Am Dienstag fand die starke Rallye des Goldpreises am Widerstandsbereich um die Marke von 1.800 US-Dollar mit einem Hoch bei 1.786 US-Dollar vorerst ihr Ende, als der US-Dollar ein vorläufiges Tief ausgebildet hatte. Auch das britische Pfund Sterling und der Euro hatten gleichzeitig wichtige Widerstandsmarken nach beeindruckenden Rallyes erreicht. Seither fiel der Goldpreis zurück auf 1.752 US-Dollar, was einem Wochenminus von 1,25 % entspricht. Der Silberpreis, der sich in der Vorwoche bereits schwächer gezeigt hatte, fiel um 3,76 % zurück auf 21 US-Dollar.

Meinen Premium-Abonnenten riet ich am Dienstag bei einem Goldpreis von 1.777 US-Dollar zu Gewinnmitnahmen und einem Short-Trade bei Gold und Silber mit einem engen Stop-Loss auf dem Tageshochs vom Vortag. Nach dem extrem starken Goldpreisanstieg um 170 US-Dollar binnen weniger Handelstage war die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass sich die Rallye sofort fortsetzen und gleich auch der nächste Widerstand bei 1.800 US-Dollar überwunden werden kann. Es bleibt abzuwarten, wie stark und wie lang die Korrektur laufen wird, bevor wir im kurzfristigen Trading wieder auf die Käuferseite wechseln. Ein Test des Tiefs bei 1.616 US-Dollar ist unwahrscheinlich geworden und nach dem Ende der aktuellen Korrektur erwarte ich einen erneuten Angriff auf den Widerstand bei 1.800 US-Dollar.

Die Minenaktien im HUI-Goldminenindex, die seit ihrem Tief bereits um 30 % angestiegen waren, gaben in der letzten Handelswoche einen Teil ihrer Gewinne mit einem Wochenminus von 3,25 % wieder ab.

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Nach der starken Rallye der Vorwochen setzte eine Korrektur am Edelmetallmarkt ein

Notenbankpräsidenten beenden die Party

Noch zu Wochenbeginn stimmte der Anstieg der US-Produzentenpreise mit nur 6,7 % im Oktober anstatt der erwarteten 7,2 % die Märkte optimistisch, dass sich die Inflation abschwächen und die Fed schon in Bälde eine Pause bei den Zinsanhebungen einlegen könnte. In der zweiten Wochenhälfte gab es jedoch 16 verschiedene Reden von Mitgliedern der Fed mit einer klaren Botschaft an den Markt. Die Freude über ein Pivot war zu früh und es wird höhere Zinssätze für länger Zeit geben und es steht keine Pause oder Wende in der Geldpolitik bevor, so die Prognose der Notenbanker.

  • Bostic, der Fed-Chef von Atlanta sagte, dass weitere Zinserhöhungen erforderlich seien und man „die Zinsen auf dem Höchststand halten müsse“, bis die Inflation auf dem Weg zu 2 % sei.
  • Bullard, der Chef der Notenbank von St. Louis sagte, dass der Leitzins auf 7 % weiter angehoben werden könnte.
  • Waller Vize-Präsident der der Fed von St. Louis, sieht bei Zinserhöhungen noch „einen langen Weg vor sich“
  • Daly, die Chefin der Fed von San Francisco sagte, die „Pause ist vom Tisch“.
  • Kashkari, der Fed-Chef von Minneapolis sagte, es gäbe „keine Anzeichen für eine Abkühlung der Nachfrage“ und es sei „noch nicht so weit“, um die Leitzinsanhebungen zu unterbrechen.
  • Collins von der Fed in Boston sagte, dass eine Zinsanhebung um 75 Basispunkte im Dezember weiterhin im Gespräch sei, da es „keine eindeutigen Anzeichen für einen Rückgang der Inflation“ gäbe.

All diese Verbalinterventionen machten die Hoffnung auf eine Zinspause zunichte und führten dazu, dass die Markterwartung für ein Zinsgipfel in dieser Woche sprunghaft angestiegen war, worauf auch die Anleihen- und Aktienkurse wieder fielen. Die nächsten Monate dürften sehr volatil an den Märkten werden, die einerseits von der Hoffnung auf eine niedrigere Inflation und ein Ende der Zinsanhebungen und andererseits von zunehmend schlechten Wirtschaftsdaten sowie persistent hohen Inflationsraten hin- und hergerissen werden. Am Ende des Tages wird die Fed im nächsten Jahr mit einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit wieder Geld drucken müssen, um den weiteren Anstieg der Zinsen kontrollieren zu können, wobei man dies mit dem Kampf gegen die hohe Arbeitslosigkeit begründen wird. Je schlechter sich die Wirtschaft entwickelt, desto wahrscheinlicher werden neue quantitative Lockerungen werden, was sich in einem weiteren Anstieg des Gold- und Silberpreises widerspiegeln wird.

Die Rezession in Form einer Stagflation, die ich Ende 2019 bereits für das neue Jahrzehnt vorhersagte, sehen auch die EZB und Jeff Bezos mittlerweile kommen. Der Milliardär und Gründer von Amazon warnte vergangene Woche vor einer schmerzvollen Rezession in den USA und rät Unternehmen und Konsumenten finanzielle Reserven zu halten und große Anschaffungen in die Zukunft zu verschieben. Die Zeit wird ihm Recht geben, denn eine Rezession ist nach dem längsten Konjunkturaufschwung der Geschichte unvermeidlich, wobei diese unbekannte Ausmaße annehmen wird.

Die EZB konstatierte in der vergangenen Woche in ihrem Finanzstabilitätsbericht, dass der Euroraum in die Rezession abrutscht, weshalb man vor einer Insolvenzwelle bei Unternehmen und Privathaushalten warnte. Die Risiken für die Finanzstabilität steigen, da die steigenden Zinsen zu ungünstigen Finanzierungskonditionen für Unternehmen, Staat und Haushalte führen. „Der Anstieg der Zinsen belastet die Haushaltslage stärker als bisher angenommen”, heißt es im Bericht. Die EU und die EZB, deren Chefin behauptet, die Inflation sei „aus dem Nichts gekommen“, sind Garant für einen weiter ansteigenden Goldpreis denn man wird gezwungen sein ein Auseinanderbrechen der Währungsunion durch das Drucken von neuem Geld in den nächsten Jahren zu verhindern.

EZB stellte Bargeld in Milliardenhöhe für Stromausfall bereit

Hinter den Kulissen bereitet sich die Bundesregierung auf ein Worst-Case-Szenario vor, das einen wütenden Mob und einen Run auf die Banken einschließt, falls die Bevölkerung aufgrund von Stromausfällen keinen Zugang zu Bargeld hat.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf vier Quellen berichtete, haben die deutschen Behörden die Vorbereitungen für Notlieferungen von Bargeld im Falle eines längeren und weitflächigen Stromausfalls verstärkt, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, da sich das Land auf mögliche Stromausfälle vorbereitet. Zu den Plänen gehört, dass die Bundesbank zusätzliche Milliarden hortet, um einen Nachfrageschub zu bewältigen, sowie „mögliche Abhebungsbeschränkungen“, sagte eine der Personen.

Laut einer aktuellen Studie der Bundesbank werden noch immer rund 60 % der alltäglichen Einkäufe in Deutschland mit Bargeld bezahlt und die Deutschen hoben im Durchschnitt jährlich mehr als 6.600 Euro vor allem an Geldautomaten ab. Während die Deutschen ihr Bargeld lieben, weitet der Staat seinen Kampf dagegen aus. Im Sanktionsdurchsetzungsgesetz II, das am 1. Januar 2023 Inkrafttreten soll, wird der Erwerb von Immobilien mit Mitteln wie Bargeld, Kryptowährungen oder Rohstoffen (Gold) ausdrücklich verboten. Ziel dieser Maßnahmen sind der gläserne Bürger und die totale Überwachung aller Transaktionen durch den Staat.

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) will nun auch Bargeldgeschäfte über 10.000 Euro kriminalisieren und verbieten. Alle Geschäfte über der Bargeldobergrenze müssten dann elektronisch für die Behörden nachvollziehbar abgewickelt werden. Die EU hatte bereits im Sommer 2021 eine Obergrenze von 10.000 Euro vorgeschlagen, womit man die Steuereinnahmen sowie die Kontrolle über die Bevölkerung maximieren will. Der Kampf gegen das Bargeld, das sich seit Jahrtausenden bewährt hat, ist äußerst bedenklich und allein die Sorge vor zu wenig Bargeld bei einem Stromausfall zeigt, wie falsch dieser Kurs ist. Bargeld ist Freiheit.

Skandal um Skandal sorgen für Verkaufsdruck am Kryptomarkt

Die Insolvenz der Kryptobörse FTX nach der Veruntreuung von Milliarden zieht weitere Unternehmen und Börsen, die ihre Auszahlungen einstellen mussten, mit in den Abgrund. Der Insolvenzantrag von FTX enthüllte nun, dass anstatt des vermeintlichen Restvermögen in Höhe von 5,5 Milliarden US-Dollar, wie Sam Bankman-Fried behauptete, in Wahrheit nur noch 659 Tausend US-Dollar vorhanden sind. Damit hat sich praktisch das gesamte Kundenvermögen von FTX in Luft aufgelöst. Die Kryptos aus dem vermeintlichen Hack der Börsen nach der Insolvenz werden aktuell bereits verkauft, weshalb sich der Kryptomarkt weiter im Abwärtssog befindet und der Bitcoin wieder auf 16.000 US-Dollar und Ethereum wieder auf 1.000 US-dollar fiel. Die Korruption und das kriminelle Ausmaß ist historisch einmalig. Wie das Wall Street Journal berichtet, soll FTX-Gründer Sam Bankman-Fried sogar 300 Millionen von 420 Millionen an Investorengelder in die eigene Tasche veruntreut haben.

Der Kryptomarkt boomte in einer Dekade des Konjunkturaufschwungs, der durch viel billiges Geld der Notenbanken getragen wurde. In einem Jahrzehnt der Stagflation, in dem eine Rezession auf Inflation trifft und jedermann den Gürtel enger schnallen muss, ist es hingegen fraglich, ob sich der Zyklus neuer Hochs in den nächsten Jahren fortsetzen kann. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass die Hochs von 2021 in den nächsten Jahren bei nicht mehr erreicht werden. Wer mit einer kleinen Summe zocken will, kann dies am Kryptomarkt versuchen, doch wer sein Vermögen schützen will, der sollte in Gold und Silber investieren.

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.