In der von geringem Handelsvolumen geprägten Woche rund um den US-Feiertag „Thanksgiving“ gelang es dem Goldpreis über den Widerstand bei 2.000 US-Dollar auf ein 6-Monatshoch bei 2.018 US-Dollar anzusteigen. Auch dem Silberpreis gelang ein Sprung über einen wichtigen Abwärtstrend bei 23,90 US-Dollar in der letzten Handelswoche, was ein kurzfristig bullisches Signal ist. Charttechnisch wäre ein Folgeanstieg bis 2.080 US-Dollar denkbar, jedoch fehlen bisher Anschlusskäufe, die den bullischen Ausbruch während der Feiertage bestätigen würden.

Ein unverändert schwacher US-Dollar, der sich an der Unterstützung bei 103 Punkten zu stabilisieren beginnt, unterstützte diese positive Entwicklung. Beide Edelmetalle müssen diesen Preisanstieg durch neue Hochs in dieser Woche bestätigen, sonst drohen die Bullen zu Höchstkursen abgefischt zu werden. Sollte der US-Dollar wieder zur Stärke neigen, würde das den Ausbruch der beiden Edelmetalle konterkarieren, weshalb die Bullen unbedingt Stop-Loss-Orders platzieren sollten, um keine Verluste zu erleiden, sollten Gold und Silber in ihre vorherigen Handelsspannen zurückfallen und somit das bullische Signal negieren.

Der Goldpreis stieg über einen Widerstand bei 2.000 US-Dollar auf ein 6-Monatshoch an

Infolge des schwachen US-Dollars und des hohen Goldpreises verbuchten auch die Goldminenaktien deutliche Gewinne in der letzten Handelswoche. Der HUI-Goldminenindex stieg erneut bis an den Widerstand bei 230 Punkten an. Steigt der Goldpreis weiter, so dürften Investoren auch sukzessive in Goldminen investieren und deren Notierungen durch die Decke gehen. Bei unter 200 Punkten gab ich das Signal Minen zurückzukaufen, nachdem ich bei 280 Punkten im April zum Verkauf riet. Da eine Rezession unmittelbar bevorsteht, sollte man auch hier das Risiko managen, denn ein finaler Rücksetzer nochmals auf unter 200 Punkte in den nächsten Monaten ist aktuell nicht auszuschließen.

Die Goldminenaktien sind noch immer zu günstig

Vergleicht man die Goldminen mit dem Goldpreis, so zeigt sich, dass diese aktuell günstiger sind als zur Jahrtausendwende. Als Gold in 2011 bei über 1.900 US-Dollar gehandelt wurde, war die Bewertung der Goldminenaktien dreimal höher.

Die Goldminenaktien sind zum Goldpreis günstiger als vor einem viertel Jahrhundert

Getrieben wird der Goldpreis von der Markterwartung, dass die US-Notenbank das Ende ihres Zinserhöhungszyklus erreicht hat und man im kommenden Jahr Zinssenkungen erwartet. In der Tat sinken die Inflationsraten aufgrund der der anhaltenden Deflation bzw. der sinkenden Geld- und Kreditgeldmenge. Die QT-Programme der Notenbanken laufen aktuell unvermindert weiter, während die Kreditvergabe der Geschäftsbanken schrumpft. Es gibt eine positive Korrelation der Geldmengenausweitung und dem Anstieg der Konsumentenpreise, weshalb es logisch ist, dass sich der Anstieg der Konsumentenpreise vorerst einmal abkühlen und später womöglich rückläufig sein wird.

Die Märkte erwarten sinkende Zinsen und einen neuen Konjunkturzyklus anstatt einer Rezession. Angesichts des historisch starken Anstiegs der Zinsen bei historisch hohen Schuldenniveaus ist das jedoch ausgeschlossen. Die Rezession steht vor der Türe und sie wird die Märkte bald hart treffen.

Eine Rezession ist angesichts der der hohen Zinsen und Schulden unvermeidbar

Wie lange werden die Notenbanken in einer Rezession die Füße stillhalten, bevor sie „stimulierend“ eingreifen werden? Früher oder später werden sie auf eine neue Rezession und Kreditausfälle mit dem erneuten Drucken von Geld reagieren. Dies wird zu einer stark ausgeprägten Stagflation führen, in der der Standardaktienmarkt und Anleihen für Investoren uninteressant werden. Die dann stark weiter steigenden Zinsen werden viele Investoren auf dem falschen Fuß erwischen.
Es wird nur noch wenige sichere Häfen geben, wie Gold, Silber und Minenaktien, die von jedem Investor gesucht werden, weshalb deren Bewertungen stark zulegen werden.

Gold ist der sichere Hafen in einer Stagflation

Bis es zu neuen QE-Programmen kommt, wird das deflationäre und rezessive Umfeld jedoch anhalten, was kurzfristig in den nächsten zwei Quartalen Gefahren für alle Märkte bringen wird. Edel- und Industriemetalle können in deflationären Rezessionen kurzzeitig teilweise stark unter Verkaufsdruck geraten. Man muss auf Sicht der nächsten Monate daher sehr vorsichtig und mit Stop-Loss Orders die Positionen absichern.

Die Investoren achten in dieser Woche auf die neuen Inflationszahlen des PCE Deflator, den Einkaufsmanagerindex sowie einer Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Freitagabend. Hohe Inflationszahlen und eine hawkishe Rede würden den Goldpreis belasten, wogegen niedriger ausfallende Inflationszahlen und ein dovishe Rede den Goldpreis stützen würden.

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.