Der neueste CoT-Report zeigt sich neutral zur Vorwoche. Der Preisanstieg zur Vorwoche um 11 US-Dollar wurde primär durch einen Anstieg der spekulativen Positionierung in Höhe von 1,2 Tsd. Kontrakten verursacht. Es zeigen sich also weder Stärke noch Schwäche.

Insgesamt sind die CoT-Daten aber bestenfalls neutral bis überkauft kurzfristig. Platin kann daher nur mit Gold laufen und sollte es kurzfristig noch eine Rallye beim Gold auf 1.900 US-Dollar geben, dann wird es Zeit für einen Take Profit und einen Short-Trade bei Platin, bevor sich im nächsten Jahr die Wirtschaftsaussichten eintrüben und Verkaufsdruck am Platinmarkt in der Rezession aufkommen wird.

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Der zyklische CoT-Index noch bestenfalls neutral und kurzfristig überkauft

Mittlerweile konnte der Platinpreis im Hoch auf 1.080 US-Dollar ansteigen, was eine beeindruckende Rallye von 35 % seit dem Tief bei 800 US-Dollar, an dem ich zum Kauf riet, darstellt. Mittlerweile wird die Luft jedoch dünn und Platin dürfte nicht in der Lage sein ohne den Goldpreis weiter anzusteigen. Die Terminmarktdaten zeigen deutlich, dass der Preisanstieg nicht etwa auf einem physischen Defizit am Markt beruht, sondern größtenteils auf spekulativen Käufen am Terminmarkt. Zuletzt konnte Platin das letzte Verlaufshoch auch nicht mehr übertreffen, während Gold und Silber neue Verlaufshochs erreichten, was ebenfalls ein Zeichen von Schwäche ist. Die neutralen bis leicht bärischen CoT-Daten sind zudem ein Indiz, dass es jederzeit zu einem Long-Drop am Terminmarkt mit entsprechend schnellem und starken Preisrückgang kommen kann, wenn technische Unterstützungen oder Aufwärtstrends brechen. Das Chance-Risiko-Verhältnis auf der Longseite ist nicht mehr gut.

Sollte der Goldpreis jetzt am Widerstand bei 1.800 US-Dollar scheitern und korrigieren, so würde auch der Platinpreis seinen Aufwärtstrend brechen und wahrscheinlich um 100 US-Dollar bis 150 US-Dollar korrigieren. Nur dann, wenn der Goldpreis weiter auf 1.900 US-Dollar läuft und es zur FOMO (Fear-of-missing-out) kommt, wäre kurzfristig ein Preisanstieg auf 1.200 US-Dollar denkbar. Dann sollte man jedoch Gewinne einstreichen und nach einem Short-Einstieg Ausschau halten, denn die rezessiven Kräfte nehmen ständig zu, womit die Nachfrage zunehmend schwächer wird.

Mehr als die Hälfte der jährlichen Minenproduktion wird in der Automobilindustrie zur Herstellung von Katalysatoren verwendet. Die Rezession wird in den nächsten Jahren im Umfeld steigender Zinsen zulegen und Leasing- sowie Finanzierungsgeschäftsmodelle für Neuwagen auf die Probe stellen. Ein starker Rückgang der Neuwagenverkäufe mit entsprechenden Gewinnrückgängen für die Automobilhersteller sind zu erwarten. Dennoch wird aus der Platinindustrie für 2022 ein Defizit von 627 Millionen Unzen erwartet, wobei hier die Rezession noch nicht berücksichtigt sein dürfte.

Käufer mit langfristigem Horizont finden bei einem Preis um die 800 US-Dollar je Feinunze eine gute Investmentchance auf Sicht der nächsten fünf Jahre. Mittelfristig bis Ende des Jahres dürften nur Trader Freude an diesem hochvolatilen Markt haben, was jedoch aufgrund der hohen positiven Korrelation zum Goldpreis gut zu handhaben ist. Bricht der kurzfristige Aufwärtstrend, dürfte Platin schnell korrigieren, wobei die eine letzte Kaufchance wäre, da ich einen weiteren Preisanstieg bei Gold in den nächsten Monaten erwarte.

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Der kurzfristige Aufwärtstrend bei Platin ist noch immer intakt

Langfristige Analyse

Ende 2020 hatten wir mit einem Preisanstieg über den Widerstand bei 1.000 US-Dollar ein Kaufsignal bis 1.350 US-Dollar gegeben und gingen von einer anschließenden Korrektur auf 1.000 US-Dollar aus. Das war nur ein grobes Szenario, das wir aus der fundamentalen Schwäche am Platinmarkt abgeleitet hatten, doch exakt so eintraf. Zuletzt hatten wir weitere Verkaufssignale bis 830 US-Dollar, die auch eintrafen.

Langfristig dürfte sich im Bereich zwischen 800 US-Dollar und 1.000 US-Dollar ein langfristiger Boden ausbilden. Wir empfehlen Rücksetzer in den Bereich um die 800 US-Dollar als mittel- bis langfristige Kaufchance zu nutzen. Auch kurzfristig agierende Trader haben dort grundsätzlich ein Setup mit einem guten Chance-Risiko-Verhältnis. Man muss sich jedoch bewusst sein, dass Platin und Palladium während Rezessionen kurzzeitig auch stark einbrechen können, weshalb eine Stopp-Loss-Order der beste Freund kurzfristig agierender Trader ist.

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Langfristig zeigt der Chart eine Trendumkehr und ein Ende der langfristigen Abwärtstrends

Das Platin-Palladium-Ratio zeigt, dass Platin in den vergangenen 50 Jahren immer teurer war als Palladium, mit Ausnahme der Jahrtausendwende und aktuell seit 2017.

Wir sehen in den letzten Jahren in der Industrie eine fortschreitende Substituierung von Palladium durch das günstigere Platin. Solange Palladium teurer ist, sollte auch die Substitution weiter voranschreiten und letztlich auch zu steigenden Platinpreisen führen. Diese Transformation ist ein langsamer Prozess und man schätzt, dass jährlich etwa 1,5 Millionen Unzen Palladium in der Industrie durch Platin ersetzt werden.

Langfristig ist es konsequent logisch und wahrscheinlich, dass die Substitution in der Zukunft zu einem Überangebot bei Palladium und einem Defizit bei Platin führen wird. Das Ratio würde dann wieder ansteigen, wobei Platin das Palladium massiv outperformen dürfte. Würde das Ratio nur zu seinem Durchschnitt der letzten 50 Jahre bei 3 zurückkehren, entspräche dies einer sechsmal besseren Performance von Platin zu Palladium in der Zukunft.

Will man ein langfristig ausgerichtetes Edelmetalldepot auf Sicht von mindestens einer Dekade aufpeppen, so wäre Platin eine Spekulation wert, da es nicht nur in Katalysatoren Anwendung findet, sondern in vielen weiteren Industrien und insbesondere in erneuerbaren Energien, wogegen Palladium nur in Katalysatoren für Benzinmotoren genutzt wird. Da Platin auch zu Gold und Silber historisch günstig ist, wäre es denkbar, dass Platin sogar die monetären Edelmetalle in den kommenden zehn Jahren outperformen könnte. Kurzfristig hat Platin noch mit einem Überangebot zu kämpfen, doch auf Sicht einer Dekade scheint das Risiko begrenzt und die Gewinnchance sehr hoch zu sein, weshalb wir Rücksetzer weiterhin zum Aufbau einer neuen langfristigen Position nutzen werden.

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Platin ist aktuell so günstig zu Palladium wie noch nie zuvor

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.