Die Preise der Edelmetalle haben zuletzt kräftig geschwankt. Unabhängig davon bleiben die mittel- und langfristigen Perspektiven hervorragend.

Ich hoffe, Sie hatten ein paar schöne Weihnachtstage. Derweil waren die Preise der Edelmetalle zuletzt auf einer heftigen Berg- und Talfahrt. Nachdem der Silberpreis am Freitag, 26. Dezember um 10 Prozent auf den Rekord 79,33 Dollar je Unze nach oben geschossen war, war er am Montag, 29. Dezember kurz nach Mitternacht sogar bis auf rund 83,50 Dollar gestiegen, ehe eine heftige Verkaufswelle nach unten begann.

Nachdem sich die Notierung anschließend deutlich erholt hat, notiert sie aktuell bei rund 74 Dollar, seit Jahresanfang steht damit ein Kursgewinn um sensationelle 156 Prozent zu Buche.

Ähnlich wie bei Silber sah die Entwicklung bei Gold in den vergangenen Tagen aus, nach dem Rekordhoch vom 4.533 Dollar je Unze am vergangenen Freitag, gefolgt von rund 4.540 Dollar am Montag kurz nach Mitternacht ging es auf inzwischen 4.360 Dollar nach unten. Seit Jahresanfang hat der Preis damit aber immer noch um hervorragende 65 Prozent zugelegt.

Für den jüngsten Kurseinbruch bei den Edelmetallen gibt es kaum fundamentale Gründe, vielmehr dürften etliche Banken den Preis über den Futures-Markt künstlich nach unten manipuliert haben, zumal Tesla-Chef Elon Musk am Samstagfrüh getwittert hatte, dass der rasante Anstieg beim Silberpreis nicht gut sei, weil das Metall in vielen industriellen Prozessen gebraucht werde – gemeint ist nicht zuletzt bei Batterien für E-Autos, sowie in Solarzellen.

Zudem hatte die Derivatebörse Chicago Mercantile Exchange (CME) am Freitag angekündigt per Montag, 29. Dezember die Margin für Gold-, Silber- und andere Metall-Futures deutlich zu erhöhen. Demnach müssen die Spekulanten also mehr Sicherheiten hinterlegen, woraufhin etliche von ihnen lieber den Verkaufen-Knopf gedrückt haben.

Nach der vorherigen Kursexplosion der vergangenen Monate bei Gold und gerade bei Silber kann es daher kurzfristig zu stark erhöhter Volatilität kommen, gerade bei Silber, zumal die CME die Margin jederzeit erneut deutlich anheben könnte.

Trumps Politik treibt Edelmetallpreise nach oben

Abgesehen davon hat sich an den Aussichten für Gold und Silber aber absolut nichts geändert, schließlich strebt US-Präsident Donald Trump – wegen Staatschulden von horrenden 38,4 Billionen Dollar und einem Haushaltsdefizit von rund 2,0 bis 2,5 Billionen Dollar – weiterhin stark sinkende Leitzinsen an, was die Konjunktur ankurbeln und die Inflation anheizen würde. Gleichzeitig soll der Dollar schwach sein.

Damit bleibt das Umfeld für Gold und für Silber hervorragend, wobei Silber in den nächsten Monaten und Quartalen noch deutlich stärker steigen könnte als der Goldpreis selbst, zumal China am 30. Oktober Exportbeschränkungen für Silber zum 1. Januar 2026 angekündigt hat.

Nun warten Investoren, wie die Exportquoten genau aussehen werden, die Infos hierfür müssen vor dem Implementierung am 1. Januar bekanntgegeben werden. Je weniger Silber von China aus exportiert werden würde, umso knapper würde das Metall auf dem Weltmarkt werden, was für Aufwärtsdruck bei den Preisen sorgen würde.

Warten auf Fed-Protokoll

Wegen des Feiertags am 1. Januar ist wie schon die vorherige auch diese Handelswoche an den Börsen verkürzt. Vor dem Hintergrund der wenigen Konjunkturdaten schauen sich Investoren das Fed-Protokoll an, dass am Dienstagabend, 30. Dezember um 20 Uhr veröffentlicht wird.

Bei der Fed-Sitzung am 10. Dezember hatte die Fed mit der Ankündigung überrascht, dass die Fed bereits am 12. Dezember wieder die Notenpresse anwerfen werde. Das können Sie in dem Beitrag „Rückkehr der Fed zum Gelddrucken…“ nachlesen.

Ansonsten gilt es weiterhin, die Entwicklung der Zinsen für 10-jährige US-Anleihen, sowie jene des Dollar zu beobachten. Die Zinsen sind zuletzt auf 4,12 Prozent gesunken und nähern sich damit dem 52-Wochen-Tief von 4,0 Prozent.

Gleichzeitig ist der Dollar Index auf Talfahrt und nähert sich allmählich den Vier-Jahres-Tiefs, damit hat der Goldpreis – und damit auch der Silberpreis – weiterhin von zwei Seiten aus Rückenwind. Der Dollar Index spiegelt die Entwicklung des Dollar gegenüber 6 wichtigen Währungen wider, allen voran dem Euro.

Wie oben geschrieben könnte es kurzfristig zu stark erhöhter Volatilität bei den Edelmetallpreisen kommen, gerade bei Silber, je nachdem, ob und wie sehr die CME die Margen erhöht.

Ich wünsche Ihnen dennoch einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2026, wobei ich zuversichtlich bin, dass nach der möglichen Volatilitätsphase die Rekordfahrt bei Gold und Silber klar weitergehen sollte.

Lassen Sie sich also von einer kurzfristig erhöhten Volatilität nicht verunsichern, sondern warten Sie auf eine Beruhigung der Lage ab, um die physischen Bestände bei Gold und Silber weiter aufzustocken – denn meiner Meinung nach sollte die Rekordfahrt bei den Edelmetallen nicht nur 2026, sondern auch in den Folgejahren weitergehen.