Ebenso wie die Aktienmärkte war zuletzt auch der Goldpreis weiter unter Druck. Umso nervöser beobachten Investoren die weitere Entwicklung des Iran-Kriegs.

US-Präsident Donald Trump versucht mit seinen Ankündigungen, die Lage beim Ölpreis und am US-Aktienmarkt zu beruhigen, allerdings scheint Trumps Einfluss auf die Märkte allmählich nachzulassen.

Am Donnerstagabend, 26. März hat Trump aber Truth Social angekündigt, dass er die Angriffe auf iranische Energieanlagen um 10 Tage bis Montag, 6. April 20 Uhr Abends New Yorker Zeit (entspricht Montag, 7. April 2 Uhr deutscher Zeit) ausgesetzt habe.

Allerdings verlegt das US-Verteidigungsministerium zusätzliche 10.000 Mann an Bodentruppen in den Nahen Osten, um Trump mehr militärische Möglichkeiten zu geben.

Entgegen der bisherigen derartigen Ankündigungen von Trump war der Ölpreis diesmal aber nicht eingebrochen, sondern ist vielmehr wieder nach oben gedreht, wobei der Preis der US-Sorte WTI inzwischen bei knapp über 95 Dollar je Barrel liegt. Jener der Nordseesorte Brent ist sogar auf 103,40 Dollar nach oben geschossen.

In dem Umfeld sind die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen bis auf 4,45 Prozent gestiegen und notieren damit auf einem Acht-Monats-Hoch. Gleichzeitig spekulieren Investoren plötzlich, dass die Fed den Leitzins bis Ende 2026 einmal anheben könnte, nachdem vor dem Beginn des Iran-Kriegs Zinssenkungen um 60 Basispunkte (0,6 Prozentpunkte) eingepreist waren.

Die kräftig gestiegenen Zinsen für 10-jährige US-Anleihen und die Sorge vor einer möglichen Zinserhöhung der Fed haben den Dollar beflügelt, damit notiert der Dollar Index in der Nähe des Zehn-Monats-Hochs. Der Index spiegelt die Entwicklung des Greenback gegenüber 6 wichtigen Währungen wider, vor allem gegenüber dem Euro.

Wegen der gestiegenen US-Zinsen und dem gestiegenen Dollar hatte der Goldpreis weiterhin Gegenwind von 2 Seiten, weshalb die Notierung des Edelmetalls nach der zwischenzeitlichen Erholung anschließend bis auf 4.440 Dollar je Unze nachgegeben hat. Gegenüber Ende 2025 steht damit ein Anstieg um nurmehr 2,6 Prozent zu Buche.

In dem Umfeld ist zudem der S&P500 mit knapp unter 6.500 Punkten in die Nähe des Sieben-Monats-Tiefs gesunken, gegenüber Ende 2025 steht damit ein Rückgang um 5,5 Prozent zu Buche. Den DAX mit seinen zahlreichen deutlich konjunkturabhängigen Unternehmen hat es noch etwas mehr erwischt, der Index notiert um 8,2 Prozent unter dem Stand von Ende 2025.

Warten auf US-Verbrauchervertrauen…

In dem Umfeld werden sich Investoren die Daten zum US-Verbrauchervertrauen, das die Universität Michigan am Freitag, 27. März um 15 Uhr veröffentlicht wird, ganz genau anschauen. Laut den Schätzungen von Volkswirten soll das Vertrauen im März von 55,5 auf 54,3 Punkte gesunken sein, das wäre der niedrigste Wert seit Dezember 2025 (52,9 Punkte).

Wie zuletzt geschrieben, würde es mich nicht überraschen, wenn sich die Stimmung der Verbraucher stärker eingetrübt hätte als erwartet. Umso mehr würde Trump unter Druck kommen, mit irgendwelchen erneuten Ankündigungen zum Iran-Krieg, die Ölpreise nach unten zu drücken, um damit das Verbrauchervertrauen zumindest zwischenzeitlich ein wenig zu verbessern.

Je nachdem wie die Stimmungsdaten ausfallen sollten, könnte das für Ausschläge bei US-Zinsen und Dollar und damit an den Aktienmärkten und bei Gold sorgen.

Am Wochenende werden Investoren die Entwicklung des Iran-Kriegs weiter genau beobachten. Kommt es trotz Trumps Ankündigung möglicherweise zu einem weiteren Angriff Israels und der USA auf den Iran?

Sollte das tatsächlich passieren, dürfte der Ölpreis einmal mehr nach oben schießen, woraufhin die US-Zinsen und der Dollar deutlich steigen dürften. In diesem Szenario würde leider der Abwärtsdruck auf die Aktienmärkte und auch den Goldpreis zunehmen.

… und die nächsten wichtigen Konjunkturdaten

Zum Start in die neue Handelswoche schauen Investoren dann am Montagnachmittag, 30. März auf die Inflationsdaten für Deutschland. Laut den Schätzungen der Volkswirte soll – aufgrund der Folgen des Iran-Kriegs – die Inflationsrate im März von 1,9 auf 2,6 Prozent nach oben geschossen sein.

Tags drauf am Dienstag folgen die Daten vom Arbeitsmarkt in Deutschland, die zusehends schlechter werden, sowie jene zur Inflationsrate in der Eurozone. Zudem kommen aus den USA die Zahlen zu den offenen Stellen. Je nachdem wie letztere ausfallen, könnte das für deutliche Ausschläge bei US-Zinsen und Dollar und damit beim Goldpreis sorgen.

Wie ich Ihnen zuletzt geschrieben habe, kann ich leider nicht ausschließen, dass der Goldpreis kurzfristig weiter nachgeben könnte, das hängt hauptsächlich von der Entwicklung des Iran-Kriegs ab.

Hingegen sehe ich die mittel- und langfristigen Aussichten für das Edelmetall genau so positiv wie eh und je. Viele Anleger dürften daher ziemlich zufrieden sein, dass sie ihre Bestände an physischem Gold zu rund 20 Prozent niedrigeren Preisen als noch vor dem Beginn des Iran-Kriegs aufstocken können.

Über den Autor

Egmond Haidt begann nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.