Während der Ölpreis auf einer gewaltigen Berg- und Talfahrt war, hat sich der Goldpreis etwas erholt. Investoren warten auf US-Konjunkturdaten.
Am vergangenen Montag, 9. März, gab es gewaltige Ausschläge beim Ölpreis. Zuerst war er wegen der Eskalation des Iran-Kriegs um rund 30 Prozent bis auf knapp 120 US-Dollar je Barrel nach oben geschossen, ehe er innerhalb weniger Stunden wieder auf 85 US-Dollar je Barrel kollabiert ist.
Für den Einbruch gab es zwei Gründe: Zuerst gab es Meldungen, dass die G7-Staaten darüber nachdenken, Öl aus der Strategischen Ölreserve freizugeben, um so für Abwärtsdruck auf den Preis zu sorgen.
Anschließend sagte US-Präsident Donald Trump, dass der Iran-Krieg „fast vorbei“ sei, woraufhin sich der Einbruch bei der Notierung des Rohstoffs beschleunigte. Dabei deutet meiner Meinung nach absolut nichts auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hin.
Wegen des Einbruchs des Ölpreises haben sich S&P500 und DAX ein wenig erholt. In dem Umfeld hatten die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen etwas nachgegeben, was auch den Dollar mit nach unten gezogen hatte. Damit hatte der Goldpreis gleich von zwei Seiten aus Rückenwind und hat sich nach dem anfänglichen Einbruch schnell etwas erholt.
Zuvor hatte der am Freitag, 6. März, veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht für Auftrieb beim Goldpreis gesorgt, schließlich war der Bericht viel schlechter als erwartet. Demnach waren im Februar völlig überraschend 92.000 Jobs abgebaut worden, hingegen hatten Volkswirte einen Aufbau von 60.000 Jobs vorhergesagt.
Zudem waren die Zahlen für Dezember und Januar um insgesamt 69.000 nach unten korrigiert worden. Die Zahlen zeigen unmissverständlich, wie schwach der Arbeitsmarkt in den USA ist.
EZB behält Inflationsentwicklung im Auge
Derweil versucht die EZB, Sorgen vor einem deutlichen Inflationsanstieg aufgrund des Iran-Kriegs zu dämpfen. EZB-Chefin Christine Lagarde hat gesagt, dass die EZB alles Notwendige tun werde, um einen durch den Iran-Krieg ausgelösten Inflationsschub zu verhindern. Allerdings werde die EZB wegen der hohen Unsicherheit bei der Sitzung am 19. März keine überstürzte Entscheidung treffen.
Sie, liebe Leser, und ich wissen, dass das reine Plattitüden von Lagarde sind, schließlich hat die EZB in den vergangenen 10 bis 15 Jahren kaum etwas getan, um die Inflation energisch zu bekämpfen. Vielmehr hat die Notenbank alles in ihrer Macht Stehende getan, um die Inflation möglichst anzuheizen, beispielsweise durch das gigantische Gelddrucken während der Pandemie.
Angeblich wäre es ganz schlimm, wenn die Inflationsrate mehr oder minder deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB liege, weshalb sie alles tun müsse, um es zu erreichen. Diese Aussagen der EZB sind natürlich der völlige Blödsinn, schließlich würde absolut nichts Schlimmes passieren, wenn die Inflationsrate bei 0 oder 0,5 Prozent liegen würde. Eine derart niedrige Inflation würde nur bedeuten, dass Ihre und meine Kaufkraft erhalten würde.
Die EZB hat meiner Meinung nach aber schon lange nur ein einziges Interesse, nämlich sicherzustellen, dass sich die hochverschuldeten Südländer Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland und Portugal zu absurd niedrigen Zinsen verschulden können, damit das Schuldenmachen in diesen Ländern weitergehen kann.
Denn wenn die Zinsen für diese Länder – völlig zu Recht – deutlich steigen würden, würde das das Schuldenmachen bremsen, woraufhin die Länder schnell in die Rezession abrutschen würden, mit all ihren Folgen. Das versucht die EZB unter allen Umständen zu vermeiden.
Den Preis für diese irrwitzige Politik der EZB zahlen alle Verbraucher und Sparer der Eurozone mit dem anhaltenden rapiden Verlust ihrer Kaufkraft. Da es absolut keine Aussicht auf eine Verbesserung der Politik bei der EZB gibt, bleibt es umso wichtiger, sich vor dieser Politik durch den Besitz von physischem Gold zu schützen. Es hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Ihre und meine Kaufkraft erhalten und sollte das auch weiterhin tun.
Warten auf US-Inflationsdaten
Während Investoren die Nachrichten zum Iran-Krieg genau verfolgen, rücken am Mittwoch, 11. März, die US-Inflationsdaten in den Fokus. Laut den Schätzungen der Volkswirte soll die Inflationsrate im Februar bei 2,4 Prozent stagniert haben. Zudem soll die Kernrate, also die um Nahrungsmittel und Energie bereinigte Inflationsrate, stabil geblieben sein bei 2,5 Prozent.
Zwei Tage später, am Freitag, 13. März, folgen die nächsten Inflationsdaten, diesmal allerdings der PCE-Preisindex. Er soll im Januar bei 2,9 Prozent stagniert haben. Zudem soll die Kernrate, also der um Nahrungsmittel und Energie bereinigte PCE-Preisindex, stabil geblieben sein bei 3,0 Prozent. Damit läge er weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed.
Am gleichen Tag werden auch die Daten zu den offenen Stellen veröffentlicht. Sie sollen im Januar auf 6,75 Mio. gestiegen sein, nachdem sie im Dezember 2025 auf 6,542 Mio. eingebrochen waren. Das war das niedrigste Niveau seit September 2020 (6,511 Mio.). Mich würde es nicht überraschen, wenn die Zahl der offenen Stellen im Januar entgegen den Erwartungen nicht etwa steigen würde, sondern vielmehr die Talfahrt fortsetzen würde.
Am Freitag werden auch noch etliche andere US-Konjunkturdaten bekanntgegeben, wie zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal oder zum Verbrauchervertrauen für März. Je nachdem, wie die Zahlen in den nächsten Tagen zu US-Inflation, PCE, offenen Stellen etc. ausfallen werden, wird das für Ausschläge bei US-Zinsen und Dollar und damit bei S&P500 und DAX sowie bei Gold und Silber sorgen.
Ich werde die Entwicklung beim Iran-Krieg und damit gerade auch beim Ölpreis weiter genau verfolgen. Dass sich der Goldpreis zuletzt in der Nähe der Marke von 5.200 US-Dollar stabilisiert hat, stimmt mich zuversichtlich, dass das Tal bei der Notierung des Edelmetalls bereits hinter uns liegen könnte.
Es würde mich absolut nicht überraschen, wenn der Goldpreis in den nächsten Wochen in Richtung des Rekordhochs laufen würde. Dann hätte sich der zwischenzeitliche Kursrückgang einmal mehr als hervorragende Gelegenheit herausgestellt, um die Bestände an physischem Gold weiter aufzustocken.
