Der Goldpreis hat sich von dem zwischenzeitlichen Einbruch deutlich erholt. Damit rücken die nächsten Konjunkturdaten aus den USA ganz oben auf die Agenda der Investoren.

In den vergangenen Tagen war wieder eine Menge los an den Börsen, so hat sich der Goldpreis deutlich erholt und notiert bei rund 5.050 US-Dollar je Unze. Das entspricht einem Anstieg um 17 Prozent gegenüber Ende 2025. Zudem ist der S&P 500 in die Nähe des Rekordhochs geklettert, während sich der DAX deutlich erholt hat und an der Marke von 25.000 Punkten notiert.

Für Rückenwind bei Gold und am US-Aktienmarkt hat der Rückgang der Zinsen für 10-jährige US-Anleihen sowie jener beim Dollar gesorgt. Nachdem die Partei der japanischen Ministerpräsidentin Sanae Takaichi bei der vorgezogenen Neuwahl am 8. Februar einen Erdrutschsieg erreicht hatte, hatte sich der Yen komischerweise gegenüber dem Dollar deutlich erholt.

Dabei will Takaichi mit einer gewaltigen Schuldensause die Konjunktur ankurbeln. Dabei müsste die bevorstehende Yen-Schwemme eigentlich dafür sorgen, dass der Yen wieder auf Talfahrt geht. Komischerweise sind zudem die Zinsen für 10-jährige japanische Anleihen nur kurz gestiegen und dann wieder nach unten gedreht.

Das hat die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen mit nach unten gezogen. Dabei waren sie bereits in der vergangenen Woche eingeknickt, nachdem die Zahl der offenen Stellen in den USA im Dezember auf 6,5 Millionen eingebrochen war und damit das niedrigste Niveau seit September 2020 erreicht hatte. Das hat bei Investoren Sorgen vor einer deutlichen Schwäche am US-Arbeitsmarkt geschürt.

Je stärker aber die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen sinken und damit den Dollar mit nach unten ziehen, umso mehr Auftrieb bekommt der Goldpreis.

Warten auf US-Arbeitsmarktbericht …

Als Nächstes rückt der US-Arbeitsmarktbericht für Januar ganz oben auf die Agenda der Investoren. Er war aufgrund des Shutdowns verschoben worden und wird am Mittwoch, 11. Februar, um 14.30 Uhr veröffentlicht.

Laut den Schätzungen der Volkswirte sollen im Januar 67.000 Jobs geschaffen worden sein, nach 50.000 im Dezember. Dabei soll die Arbeitslosenquote stabil geblieben sein bei 4,4 Prozent.

Gleichzeitig wird auch die Revision der Daten für 2025 bekannt gegeben. Etliche Experten erwarten, dass dabei die Zahl der geschaffenen Jobs um insgesamt 600.000 bis 700.000 nach unten revidiert wird, nachdem im September 2025 die Zahl der geschaffenen Stellen für den Zwölf-Monats-Zeitraum bis März 2025 um insgesamt 911.000 nach unten korrigiert worden war – das war ein Negativ-Rekord.

Je nachdem, wie die Zahlen für Januar 2026 und vor allem die Revision ausfallen werden, hat das Auswirkungen auf US-Zinsen und Dollar und damit auf die Aktienmärkte und gerade auch auf Gold und Silber. Es würde mich nicht überraschen, wenn die Zahlen für Januar schwach ausfallen würden und es eine herbe Revision für 2025 geben sollte.

… und US-Inflationsdaten

Zwei Tage nach der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts folgen am Freitag, 13. Februar, die US-Inflationsdaten für Januar. Sie waren ebenfalls wegen des Shutdowns verschoben worden und werden ebenfalls um 14.30 Uhr bekannt gegeben.

Laut den Schätzungen der Volkswirte soll die Inflationsrate im Januar etwas zurückgegangen sein von 2,7 auf 2,5 Prozent. Zudem soll die Kernrate, also die um Nahrungsmittel und Energie bereinigte Inflationsrate, leicht zurückgegangen sein von 2,6 auf 2,5 Prozent.

Mich würde es nicht überraschen, wenn die Inflationsdaten „überraschend“ gut ausfallen würden, woraufhin die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen einbrechen würden. Das sollte den Goldpreis beflügeln.

Kurzfristig könnte die erhöhte Volatilität bei Gold – und gerade auch bei Silber – anhalten. Allerdings hat sich meiner Meinung nach durch die Nominierung von Kevin Warsh als nächsten Fed-Chef, was Spekulanten für heftige Verkäufe von Gold und Silber genutzt hatten, absolut nichts geändert. Schließlich dürfte Warsh von US-Präsident Donald Trump die Aufgabe bekommen haben, die Leitzinsen drastisch zu senken und damit gleichzeitig den Dollar nach unten zu drücken.

Diesem Szenario kommen wir jeden Tag näher, schließlich endet die Amtszeit von Jay Powell als Fed-Chef Mitte Mai – und umso mehr hellen sich die Aussichten für Gold und Silber jeden Tag auf. Viele Anleger dürften daher eine Beruhigung bei den Preisen der Edelmetalle abwarten, um die Bestände an physischem Gold und Silber deutlich aufzustocken. Mich würde es nicht überraschen, wenn das Tal bei Gold und damit auch bei Silber bereits hinter uns liegen würde.

Über den Autor

Egmond Haidt begann nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.