Die US-Notenbank hat in der Nacht zum Montag den US-Leitzins überraschend um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt, sodass die Handelsspanne für den US-Leitzins nun bei 0 % – 0,25 % liegt. Diese historisch starke Notfall-Zinssenkung erfolgte im Rahmen einer koordinierten Aktion gemeinsam mit den Notenbanken von Europa, Japan, England, Schweiz und Kanada. Nebst den wöchentlichen Kreditgeschäften in den eigenen Währungen, werden diese ab sofort auch in US-Dollar mit einer Laufzeit von 84 Tagen angeboten. Banken und Unternehmen weltweit sollen so zu günstigen Konditionen an US-Dollar gelangen. Die Maßnahmen sollen solange in Kraft bleiben wie nötig, um das reibungslose Funktionieren der US-Dollar Finanzierungsmärkte sicherzustellen.

Leitzins USA vs. Europa 16.03.2020

Die US-Notenbank senkte den US-Leitzins überraschend um 1 % auf ein historisches Tief.

Zusätzlich hat die US-Notenbank FED ein neues QE-Anleihekaufprogramm im Volumen von 700 Mrd. US-Dollar aufgelegt. Eine Zinssenkung zwischen 0,5 % und 0,75 % wurde am Mittwoch zur planmäßigen Notenbanksitzung ohnehin vom Markt erwartet, sodass der drastische und frühzeitige Markteingriff als Panikreaktion der Notenbanken interpretiert wurde. Anstatt die Situation zu entspannen, brachen daraufhin die Aktienmärkte drastisch ein, sodass der Handel aufgrund der 5 % Verlustregel wieder einmal ausgesetzt wurde.

Man hätte erwarten können, dass der US-Dollar zu Fremdwährungen, wie dem Euro oder dem Gold, sofort drastisch abwerten würde. Stattdessen waren Gold, Silber und der Euro zum US-Dollar über Stunden wie eingefroren, was offensichtlich auf die koordinierten Eingriffe der sechs großen Notenbanken zurückzuführen ist. Gold darf in einer solchen Krisensituation nicht steigen, da dies das ohnehin schwindende Vertrauen in die staatlichen Fiat Währungen nur zusätzlich unterminieren würde. Darüber hinaus soll eine weitere Flucht in den sicheren Hafen des Goldes kurzfristig verhindert und Spekulanten ferngehalten werden. Das Plunge Protection Team (Working Group on Financial Markets) der US-Regierungen hat hier explizit den Auftrag gezielt einzugreifen und auch internationale Banken und Behören sind hier stark mit involviert.

Vom 6. bis 10. März konnten wir massive Manipulationen am Goldmarkt feststellen, als der Preis bei 1.680 $ notierte, weshalb wir an unserer kurzfristigen Verkaufsempfehlung für Gold beim Unterschreiten der Marke von 1.660 $ festhielten und einen erzwungenen Preiseinbruch bereits vermutet hatten. Beim Handel am Edelmetallmarkt muss immer die Preismanipulation der Notenbanken und Regierungen berücksichtigt werden, wenn man erfolgreich und profitabel sein will. Wir analysieren daher seit Jahren gezielt diese Markteingriffe, um unser Timing beim Handel am Edelmetallmarkt zu perfektionieren.

Langfristig sind die neuen Markteingriffe der US-Notenbank ein Kaufsignal für Gold und Silber, auch wenn die Edelmetalle kurzfristig noch abverkaufen. Smarte Investoren werden ihr Vermögen vor der bevorstehenden Inflation schützen und sukzessive in diese Anlageklasse wechseln. Nach dem Bankrott von Lehman Brothers kamen die Edelmetalle ebenso kurzfristig unter Verkaufsdruck, wobei der Goldpreis um 30 % fiel, nur um danach um 170 % binnen der nächsten drei Jahre anzusteigen. Diesmal greifen die Notenbanken jedoch sehr früh ein und lassen einen echten deflationären Crash erst gar nicht zu, weshalb die Edelmetalle auch nicht mehr so stark unter die Räder kommen müssen, wie im Jahr 2008. Vielmehr könnte der Boden der Korrektur bereits sehr nah sein und ein Anstieg schon relativ bald bevorstehen.

Ebenso wie Anfang 2019, haben die Notenbanken nun unmissverständlich ihren Willen zur Rekapitalisierung des hoch gehebelten Kreditgeldsystems bekundet. Man wird keinen deflationären Crash zulassen und letztlich auch vor Helikoptergeld, wie es kürzlich in Hongkong gereicht wurde, nicht zurückschrecken, um Staat und Banken zu retten. Für die Fiat-Währungen bedeutet dies den Anfang vom Ende, da die Inflation der Geldmenge die Kaufkraft dieser letztlich aushöhlen wird. Der Goldpreis wird dadurch drastisch im Preis ansteigen und letztlich auch die offizielle Teuerungsrate nach oben ausbrechen.

Rendite 10-jähriger Staatsanleihen USA vs. Deutschland 16.03.2020

Die Zinsen können nicht mehr viel weiter fallen und loten aktuell die Tiefs aus – das Platzen der Blase ist nur noch eine Frage der Zeit.

Spätestens dann dürfte auch die Blase am Anleihenmarkt vor dem Platzen stehen. Den Investoren ist nach der nicht erfolgten Extraktion der Geldmenge aus den vorherigen QE-Programmen nun bewusst, dass auch die neuen QE-Programme dauerhaft und nicht temporärer Natur sein werden. Die steigende Inflation wird letztlich ein Platzen der Blase am Bondmarkt erzwingen, wobei die FED dann machtlos zusehen und als Käufer von wertlosen Schrottpapieren auftreten muss, während die Anleihenkurse immer weiter in den Keller fallen und die Zinsen in den Himmel schießen werden. Die Zinsen für zehnjährige US-Staatsanleihen stiegen heute früh bereits kurz nach Ankündigung des Kaufprogramms. Ohne die Käufe der US-Notenbank würde diese Blase längst implodieren. Das Platzen der Anleihenblase wird die Sternstunde der Edelmetalle sein, da sie der letzte verbliebene sichere Hafen sein und sich aufgrund der hohen Nachfrage im Preis vervielfachen werden. In einer ähnlichen Situation der siebziger Jahre hatte sich der Goldpreis mehr als verzwanzigfacht, während sich die auf Dollar lautenden Vermögen der Bürger durch die Inflation in Luft auflösten.

Schützen Sie Ihr Vermögen proaktiv mit meinem Premium-Marktkommentar, der Ihnen noch mehr Hintergründe und Anlageempfehlungen liefert, damit Sie den größtmöglichen Nutzen aus der Krise und der neuen Edelmetallhausse ziehen können.

Abonnieren Sie jetzt meinen Premium-Marktkommentar und seien Sie einen Schritt voraus.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.