ende der Anleiheverkäufe die Geldpressen wieder angeworfen. Die Rekordfahrt bei Gold und Silber sollte daher klar weitergehen.
Die Fed hat Anlegern ein tolles Geschenk 14 Tage vor Heiligabend gemacht, woraufhin der S&P 500 auf neue Rekordhochs gestiegen ist, während der Goldpreis deutlich geklettert ist und mit aktuell 4.315 US-Dollar je Unze um lediglich 2 % unter dem Rekordhoch notiert. Meiner Meinung nach sollte das Edelmetall innerhalb weniger Tage auf neue Spitzenwerte klettern.
Bei der Sitzung vom 10. Dezember hat die Fed den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 3,5 bis 3,75 % gesenkt. Das war die dritte Zinssenkung in Folge. Dabei hatten sich diesmal zwei Fed-Mitglieder gegen eine Senkung ausgesprochen, während ein Fed-Mitglied eine Senkung um sogar 50 Basispunkte gefordert hatte.
In der Pressemeldung schreibt die Fed, dass die „Abwärtsrisiken für den Arbeitsmarkt zugenommen“ hätten. Gemeint ist, dass sich der Arbeitsmarkt zuletzt schwächer entwickelt habe als erwartet, weshalb die Fed die Zinsen gesenkt habe.
Fed-Chef Jay Powell hat auf der Pressekonferenz gesagt, dass der monatliche Arbeitsmarktbericht die tatsächliche Entwicklung am Arbeitsmarkt um rund 60.000 Jobs pro Monat überzeichnen könnte. Demnach bedeute eine Meldung, wonach in einem Monat 40.000 Jobs geschaffen worden seien, dass tatsächlich aber 20.000 abgebaut worden sein könnten.
Fed wirft wieder den Gelddrucker an
Auf der Pressekonferenz hat Powell zwar signalisiert, dass die Fed den Leitzins erst einmal nicht weiter senken wolle. So sei nach der Zinssenkung der neutrale Zins ungefähr erreicht worden, bei diesem Zinssatz wird die Wirtschaft weder angekurbelt noch gebremst. Damit sei die Fed nun in einer „guten Position“, um abzuwarten, wie sich die Konjunktur entwickle.
Zudem hat Powell auf die Frage eines Journalisten geantwortet, dass eine mögliche „Zinserhöhung nicht das Basisszenario irgendeines Fed-Mitglieds“ sei. Im Klartext: Eine mögliche Zinserhöhung ist trotz der anhaltend hohen Inflation absolut kein Thema für die Fed. Das war Musik in den Ohren der Investoren.
Und jetzt kommt das Beste: Die Fed hat angekündigt, am 12. Dezember mit dem Kauf kurzfristiger Staatsanleihen (Laufzeit bis zu ein Jahr) zu beginnen und innerhalb eines Monats für rund 40 Mrd. US-Dollar Anleihen zu kaufen. Das Volumen der Käufe werde für ein paar Monate „erhöht“ bleiben und anschließend „signifikant reduziert“ werden.
Jedermann sollte klar sein, dass die Käufe später nicht „signifikant reduziert“ werden dürften, schließlich endet die Amtszeit von Powell als Fed-Chef Mitte Mai. Sein Nachfolger wird die größte Taube aller Zeiten an der Spitze der Fed sein. Seine Aufgabe wird es sein, die Zinsen so drastisch zu senken, wie US-Präsident Donald Trump es von der Fed fordert.
Powell wirft Nebelkerzen
Powell hat versucht, die Anleihekäufe zu rechtfertigen, weil die Banken ausreichende Überschussreserven bräuchten, also beispielsweise Mitte April, wenn viele Amerikaner ihre Steuern zahlen würden.
Ja, die Überschussreserven der Banken, also wie viel Kapital die Banken mehr haben als gesetzlich vorgeschrieben, sind zuletzt auf 2,94 Billionen US-Dollar gesunken. Das ist das niedrigste Niveau seit Oktober 2020.
Vor dem Beginn der Serie von Gelddruckprogrammen lagen die Überschussreserven im August 2008 aber bei lediglich 45,8 Milliarden US-Dollar – und da hat das Finanzsystem auch funktioniert. In den Jahren und Jahrzehnten davor lagen die Reserven ständig in der Größenordnung zwischen 40 und 60 Mrd. US-Dollar.
Aber heute sollen 2,9 Billionen US-Dollar nicht mehr für ein reibungsloses Funktionieren des Bankensystems genügen?
Zudem hat Powell behauptet, dass die Anleihekäufe abgetrennt von der Geldpolitik zu sehen seien und quasi keine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik bedeuten würden. Powells Aussage ist natürlich blanker Unsinn!
Wenn die Fed 40 Mrd. US-Dollar pro Monat ins Finanzsystem pumpt – das sind aufs Jahr hochgerechnet herbe 480 Mrd. US-Dollar –, dann bedeutet das zwangsläufig eine Lockerung der Geldpolitik. Damit hat Trump genau das bekommen, was er gewollt hat.
Lediglich elf Tage nach dem Ende der Anleiheverkäufe am 1. Dezember ist die Fed also bereits am 12. Dezember zum QE-Gelddrucken zurückgekehrt – Wahnsinn!
Trump will sinkende Zinsen und schwachen Dollar
Investoren befürchten, dass die neue Gelddruckrunde der Fed die Inflation anheizen wird, weshalb die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen zuletzt auf 4,17 % gestiegen sind. Damit liegen die Zinsen in der Nähe des höchsten Niveaus seit Anfang September.
Steigende Zinsen sind aber das Letzte, was Trump will, schließlich steigen dadurch die Zinsbelastungen des Staates, während die steigenden Zinsen für Staatsanleihen auch die Zinsen für Kredite an Verbraucher und Unternehmen nach oben treiben, was die Konjunktur dämpft.
Je stärker die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen aber kurzfristig steigen sollten, umso mehr wird der Druck auf die Fed wachsen, möglichst bald auch langlaufende Staatsanleihen zu kaufen, um so die Zinsen künstlich nach unten zu manipulieren.
Je aggressiver die Anleihekäufe der Fed in den nächsten Monaten ausfallen sollten, also je aggressiver das Gelddrucken ausfallen sollte, umso mehr sollte das den Dollar schwächen.
Genau das ist es, was Trump offen anstrebt: sinkende und möglichst niedrige Zinsen sowie ein schwacher Dollar. Das ist aber genau das Rezept für weiterhin deutlich steigende Gold- und Silberpreise.
Die Aussichten für Gold und Silber bleiben daher glänzend. Daher macht es weiterhin großen Sinn, die Bestände an physischem Gold und Silber weiter deutlich aufzustocken.
Selbstverständlich eignen sich die Edelmetalle auch hervorragend als Geschenk für Weihnachten. Damit verschenkt man etwas sehr Wertstabiles, das Ihre Kaufkraft in den nächsten Jahren und Jahrzehnten erhalten wird.
