Nach dem zwischenzeitlichen Kursrückgang sind die Aktienmärkte wieder auf Höhenflug, während der Silberpreis auf Rekordhochs nach oben geschossen ist. Umso wichtiger ist die Fed-Sitzung.
In den letzten Wochen des Jahres 2025 ist die Stimmung vieler Anleger hervorragend. Nach dem Anstieg der vergangenen Wochen liegt der S&P500 um weniger als ein Prozent unter den Rekordhochs, während der Index seit Jahresanfang um 16 Prozent zugelegt hat. Beim DAX sieht die Lage sogar noch besser aus, zwar notiert er um zwei Prozent unter dem Rekordhoch, seit Jahresanfang hat er allerdings um stattliche 21 Prozent zugelegt.
Das alles ist allerdings geradezu „peanuts“ im Vergleich zur Kursexplosion an den Edelmetallmärkten. Der Goldpreis ist seit Jahresanfang um 60 Prozent nach oben geschossen und notiert bei rund 4.200 US-Dollar je Unze, während Silber sogar um 110 Prozent explodiert ist und am Rekord von 61,35 US-Dollar je Unze notiert.
Grund für die Party an den Edelmetallmärkten ist die Politik von US-Präsident Donald Trump, der die Fed-Mitglieder wiederholt dazu gedrängt hat, den Leitzins drastisch zu senken. Zudem hat Trump offen gesagt, dass er einen schwachen US-Dollar anstrebt. Das ist das perfekte Rezept für massiv steigende Preise bei Gold und Silber.
Alle Augen auf die Fed-Sitzung
Umso gespannter warten Investoren auf die Fed-Sitzung am Mittwochabend, 10. Dezember. Für viele Investoren ist es ausgemachte Sache, dass die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 3,5 bis 3,75 Prozent senken wird, schließlich ist der US-Arbeitsmarkt schwach. Laut ADP hat die US-Privatwirtschaft im November 32.000 Jobs abgebaut, Volkswirte hatten hingegen einen Aufbau um rund 20.000 vorhergesagt.
Von großer Bedeutung wird es daher sein, wie viele Abweichler es diesmal geben wird. Werden möglicherweise 4 der 12 stimmberechtigten Fed-Mitglieder gegen eine Zinssenkung stimmen? Immerhin ist die Inflationsrate weiterhin deutlich erhöht.
Zudem werden Investoren genau darauf achten, welchen Kurs die Fed für 2026 signalisiert. An den Märkten sind weitere Zinssenkungen um rund 50 Basispunkte auf dann 3,0 bis 3,25 Prozent bis Ende 2026 eingepreist.
Was wird aber die Fed in ihren Projektionen andeuten, möglicherweise eine Senkung um lediglich 25 Basispunkte? Das könnte kurz für Unruhe an den Märkten sorgen, dabei sollten Investoren nicht vergessen, dass die Projektionen der Fed nur eine geringe Bedeutung haben und die Märkte üblicherweise selbst vorgeben, was die Fed später tut.
Zur Erinnerung: Nach der bislang letzten Fed-Sitzung am 29. Oktober hatte Fed-Chef Jay Powell auf der anschließenden Pressekonferenz – entgegen seines üblichen Verhaltens – Folgendes gesagt: „Eine Zinssenkung im Dezember ist keine ausgemachte Sache, bei Weitem nicht.“
Und was ist innerhalb der darauffolgenden 6 Wochen passiert: Es gab seitdem etliche schwache Daten vom Arbeitsmarkt, woraufhin sich der Chef der Fed von New York, John Williams, zuletzt für eine Zinssenkung im Dezember ausgesprochen hat. Und genau diese sollte meiner Meinung nach nun auch kommen.
Allerdings dürfte Powell diesmal signalisieren, dass die Fed bei der darauffolgenden Sitzung am 28. Januar 2026 den Leitzins nicht senken will. Das ist keine Überraschung für viele Investoren, schließlich liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei lediglich rund 20 Prozent.
Dabei verlieren Powells Aussagen zunehmend an Bedeutung, schließlich endet seine Amtszeit als Fed-Chef am 15. Mai 2026. Und Trump hat wiederholt klar gemacht, dass sein Nachfolger nur jemand werden wird, der die Zinsen drastisch senken wird, womit wir wieder bei der Kursexplosion bei den Edelmetallen wären.
Deutschland startet Schuldensause
Im Gegensatz zur üblicherweise miserablen Nachrichtenlage aus Deutschland gab es zuletzt ein paar überraschend gute Nachrichten. So war die Industrieproduktion hierzulande im Oktober um 1,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im gleichen Monat legte der Auftragseingang für die Industrie um 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat zu. Dass die Zuwächse jeweils von sehr niedrigen Niveaus aus erfolgten, wissen Sie genauso gut wie ich.
Umso gespannter bin ich, ob es der völlig reformunwilligen Regierung von Friedrich Merz gelingen wird, mit der geplanten Schuldensause im Jahr 2026 tatsächlich ein konjunkturelles Strohfeuer zu entfachen.
Schließlich genügt es nicht, nur massiv Schulden zu machen, man muss auch die Menschen haben, die die Straßen und Brücken tatsächlich bauen etc. Ich wüsste aber absolut nicht, wie unsere Regierung das schaffen will, schließlich hört man alltäglich nur Meldungen über Job-Abbau hierzulande, gerade in der Industrie. Die alltäglichen News sind mehr als frustrierend.
Dass Merz‘ Schuldensause die Inflation in Deutschland und damit in der Eurozone anheizt, sollte jedermann klar sein, zumal vor dem Hintergrund auch die hochverschuldeten Südländer, allen voran Frankreich, keinen Grund zum Sparen sehen werden, sondern die Schuldensause fortsetzen werden.
Zur Erinnerung: Die Staatsschulden Frankreichs sind zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025 um herbe 186,6 Milliarden Euro auf den Rekord von 3,4 Billionen Euro gestiegen – das sind herbe 115,8 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung.
Bei Deutschland waren es zuletzt „nur“ 62,4 Prozent, allerdings wird dieser Wert in den nächsten Jahren leider kräftig steigen.
Umso wichtiger ist es, sich gegen diese unverantwortliche Politik der deutschen Regierung und jener vieler anderer Euro-Länder mit dem Besitz von physischem Gold zu schützen.
Unabhängig davon, wie der Goldpreis kurzfristig auf die Fed-Sitzung reagieren wird, bleiben die mittel- und langfristigen Aussichten für das Edelmetall hervorragend. Es sollte in sämtlichen Fiat-Währungen, wie Euro, US-Dollar, Yen, Schweizer Franken etc. auf immer neue Rekordhochs steigen. Daher macht es weiter Sinn, die Bestände an physischem Gold weiter aufzustocken. Und selbstverständlich bleibt auch Silber aussichtsreich.
