CoT-Daten für Gold vom 17. November:

Der neueste Terminmarktreport für den Goldmarkt zeigte eine neutrale Wochenentwicklung und einen ausgeglichenen physischen Markt. Die Spekulanten gingen mit 9 Tsd. Kontrakten Short und der Preis fiel dabei um 8 US-Dollar. Mit einem CoT-Index von 48 Punkten sind die Daten nun wieder bestenfalls neutral und beide Richtungen – Long oder Short – haben grundsätzlich ähnliche Wahrscheinlichkeiten. Dennoch steht eine Rezession mittlerweile vor der Tür und wenn die Deflation zuschlägt, dann dürften die Bären obsiegen. Die neuesten Terminmarktdaten sprechen weiterhin eher für eine volatile Seitwärtsphase am Goldmarkt.

Die CoT-Daten sind wieder im neutralen Bereich

Die BIG 4 haben ihre Shortposition in den letzten Wochen wieder erhöht

Ich hatte Anfang Mai ein Verkaufssignal für Gold bei 2.005 US-Dollar gegeben mit dem Ziel bei 1.800 US-Dollar, da ich höhere Zinsen und einen erneut starken US-Dollar, sowie eine Fortsetzung der QT-Programme erwartet hatte. Diese Erwartung traf ein und das Korrekturziel bei 1.800 US-Dollar wurde im Oktober erreicht.

In der Woche vor dem Konflikt im Nahen Osten gab ich ein Trading-Kaufsignal, um auf eine technische Gegenbewegung bis ca. 1.870 US-Dollar zu wetten. Nach dem Beginn des Kriegs kam es zu einem Short-Squeeze und folgend einer Rallye bis zum Widerstand bei 1.980 US-Dollar, wo ich zu Gewinnmitnahmen riet.

Aus Sicht des Tradings gab es mit dem Anstieg über 2.000 US-Dollar ein charttechnisches Kaufsignal, das man annehmen durfte, da die CoT-Daten noch neutral sind. Aktuell handelt der Goldpreis 15 US-Dollar darüber und man sollte eine Long-Position auf Break-Even mit einem Stop-Loss absichern. Da der Ausbruch über 2.000 US-Dollar im dünnen Feiertagshandel und dem verlängerten Wochenende rund um Thanksgiving stattfand, ist die Nachhaltigkeit des Ausbruchs fraglich. Auch die fehlenden Anschlusskäufe sind kein gutes Zeichen und im aktuellen deflationären Umfeld gibt es erhebliche Risiken. Womöglich liefern PCE, ISM und die Rede von Powell in dieser Woche neuen Zündstoff für eine Fortsetzung des Anstiegs. Für alle Fälle sollte man einen Stop-Loss platzieren, denn sollte der Goldpreis zurück unter die Marke von 2.000 US-Dollar fallen, so würde sich das Kaufsignal negieren und die Bären das Ruder übernehmen, worauf die 1.900 US-Dollar schnell wieder greifbar würden. Im bullischen Fall hätte der Goldpreis aktuell Luft bis 2.080 US-Dollar, wo man womöglich im Trading schon wieder Gewinne einstreichen müsste.

Der Goldpreis handelt wieder über der Marke von 2.000 US-Dollar

Goldpreis in Euro

Bereits im März schrieb ich, nachdem wir nahe dem Allzeithoch alle Gewinne mitgenommen hatten, dass eine Korrektur bis auf 1.740 Euro sehr wahrscheinlich sei:

„Eine Korrektur bis auf 1.740 Euro wäre denkbar in den nächsten Wochen und Monaten. Da der Euro jedoch auch abwerten dürfte, sollte man diesen Rücksetzer in den Bereich zwischen 1.700 Euro und 1.740 Euro für neuerliche Käufe nutzen.“

Wer meinem Verkaufssignal gefolgt war, konnte auf der Shortseite einen schönen Profit machen und Gold in Euro 140 Euro günstiger wieder zurückkaufen

Anfang Oktober schrieb ich:

„Wer mittel- bis langfristig kauft, findet bei einem weiteren Rücksetzer auf 1.740 Euro bereits wieder ein gutes Kaufsetup, insbesondere angesichts einer wahrscheinlich weiteren Euroabwertung.“

Der erneute Rücksetzer auf 1.740 Euro stellte sich wieder als Chance dar, die 180 Euro je Feinunze brachte. Sollte es im Rahmen einer Rezession und Deflation noch einmal zu einem Rücksetzer auf die Unterstützung bei 1.740 Euro kommen, dann darf man diesen nicht verpassen, denn dem Euro steht in den nächsten 12 Monaten eine weitere deutliche Abwertung bevor, auf die der Goldpreis in Euro mit einem Preisanstieg reagieren wird.

Dass der Goldpreis wieder auf 1.800 Euro gefallen war, zeigte auch, dass die Risikoprämie aufgrund des Konflikts im Nahen Osten langsam ausgepreist wird. Aktuell ist eine trendlose Phase das wahrscheinlichste Szenario, solange das deflationäre Umfeld anhält. Ein erneuter Rücksetzer auf 1.740 Euro würde eine erneute Kaufchance bieten, die man nicht verpassen sollte.

 

Der Goldpreis in Euro sollte von einer weiteren Euroschwäche profitieren. Ein Rücksetzer auf 1.740 Euro war wiederholt eine geschenkte Kaufgelegenheit

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.