Während die europäischen Börsen aufgrund des Feiertags noch geschlossen waren, startete die Woche mit einer Achterbahnfahrt bei den Rohstoffen. Der Goldpreis stieg um 25 US-Dollar auf 1.998 US-Dollar an und testete damit wieder die psychologisch wichtige Widerstandsmarke bei 2.000 US-Dollar, nur um dann wieder auf 1.976 US-Dollar zu fallen. Silber lag im Tageshoch mit fast 50 US-Cent im Plus und beendete den Handelstag mit einem kleinen Zugewinn von 20 US-Cent. Die unterbewerteten Goldminen hielten sich ebenfalls stark und der HUI-Goldminenindex handelte am Montag mit 330 Punkten auf einem 17-Monatshoch an einem wichtigen Widerstand. Sollte sich der Goldpreis weiterhin stark halten, würde ein Sprung über diesen Widerstand neue Käufer in diesen Markt ziehen.

Aufgrund des persistenten Überangebots am Silbermarkt ist die kurzfristige Preisentwicklung weiterhin von der Investmentnachfrage und somit auch vom Goldpreis abhängig. Der Preis für amerikanisches Erdgas verdoppelte sich seit Jahresanfang und stieg am Montag erstmals seit 2008 wieder auf 8 US-Dollar an, während der Rohölpreis erneut auf 110 US-Dollar kletterte. Hintergrund des steigenden US-Gaspreises sind sinkende Lagerbestände, kaltes Wetter und eine hohe Nachfrage aus Europa, um die Abhängigkeit vom russischen Gas zu mildern. Der US-Gaspreis hatte sich seit Jahresanfang mehr als verdoppelt, womit die europäischen Sanktionen auch die amerikanischen Verbrauer letztlich treffen.

Der USD-Index handelte erneut dreistellig auf einem Mehrjahreshoch mit 100,76 Punkten, während der Euro auf 1,078 US-Dollar fiel, weshalb der Goldpreis in Euro stärker auf 1.848 Euro kletterte, womit das Allzeithoch bei 1.900 Euro bereits zum Greifen nah ist. Diese starke Abwertung des Euros in den letzten 14 Jahren von 1,60 US-Dollar auf 1,078 US-Dollar erklärt, warum die Benzinpreise in Deutschland viel stärker stiegen als in den USA und in Europa bereits neue Allzeithochs erreichten. Der Grund für die hohen Energiepreise liegt einfach darin, dass der Euro seine Kaufkraft verloren hat, was allein auf die verschwenderische Politik in Berlin und Brüssel, sowie die destruktive Politik der Europäischen Zentralbank zurückzuführen ist. Der Krieg in der Ukraine bleibt für die Politik ein willkommener Sündenbock, dem man alle Preissteigerungen in die Schuhe schieben kann.

Wir gehen davon aus, dass der Euro weiterfallen und in diesem Jahr die Parität zum US-Dollar erreichen wird, da die Europäische Union mit ihren Sanktionen der eigenen Wirtschaft großen Schaden zufügt und diese in eine Rezession drückt, weshalb die Europäische Zentralbank eine zu den USA ungleich lockerere Geldpolitik fahren wird. Kurzzeitige Anstiege des Euros sehen wir weiterhin als Chance für spekulative Short-Trades und zwingende Absicherungsgeschäfte.

Dashboard 19.04.22

Gold und Goldminen halten sich bisher sehr stark, trotz eines stärkeren Dollars

Dashboard II 19.04.22

Die Energiepreise gehen durch die Decke und die Zinsen steigen aufgrund der Inflation immer weiter

Die neuesten Daten zur Teuerung in den USA zeigten im März eine Preissteigerung zum Vorjahr in Höhe von 8,5 %, was leicht über den Erwartungen des Marktes lag. Die Kerninflationsrate stieg hingegen nur um 6,5 %, während der Markt 6,6 % erwartet hatte. Nach der alten Berechnungsmethode, die von den Statistikern bis 1980 verwendet wurde, stiegen die Preise im März bereits um 16,8 % an, so stark wie zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Die offizielle US-Kerninflationsrate ex Energie und Nahrungsmittel stieg mit 6,5 % so stark wie zuletzt 1983.

Dashboard III 19.04.22

Der USD-Index stieg auf den höchsten Stand seit 2 Jahren

Dashboard IV 19.04.22

Die Kerninflationsrate stieg so stark wie zuletzt in 1983

Die Inflationsrate wird nicht ständig so weiter ansteigen, sondern ist mit einem Hoch in Bälde zu rechnen, da Basiseffekte auslaufen, doch werden die Steigerungsraten sehr weit über dem 2 %-Ziel der Notenbanken verharren und die Entwertung des Euros und der Ersparnisse weitergehen, weshalb man weiterhin in Edelmetalle investiert bleiben muss. Die meisten Preisanstiege, die wir heute erleben, werden dauerhaft sein. Nach der alten Berechnungsmethode erleben wir aktuell längst eine Teuerung, die den Hochs der siebziger Jahre entspricht, nur dass die staatlichen Statistiker diese heute nach unten rechnen.

Ich hörte kürzlich einen Ökonomen erklären, dass die Hyperinflation unausweichlich wäre, da die Inflation durch das Gelddrucken jetzt auf die Märkte schwappen und dies die Preise in einer Hyperinflation anheben würde. Diese Annahme verkennt die Preissteigerungen der letzten Jahrzehnte aufgrund der Inflation der Geldmenge. Die Krise entstand originär durch eine Ausweitung der Geldmenge im Giralgeldsystem, was steigende Preise nach sich zog. Die Folge wäre ein zwangsläufiger deflationärer Crash gewesen, hätten die Notenbanken die Geschäftsbanken in 2008 nicht rekapitalisiert. Was wir aktuell erleben ist die gleiche Erhöhung der Basisgeldmenge wie in 2008 auf andere Weise, die sicherlich die Teuerung anfacht, doch primär den deflationären Tendenzen gegenübersteht, die sich insbesondere be steigenden Zinsen künftig zeigen werden. Die Notenbanken haben zwar die Macht jederzeit eine Hyperinflation zu erzeugen, doch aus den bisherigen geldpolitischen Eingriffen ist dies keineswegs ableitbar.

Vielmehr ist eine längere Phase hoher Teuerungsraten zu erwarten in den nächsten Jahren bis die Zinsen längere Zeit zweistellig gehandelt und so Fehlallokationen bereinigt wurden, während die Wohlstandsillusion von der Inflation aufgefressen wurde. An dieser Stelle sei erinnert, dass der Staat das Geld der Sparer über Schulden längst ausgegeben hat und es auch ohne Inflation in einem deflationären Crash und Bankrott verschwunden wäre. Die vermeintlichen Vermögen auf den Konten sind wie Feenstaub – sie existieren nicht. Die Politik hat sich jedoch für den inflationären Weg entschieden, um die Wohlstandsillusion zu bereinigen, wie alle Maßnahmen seit 2020 deutlich zeigen. Diese Erkenntnis ermöglicht es Investoren ihr Vermögen auf dem Papier zu sichern, wenn man in inflationsgeschützte Assets flüchtet. Der vermeintliche Wohlstand aller anderen, wird sich hingegen durch die Inflation in den nächsten Jahren sukzessive in Luft auflösen. Wer sich hingegen clever positioniert in den nächsten Jahren, der kann von dieser Entwicklung profitieren und ein Vermögen machen.

Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.