Die USA und Iran haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause verständigt. Investoren warten auf wichtige US-Inflationsdaten.
Kursexplosion an den Aktienmärkten: Die USA und Iran haben sich auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt, laut US-Präsident Donald Trump sei die Bedingung, dass die Straße von Hormus „vollständig“ und „sofort“ geöffnet werde. Der Iran hat angekündigt, eine Passage durch die Straße sei „möglich.“
Zwar hat das Weiße Haus angekündigt, dass auch Israel der Feuerpause zugestimmt habe. Allerdings hat ein israelischer Militärvertreter gesagt, dass das Land den Iran weiterhin angreifen werde.
Dennoch ist der Ölpreis der US-Sorte WTI um rund 15 Prozent auf rund 95 Dollar je Barrel kollabiert, während jener der Nordseesorte Brent um 12 Prozent auf 93 Dollar abgeschmiert ist. Daraufhin sind die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen um 6 Basispunkte (0,06 Prozentpunkte) auf 4,24 Prozent eingebrochen, was den Dollar mit nach unten gerissen hat.
Im Gegenzug ist der DAX um mehr als 5 Prozent auf 24.150 Punkte nach oben geschossen. In dem Umfeld hat der Goldpreis um 2,6 Prozent auf 4.830 Dollar je Unze zugelegt, das ist ein Drei-Wochen-Hoch. Damit bewegt sich die Notierung des Edelmetalls zusehends in die Richtung des Rekordhochs von Ende Januar.
Warten auf Fed-Protokoll und US-Inflationsdaten
Nach der großen Erleichterung warten Investoren auf das Fed-Protokoll der Sitzung vom 18. März, das am Mittwochabend, 8. April um 20 Uhr veröffentlicht wird. Bei der damaligen Pressekonferenz hatte der scheidende Fed-Chef Jay Powell gesagt, dass es keine Zinssenkungen geben werde, falls der Inflationsdruck nicht nachlassen sollte.
Zudem kenne niemand die Folgen des Iran-Kriegs bzw. der steigenden Ölpreise. Meiner Meinung nach sollte nichts Überraschendes im Fed-Protokoll stehen, aber man weiß nie.
2 Tage später am Freitag, 10. April folgen wichtige US-Inflationsdaten. Laut den Schätzungen der Volkswirte soll die Inflationsrate im März aufgrund des Iran-Kriegs von 2,4 auf 3,4 Prozent nach oben geschossen sein. Allerdings soll die Kernrate, also die um Nahrungsmittel und Energie bereinigte Inflationsrate, lediglich etwas geklettert sein von 2,5 auf 2,7 Prozent.
Mich würde es nicht überraschen, wenn die Inflationsdaten etwas besser ausfallen würden als erwartet, schließlich sind zuletzt 40 Prozent der Daten geschätzt worden. Sie lesen richtig: „40 Prozent der Daten“ sind „geschätzt worden.“ Vor Trumps Amtsantritt im Januar 2025 waren es nur 8 bis 10 Prozent.
Da ist es doch kein Wunder, dass die Daten in den vergangenen Monaten ein ums andere Mal „überraschenderweise“ besser ausgefallen sind als erwartet!
Sollten die Inflationsdaten für März tatsächlich zumindest etwas besser ausfallen als erwartet, sollten die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen und der Dollar weiter nachgeben, womit der Goldpreis weiterhin von 2 Seiten aus Rückenwind hätte.
Mit der Feuerpause im Iran-Krieg haben sich die kurzfristigen Aussichten für den Goldpreis deutlich aufgehellt, weshalb er weiter nach oben tendieren sollte. Die mittel- und langfristigen Perspektiven für das Edelmetall sind ohnehin weiter prächtig. Vor dem Hintergrund sollte es sich lohnen, die Bestände an physischem Gold weiterhin aufzustocken.
