Der Goldpreis hat zuletzt deutlich nachgegeben. Umso mehr rücken die Sitzungen der führenden Notenbanken in den Fokus der Investoren, während sie gleichzeitig die Nachrichten zum Iran-Krieg weiter genau verfolgen.
Der Iran-Krieg hält die Börsen weiter in Atem. Während der Ölpreis zuletzt weiter deutlich gestiegen war, ehe er auf rund 95 US-Dollar je Barrel nachgegeben hat, waren S&P 500 und DAX auf einer Berg- und Talfahrt.
Ebenso ist es den Zinsen für 10-jährige US-Anleihen ergangen: Anfangs waren sie deutlich gestiegen und hatten damit auch den US-Dollar merklich mit nach oben gezogen. Im Gegenzug hatte der Goldpreis gleich von zwei Seiten Gegenwind und deutlich nachgegeben.
Nachdem die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen zuletzt wieder nach unten gedreht sind, hat sich die Notierung des Edelmetalls ein wenig erholt. Damit notiert es in der Nähe der Marke von 5.000 US-Dollar je Unze. Das bedeutet einen Anstieg um 16 % gegenüber Ende 2025 – das kann sich mehr als sehen lassen!
Warten auf Fed-Sitzung …
Während Investoren die Nachrichten zum Iran-Krieg weiter genau im Auge halten, rückt die Fed-Sitzung am Mittwochabend ganz oben auf die Agenda der Investoren. Für viele Investoren ist es ausgemachte Sache, dass die Fed den Leitzins unverändert bei 3,5 bis 3,75 % belassen dürfte.
Schließlich war die Kernrate des PCE-Preisindex – sie ist der bevorzugte Inflationsindikator der Fed – im Januar leicht gestiegen, von 3,0 auf 3,1 %, und lag damit deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Gleichzeitig ist der Arbeitsmarkt weiterhin sehr schwach: Im Februar waren völlig überraschend 92.000 Jobs abgebaut worden.
Spannend wird daher vor allem, was der scheidende Fed-Chef Jay Powell auf der Pressekonferenz sagen wird, die um 19.30 Uhr (deutscher Zeit) startet. Wird er sagen, dass eine mögliche Inflationswelle aufgrund des Iran-Kriegs genauso „vorübergehend“ sein könnte wie die aufgrund der US-Strafzölle gestiegenen Inflationsraten?
In dem Fall wären mögliche Zinserhöhungen in den nächsten Monaten absolut kein Thema, was für Erleichterung bei Investoren sorgen könnte. Spannend wird zudem, welche Zinsentwicklung Powell bis Ende 2026 signalisieren könnte.
Bei der Sitzung im Dezember 2025 hatte die Fed für Ende 2026 einen Zinssatz von 3,4 % signalisiert, was eine Zinssenkung um lediglich 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 3,25 bis 3,5 % bedeuten würde. Die Mitte der Spanne liegt bei 3,375 %, gerundet also 3,4 %. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fed-Mitglieder diese Prognose nach „nur“ 18 Tagen Iran-Krieg ändern könnten.
Je nach den Ergebnissen der Sitzung und insbesondere der Pressekonferenz könnte das durchaus für Ausschläge bei US-Zinsen und US-Dollar sorgen – und damit bei S&P 500, DAX und vor allem bei Gold.
… und EZB-Sitzung
Tags darauf, am 19. März, folgt die Sitzung der EZB. Auch hierbei erwarten Investoren, dass die Notenbank nicht an der Zinsschraube drehen wird, sondern vielmehr den Einlagenzins für die Banken – darüber steuert die EZB weiterhin die Geldpolitik – unverändert bei 2,0 % belassen wird. Zwar ist die Inflationsrate im Februar von 1,7 auf 1,9 % gestiegen, allerdings liegt sie damit weiterhin genau am Inflationsziel der EZB.
Umso zufriedener dürften viele EZB-Mitglieder sein, dass der Euro aufgrund des Iran-Kriegs in den vergangenen Wochen deutlich gegenüber dem US-Dollar nachgegeben hat, weil Investoren in den „sicheren Hafen“ US-Dollar geflüchtet sind.
Aufgrund des sinkenden Euro werden einerseits Produkte aus der Eurozone in den USA günstiger, was die hiesige Exportwirtschaft und damit die Wirtschaft insgesamt stützt. Andererseits heizt ein sinkender Euro die Inflation in der Eurozone an, wogegen die EZB meiner Meinung nach noch nie etwas einzuwenden hatte.
Ich werde die Nachrichten zur weiteren Entwicklung des Iran-Kriegs genauso verfolgen wie die Ergebnisse der Fed- und der EZB-Sitzung. Ich kann nicht ausschließen, dass die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen kurzfristig erneut steigen und damit den US-Dollar mit nach oben ziehen könnten, was den Goldpreis erneut belasten könnte.
Sollte es hingegen irgendwelche Signale für ein mögliches Ende des Iran-Kriegs geben, woraufhin die Inflationssorgen abnehmen würden und die US-Zinsen sowie der US-Dollar deutlich nachgeben könnten, dürfte der Goldpreis schnell wieder auf Rekordfahrt gehen. Daher macht es meiner Meinung nach weiterhin Sinn, den zwischenzeitlichen Kursrückgang zu nutzen, um die Bestände an physischem Gold weiter aufzustocken.
