Seit Donnerstag der vergangenen Woche fiel der Goldpreis bis Dienstag um rund 250 US-Dollar auf die Unterstützung bei 4.000 US-Dollar zurück, wo ein letzter Aufwärtstrend einen weiteren Abverkauf vorerst stoppte. Der Silberpreis korrigierte noch deutlicher und gab vom neuen Allzeithoch bei 54,40 US-Dollar bis auf eine Kreuzunterstützung im Bereich um 49,40 US-Dollar nach, wo die Bullen wieder auf das Parkett zurückkehrten und diese Korrektur kauften. Gold und Silber verengen sich nun sukzessive in Konsolidationsformationen. Der Goldpreis keilt sich zwischen einen Ab- und Aufwärtstrend ein, während sich der Silberpreis zwischen einem Aufwärtstrend und seinem Allzeithoch einkeilt. In den nächsten Handelstagen entscheidet sich, ob diese Formationen mit einem bullischen oder einem bärischen Ausbruch aufgelöst werden.

Da der Goldpreis zuletzt ein tieferes Hoch ausgebildet hat, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er nach unten ausbricht, was letztlich auch dazu führen dürfte, dass der letzte Aufwärtstrend bei Silber bricht. Ein weiterer Korrekturimpuls würde die letzten Verlaufstiefs im Gold bei rund 3.800 US-Dollar testen und voraussichtlich nach unten durchbrechen, womit deutlich tiefere Kursziele aktiviert würden. Silber dürfte dieser Bewegung folgen. Parallel dazu wertet der US-Dollar weiter auf. Der Euro fiel zum US-Dollar auf 1,157 US-Dollar, ebenso verlieren das britische Pfund und der japanische Yen. Der US-Dollar scheint am Beginn einer übergeordneten Erholungsbewegung zu stehen, die den Goldpreis kurz- bis mittelfristig tendenziell belasten sollte.

China treibt Goldnachfrage der Zentralbanken

China hat seine Devisenreserven im September nach Schätzungen des World Gold Council um rund 15 Tonnen Gold aufgestockt. Insgesamt beliefen sich die weltweiten Goldkäufe der Zentralbanken im selben Zeitraum vermutlich auf etwa 64 Tonnen und damit auf mehr als das Dreifache der 21 Tonnen im August. Im Oktober zeigte der chinesische Goldmarkt zudem eine für die Jahreszeit ungewöhnliche Stärke. Die Goldabflüsse von der Shanghai Gold Exchange stiegen auf 124 Tonnen und lagen damit über Vorjahr und Vormonat. Parallel dazu verzeichneten chinesische Gold-ETFs Zuflüsse von rund 34 Tonnen, wodurch ihr Bestand auf ein Rekordniveau von 227 Tonnen kletterte, während das Handelsvolumen in Gold-Futures an der Shanghai Futures Exchange deutlich anzog. Die chinesische Notenbank meldete im Oktober den zwölften Monat in Folge Goldkäufe, womit die offiziellen Goldbestände auf rund 2.304 Tonnen anwuchsen und der Goldanteil an den Währungsreserven auf etwa 8 % gestiegen ist.

Die Goldnachfrage der Notenbanken bestätigt den intakten mehrjährigen Trend einer breiteren Diversifikation der Devisenreserven zur Absicherung gegen geopolitische Risiken. Die Käufe der Zentralbanken, allen voran aus China, waren in den vergangenen drei Jahren ein wesentlicher Treiber des massiven Anstiegs des Goldpreises und werden entscheidend dafür sein, wie stark der Goldpreis im kommenden Jahr weiter zulegen kann.

Auf der Verbraucherseite könnte die jüngste Änderung der Mehrwertsteuer-Regelung in China zwar kurzfristig auf die Schmucknachfrage drücken, doch bleibt der Erwerb von Goldbarren über Mitglieder der Shanghai Gold Exchange, Gold-ETFs und Goldsparpläne von dieser Regelung ausgenommen, was die Investmentnachfrage weiter stützt.

Selbst wenn die Nachfrage aus China nachlassen sollte, so ergäbe sich zusätzliches Aufwärtspotenzial, wenn Fondsmanager und private Anleger beginnen, ihre Portfolios verstärkt zu diversifizieren. Die nach wie vor bisher geringen Zuflüsse in westliche ETF-Produkte in den vergangenen zwei Jahren zeigen, dass hier noch erhebliches Aufholpotenzial besteht und damit auch eine solide Unterstützung für den Goldpreis auf dem aktuell hohen Preisniveau vorhanden sein sollte.

CFTC-Rückstand: Aktueller CoT-Report erscheint erst Ende Januar

Die Verarbeitung und Veröffentlichung der Commitments-of-Traders-Daten (CoT) der US-Terminmarktaufsicht CFTC wurde infolge des US-Government-Shutdowns im Zeitraum vom 1. Oktober bis 12. November unterbrochen. Nach Wiederaufnahme des regulären Betriebs werden die Berichte nun in chronologischer Reihenfolge nachgeliefert, wie die CFTC inzwischen mitgeteilt hat. Für die kommenden acht Wochen ist jeweils dienstags ein zusätzlicher Report vorgesehen, sodass die CoT-Daten erst am 23. Januar wieder vollständig auf dem aktuellen Stand sein werden.

Für unser Trading sind die CoT-Daten ein sehr wichtiger Bestandteil, um die Märkte kurz- bis mittelfristig fundiert einschätzen zu können. Der heute Abend anstehende Report hat den Stichtag 30. September und ist damit weitgehend veraltet, sodass er kaum Mehrwert bietet. Entsprechend bleiben die Bedingungen für unseren Handel in den nächsten Wochen erschwert. Am Markt kursieren Vermutungen, dass durch diese Verzögerung bewusst zusätzliche Intransparenz geschaffen werden soll, um beispielsweise eine mögliche Stärke an den Gold- und Silbermärkten bis Jahresende zu verschleiern.

Die aktuelle Situation zwingt uns dazu, uns sehr kurzfristig an technischen Marken zu orientieren und von Signal zu Signal zu agieren, bis die Datenbasis wieder aktuell ist. Für unsere Premium-Abonnenten bedeutet dies mehr Updates und mehr Flexibilität im Trading.

Fed-Aussagen: Neues QE-Programm bereits am Horizont?

Die Tagesgeldmärkte zeigen seit kurzer Zeit erstmals wieder Anzeichen von Stress. Dies erinnert an die Zeit vor dem letzten QE-Programm, in der es auch Stress am Repo-Markt gab. Ein neues QE-Programm scheint nach den Aussagen von John Williams, Präsident der New Yorker Fed, nicht mehr weit entfernt zu liegen: „Basierend auf dem anhaltenden Druck am Repo-Markt und weiteren zunehmenden Signalen dafür, dass die Reserven von ‚reichlich‘ zu ‚ausreichend‘ übergehen, erwarte ich, dass wir diesen Punkt bald erreichen. Sobald es so weit ist, wird es an der Zeit sein, mit einem schrittweisen Ankauf von Vermögenswerten zu beginnen.“

Vor 2008 war der private Markt und nicht die Fed die wichtigste Quelle für Liquidität, seither ist die Notenbank zur zentralen Liquiditätsquelle geworden. Das QT-Programm hat dem System in den letzten Jahren rund ein Viertel der Liquidität entzogen, die Bankreserven beginnen zu sinken und es entsteht sukzessive deflationärer Druck. Das Bankensystem ist dank QE und Regulierung zwar weniger stark gehebelt als vor 2008, doch ohne die früheren privaten Liquiditätsanbieter bleibt bei erneuten Spannungen am Geld- und Repo-Markt letztlich nur die Fed als Kreditgeber. Die entscheidende Frage ist daher, ob die US-Notenbank eine Rezession mit einem ausgeprägten Bärenmarkt an den Aktienmärkten zulässt, ähnlich den Jahren 2000 – 2003, oder erneut frühzeitig mit einem neuen QE-Programm eingreifen wird. Dies wäre hochgradig inflationär und entsprechend bullisch für die Edelmetallpreise, da Investoren ein erneutes Geldmengenwachstum antizipieren und Kapital aus dem Anleihenmarkt verstärkt in inflationsgeschützte Anlagen umschichten würden.

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Durch QT hat die Fed dem System 27 % der Liquidität in den letzten vier Jahren wieder entzogen

Dank der QE-Programme ist das Kreditgeldsystem heute nicht mehr so stark gehebelt wie noch 2008. Die Fed könnte sich ein deflationäres Umfeld und einen Aktienbärenmarkt leisten.

Gold in japanischen Yen nähert sich Allzeithoch

Die langfristigen Zinsen für 30-jährige Staatsanleihen in Japan schlossen erstmals seit 30 Jahren wieder über der Marke von 3,3 %. Langfristige japanische Staatsanleihen geben weiter nach, da sich die Märkte auf einen höher als erwartet ausfallenden Nachtragshaushalt der neuen Regierung unter Takaichi Ende dieser Woche einstellen. Auch der japanische Aktienmarkt hat weiter an Wert verloren.

Aktuell verschärft sich die Bewegung am langen Ende der Zinskurve. Die Rendite der 30-jährigen JGBs stieg zuletzt auf rund 3,32 % und nähert sich damit ihrem historischen Hoch von 3,345 %, während die 40-jährigen Papiere mit etwa 3,7 % auf dem höchsten Niveau seit ihrer Einführung notieren. Gleichzeitig handeln die 10-jährigen Zinsen mit über 1,7 % auf einem Niveau, das seit der Finanzkrise nicht mehr gesehen wurde. Die heftigsten Verkäufe konzentrieren sich auf das Segment 20 bis 40 Jahre, was die Zinskurve deutlich steiler werden lässt und die Bank of Japan bereits zu punktuellen Stützungskäufen zwingen könnte.

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Die Zinsen für japanische Staatsanleihen steigen immer weiter an und der Carry-Trade bricht zusammen, was den Yen schwächt und weltweit Probleme verursacht

Yen-Carry-Trade kippt: Kapitalrückfluss nach Japan und globale Liquiditätsrisiken

Der starke Zinsanstieg in Japan hat die jahrzehntelang beliebten Yen-Carry-Trades massiv unter Druck gesetzt. Anleger, die sich zuvor günstige Yen geliehen und damit in höher verzinste Wertpapiere im Ausland investiert hatten, sehen sich nun zunehmend unattraktiveren Konditionen gegenüber und beginnen, ihre Positionen aufzulösen. Beim Schließen dieser Carry-Trades müssen sie Yen zurückkaufen, was tendenziell zu einer Aufwertung der japanischen Währung führt. Die Folge ist ein signifikanter Kapitalabzug aus den westlichen Märkten, da nun Gelder zurück nach Japan fließen, was die Refinanzierung in US-Dollar und Euro teurer macht. Das führt zu Liquiditätsengpässen, stärkeren Kurseinbrüchen und einer erhöhten Volatilität, insbesondere bei Aktien, Anleihen und Kryptowährungen wie Bitcoin.

Verstärkt wird diese Dynamik dadurch, dass große japanische Institutionen wie Versicherungen, Pensionskassen und Banken aufgrund höherer heimischer Renditen weniger Anreiz haben, im Ausland in Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen engagiert zu bleiben. Wenn diese Akteure beginnen, Positionen in amerikanischen und europäischen Anleihen zu reduzieren und Kapital heimzuholen, verschärft das den Verkaufsdruck an den globalen Renten- und Aktienmärkten zusätzlich.

Diese Entwicklung kann ein Auslöser tiefgehender Liquiditätsprobleme sein, vergleichbar mit früheren Finanzkrisen, da große Marktteilnehmer aufgrund gestiegener Finanzierungskosten gezwungen sind, Positionen zu schließen. In Kombination mit bereits angespannten Liquiditätslagen, etwa im US-Finanzsystem, entsteht das Risiko einer neuen Finanzkrise, bei der sowohl Aktien- als auch Kryptomärkte und Anleihen erheblich unter Druck geraten, weshalb die Fed bereits über neue QE-Programme nachdenkt.

Der japanische Yen hat in den letzten fünf Jahren rund 34 % zum US-Dollar stark abgewertet, trotz des Abverkaufs des US-Dollars im Rahmen des Debasement-Trades. Der USD/JPY hat zu Wochenbeginn ein neues Hoch knapp oberhalb von 155 Yen erreicht und einen wichtigen Widerstand durchbrochen, nachdem der Yen im vergangenen Monat die schwächste G10-Währung gegenüber dem US-Dollar war. Die strukturelle Schwäche des Yen dürfte fortbestehen und weitere Abwertungen begünstigen. Dies passt zu meiner Analyse, dass der US-Dollar am Anfang einer deutlichen Erholungsbewegung steht.

Zugleich hat diese Entwicklung in den vergangenen Jahren zu einem massiven Aufbau von Yen-Carry-Trades geführt. Kommt es in einem Stressszenario zu einer Rückabwicklung dieser Positionen, kann es temporär dennoch zu einer scharfen Aufwertung des Yen kommen, weil Investoren ihre Short-Positionen eindecken und Kapital nach Japan zurückfließt.

Wegen der starken Yen-Abwertung denkt die japanische Notenbank bereits über Stützungskäufe am Devisenmarkt nach, was das kurzfristige Aufwärtspotenzial von USD/JPY etwas begrenzen würde, jedoch nichts an der mittelfristigen Schwäche des Yen ändert. In den letzten sechs Jahren stieg der Goldpreis in japanischen Yen von 160.000 Yen auf mittlerweile 631.000 Yen, was einem Anstieg um rund 300 % entspricht. Jene Japaner, die ihre Altersvorsorge auf Gold gebaut haben, können weiterhin ihren verdienten Lebensabend genießen, während diejenigen, die sich nicht gegen Inflation abgesichert haben, einem sukzessiven Anstieg der Konsumgüterpreise gegenüberstehen, der ihre Ersparnisse weiter entwertet.

Dies sollte eine Mahnung für Investoren und Sparer im Euroraum sein, die im letzten Jahr von einem relativ starken Euro profitiert haben. Man sollte das Ende der aktuellen Korrektur bei Gold und Silber für Käufe nutzen, um sich für die kommenden Jahre gegen eine weitere Abwertung des Euro abzusichern.

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Der Bitcoin hat in den letzten 10 Jahren eine beeindruckende Rallye hinter sich

Der Bitcoin testet aktuell seinen steilen Aufwärtstrend – sollte dieser brechen, wäre ein Abverkauf auf unter 80.000 US-Dollar durchaus möglich.

Technische Analyse: Achterbahnfahrt am Goldmarkt

CoT-Analyse vom 26. September:

Wichtiger Hinweis: Aufgrund des Government Shutdown in den USA wurde die Veröffentlichung der CoT-Reports der CFTC im Zeitraum vom 1. Oktober bis 12. November ausgesetzt. Aktuell werden die Berichte rückwirkend nachgeliefert, wobei jeweils dienstags ein zusätzlicher Report erscheint. Bis der aktuellste CoT-Report wieder verfügbar ist, wird es voraussichtlich bis zum 23. Januar dauern. Der nachfolgende CoT-Report und die dazugehörige Analyse beziehen sich daher auf einen deutlich zurückliegenden Stichtag und bilden die aktuelle Marktpositionierung nur eingeschränkt ab.

Der Goldpreis stieg zur Vorwoche um 70 US-Dollar, während die Spekulanten in der gleichen Zeit mit 4 Tsd. Kontrakten Short gingen. Das zeigt in der letzten Woche erneut eine klare Stärke am Goldmarkt. Der CoT-Index zum Open Interest adjustiert hat sich sogar um 4,4 Punkte auf 12 Punkte verbessert, trotz des Preisanstiegs.

Das ist enorm und zeigt uns, dass es am Goldmarkt weiterhin starke physische Käufe gibt, deren Herkunft immer noch unbekannt ist. Der Terminmarkt ist es nicht, der seit einem Jahr den Goldpreis treibt. Es sind auch nicht die ETFs und auch nicht der Einzelhandel. Solange diese Käufe anhalten, kann der Anstieg weitergehen. Bis jetzt ist noch keine Schwäche sichtbar.

Interessant ist, dass die großen vier Händler am Terminmarkt im letzten Monat ihre Shortposition deutlich ausgeweitet haben – von 21 auf 36 Tage der Weltproduktion. Es scheint, dass man im Bereich um 4.000 US-Dollar ein zyklisches Hoch erwartet und dagegen wettet. Sollten die CoT-Daten weiterhin Stärke zeigen, muss man davon ausgehen, dass nach einer Konsolidierung auf diesem hohen Niveau über Wochen oder Monate ein weiterer Preisanstieg folgen könnte. Kurzfristig dürfte jedoch bei 4.000 US-Dollar zunächst ein Deckel drauf sein und der Goldpreis eher seitwärts handeln – auch wenn dieser CoT-Report noch Stärke zeigt. Das Potenzial für einen Long-Drop am Terminmarkt, der für eine stärkere Preiskorrektur sorgt, ist unvermindert gegeben, auch wenn die Daten besser sind als noch vor einem Jahr.

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Die spekulative Beteiligung an der neuerlichen Rallye ist unterdurchschnittlich

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Nach dem Short-Squeeze gehen die BIG 4 wieder Short am Terminmarkt.

Achterbahnfahrt mit Ausbildung eines tieferen Hochs

Nach einer Rallye von über 110 % seit Anfang des vergangenen Jahres ist die Rückschlaggefahr nahe dem Allzeithoch bei 4.381 US-Dollar weiterhin hoch, insbesondere da die letzte Rallye seit Ende August einen Preissprung von rund 1.000 US-Dollar brachte. Leider fehlen uns zum Zeitpunkt der Analyse immer noch die neuesten Terminmarktdaten der US-Terminmarktaufsicht CFTC, die aufgrund des längsten Government Shutdowns in der Geschichte der USA mit 43 Tagen nicht mehr veröffentlicht wurden. Für unser Trading am Devisen- und Rohstoffmarkt sind diese Daten essenziell, und wir müssen uns noch bis 23. Januar gedulden, bis uns wieder aktuelle Reporte zur Verfügung stehen. Erst Anfang Januar dürften die Reporte aktuell genug sein, dass sie uns wieder einen Mehrwert für das Trading bieten dürften.

Nachdem Anfang vergangener Woche das Ende des Government Shutdowns verkündet wurde, reagierten die Märkte zunächst positiv. Anleger rechneten mit einem weiteren Anstieg der Verschuldung, schwächeren Wirtschaftsdaten und niedrigerer Inflation, was die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung erhöhen sollte. Dies trieb den Goldpreis zu Wochenbeginn um fast 250 US-Dollar nach oben auf 4.245 US-Dollar.

Seit Donnerstag ging es mit Gold und Silber jedoch wieder bergab und der gesamte Wochenanstieg wurde nahezu negiert. Im Tief fiel der Goldpreis am Freitag auf 4.031 US-Dollar zurück und schloss bei 4.085 US-Dollar. Damit hat sich im Chart ein tieferes Hoch gebildet, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der Goldpreis als Nächstes weiter in den Bereich um 3.800 US-Dollar korrigieren dürfte. Einige Indikatoren zeigen auf dem aktuellen Niveau bereits Schwäche und trendfolgende Trader, Vermögensverwalter sowie Fondsmanager dürften dieses Muster erkennen.

Spätestens dann, wenn ein tieferes Tief ausgebildet wird, dürften viele trendfolgende Spekulanten ihre Positionen schließen, was eine weitere Korrektur bis in den Bereich von 3.500 bis 3.400 US-Dollar nach sich ziehen könnte und somit eine Bereinigung am Terminmarkt mit sich bringen würde. Damit würde die dritte Impulswelle mit dem 1.000-US-Dollar-Anstieg vollständig korrigiert, was typisch für die Endphase einer starken Aufwärtsbewegung ist.

Kurzfristig versuchen wir im Trading weiter zu shorten, mit einem Ziel bei etwa 3.800 US-Dollar bis 3.750 US-Dollar, wo wir im Daytrading alle Short-Positionen schließen würden. Bullisch würde das Chartbild erst wieder werden, wenn es dem Goldpreis gelingt, das Hoch der letzten Woche bei 4.250 US-Dollar zu überwinden. In diesem Fall dürfte das Allzeithoch bei 4.400 US-Dollar angelaufen werden, wo sich schließlich entscheidet, ob sich die Rallye weiter fortsetzt.

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In der letzten Woche hat der Goldpreis womöglich ein tieferes Hoch ausgebildet, was bärisch ist.

Goldpreis in Euro – Test der 200-Tagelinie möglich

Nachdem der Goldpreis in Euro über 2.900 € ausbrechen konnte, übertraf der darauffolgende Preisanstieg um 900 € je Feinunze selbst meine kühnsten Erwartungen. Das aktuelle Chartbild ähnelt stark dem des Goldpreises in US-Dollar. Da wir in den kommenden Wochen von einer weiteren Schwäche des Euro und einer diametral entgegengesetzten Stärke des US-Dollars ausgehen, liegt der Zielbereich für den Goldpreis in Euro im Bereich der 200-Tage-Linie sowie einer Kreuzunterstützung bei etwa 3.100 € je Feinunze.

Wir hatten bei 3.700 € ein Verkaufssignal gegeben und rechnen damit, unsere Short-Positionen im Bereich um 3.100 € schließen zu können, um anschließend wieder auf die Long-Seite zu wechseln. Selbst im optimistischen Szenario dürfte sich der Goldpreis in Euro kurzfristig eher seitwärts bewegen und kaum in der Lage sein, die starke Aufwärtsdynamik der letzten Monate fortzusetzen. Im kommenden Jahr erwarten wir jedoch, dass der Goldpreis das diesjährige Hoch von 3.764 € je Feinunze übertreffen und folgend über 4.000 € Richtung 5.000 € ansteigen dürfte. Man sollte daher das Ende der aktuellen Korrektur nutzen, um antizyklisch erneut auf einen weiteren Anstieg des Goldpreises zu setzen.

Ein Rücksetzer bis auf die 200-Tagelinie scheint gut möglich zu sein.

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.