Investoren haben zuletzt kräftig bei Gold zugegriffen. Nun warten sie auf US-Konjunkturdaten und geopolitische Nachrichten.
Das Top-Themen der vergangenen Tage an den Börsen war, dass das Oberste US-Gericht am Freitag einen Großteil der Strafzölle von US-Präsident Donald Trump gekippt hat. Kurz danach hat er das Gericht dafür scharf kritisiert und auf Basis einer anderen Rechtsgrundlage neue weltweite Strafzölle von 10 Prozent ab Dienstag, 24. Februar eingeführt. Zudem sollen die Zölle auf 15 Prozent erhöht werden.
Entgegen der Erwartung vieler Experten hat die Entscheidung des US-Gerichts für keine großen Ausschläge an den Aktienmärkten gesorgt, schließlich sind viele Experten unisono der Überzeugung, dass die Strafzölle kaum sinken, sondern vielmehr auf dem erhöhten Niveau bleiben werden – nur halt aufgrund anderer Rechtsgrundlagen.
In dem Umfeld sind die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen nur kurz gestiegen, weil Investoren wohl Sorge hatten, dass die USA nun den Großteil der Strafzölle an die US-Unternehmen zurückzahlen müssten, woraufhin das Haushaltsdefizit steigen würde.
Allerdings sind die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen anschließend gleich wieder auf Talfahrt gegangen, und liegen mit 4,05 Prozent in der Nähe des niedrigsten Niveaus seit Oktober 2024. Das hat den Goldpreis beflügelt.
Aktuell notiert das Edelmetall bei 5.200 Dollar je Unze, seit Jahresanfang ist der Preis damit um herbe 20 Prozent nach oben geschossen. Das kann sich mehr als sehen lassen und dürfte meiner Meinung nach noch längst nicht das Ende der Fahnenstange sein.
Da spielte es auch keine Rolle, dass der Dollar Index in den vergangenen paar Tagen ein bisschen gestiegen ist. Der Index spiegelt die Entwicklung des Greenback gegenüber 6 wichtigen Währungen wider, allen voran dem Euro.
Ein weiteres wichtiges Thema an den Börsen war die Eskalation zwischen den USA und dem Iran, nachdem das US-Militär immer mehr Flugzeugträger in den Nahen Osten verlegt hat. Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass es zu einem Angriff auf den Iran kommen könnte, was kurzfristig für kräftige Ausschläge beim Ölpreis, an den Aktienmärkten und beim Goldpreis sorgen könnte.
US-Daten im Fokus
Vor dem Hintergrund der obigen Themen, gerade der Strafzölle, könnten die neuesten Konjunkturdaten aus den USA ein wenig untergegangen sein. So war die US-Wirtschaft im vierten Quartal um annualisiert 1,4 Prozent gewachsen, das lag deutlich unter den Schätzungen der Volkswirte von annualisiert 2,8 Prozent. Der annualisierte Wert wird errechnet, indem man die Veränderung gegenüber dem Vorquartal mit 4 multipliziert.
Grund für das schwache Wachstum war der Shutdown, woraufhin der Staat nicht so viel Geld zum Fenster rauswerfen konnte wie erwartet. Das dürfte sich im ersten Quartal allerdings umkehren, was das Wirtschaftswachstum anheizen würde.
Zudem waren die US-Inflationsdaten leicht schlechter als erwartet, allerdings ging es diesmal nicht um die offizielle Inflationsrate. Vielmehr war der PCE-Preisindex im Dezember von 2,7 auf 2,9 Prozent gestiegen und lag damit leicht über den Erwartungen von 2,8 Prozent.
Außerdem ist die Kernrate des PCE-Preisindex, also der um Nahrungsmittel und Energie bereinigte PCE-Preisindex, von 2,8 auf 3,0 Prozent geklettert, und hat damit die Erwartungen von 2,9 Prozent leicht übertroffen. Die Kernrate ist der bevorzugte Inflationsindikator der Fed und liegt weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed.
Wie dem auch sei, die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen sind auf Talfahrt und stützen damit den Goldpreis, während gleichzeitig der Silberpreis zuletzt auf der Überholspur war und inzwischen wieder bei 90 Dollar je Unze liegt.
Warten auf US-Daten und geopolitische Nachrichten
Als nächstes rücken die US-Daten zu den Verkäufen neuer Häuser in den Fokus, sie werden am Mittwoch, 25. Februar um 16 Uhr veröffentlicht. Zwei Tage später am Freitag, 27. Februar folgen ebenfalls um 16 Uhr die Zahlen zu den US-Bauausgaben. Wie immer die jeweiligen Daten auch ausfallen sollten, wird das Auswirkungen auf US-Zinsen und Dollar und damit die Aktienmärkte und den Goldpreis haben.
Zudem gilt es natürlich weiterhin die Lage im Nahen Osten genau zu beobachten, weil auch das erhebliche Auswirkungen auf die Märkte haben kann.
Abgesehen von der kurzfristigen Entwicklung bleiben die Aussichten für Gold aber weiterhin glänzend. Daher macht es weiterhin Sinn, die Bestände an physischem Gold weiter aufzustocken, schließlich sollte es meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit sein, bis der Preis auf neue Rekordhochs steigt. Ich wüsste nicht, was die Rekordfahrt aufhalten könnte.
