Der Goldpreis ist ebenso auf Höhenflug wie der US-Aktienmarkt. Investoren warten gespannt auf US-Inflationsdaten am Freitag.

Wer hätte mit einer derart sensationellen Rally beim Goldpreis Anfang 2025 gerechnet? Zuletzt ist die Notierung des Edelmetalls bis auf den Rekord von knapp unter 3.784 Dollar je Unze nach oben geschossen, was einem Kursanstieg um herbe 44 Prozent seit Jahresanfang entspricht – Wahnsinn!

Sollte der Preis in den nächsten Wochen und Monaten bis auf knapp 3.940 Dollar je Unze klettern, wovon ich klar ausgehe, stünde damit ein Kursplus von sensationellen 50 Prozent seit Jahresanfang zu Buche.

Da hätten Sie und ich noch mehr Grund zur Freude als ohnehin schon, zumal das der mit weitem Abstand größte Anstieg wäre seit 1979, als ein Kursanstieg um unglaubliche 133,4 Prozent zu Buche stand.

Die Ursachen für die derzeitige Rally beim Goldpreis ebenso wie am US-Aktienmarkt habe ich in den vergangenen Monaten zahllose Male aufgezeigt. Einerseits ist das die Hoffnung auf eine kräftige Zinssenkungsrunde der Fed, woraufhin die Talfahrt bei den Zinsen für 10-jährige US-Anleihen weitergehen sollte, nachdem die Zinsen zwischenzeitlich etwas gestiegen waren.

Und andererseits der schwache Dollar, den US-Präsident Donald Trump ebenso anstrebt wie die sinkenden Zinsen.

Anleihen-„König“ Gundlach warnt vor negativen Realzinsen

Nach der Fed-Sitzung vom 17. September, als die Fed den Leitzins um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 4,0 bis 4,25 Prozent gesenkt hatte, hat Anleihen-„König“ Jeff Gundlach vor Trumps Plänen bezüglich stark sinkender Zinsen eindringlich gewarnt. Gundlach sagte, dass es im Zuge einer möglichen drastischen Senkung der Leitzinsen im kommenden Jahr negative Realzinsen in den USA geben könnte.

Bei negativen Realzinsen liegt der Nominalzins, beispielsweise für 1-, 2- oder 10-jährige Anleihen, unterhalb der Inflationsrate. Das heizt laut Gundlach zwangsläufig die Konjunktur und damit die Inflation an und höhle dadurch den Dollar aus. In den vergangenen Monaten habe ich wiederholt geschrieben, dass negative Realzinsen ein hervorragendes Umfeld für Gold wären.

Offenbar nehmen die Befürchtungen vieler Investoren rapide zu, dass es 2026 tatsächlich zu negativen Realzinsen in den USA kommen könnte und greifen daher umso stärker bei Gold zu. Vor dem Hintergrund ist meiner Meinung nach noch längst kein Ende der Fahnenstange beim Goldpreis in Sicht.

Warten auf Daten vom US-Häusermarkt…

Nun warten Investoren auf die nächsten Konjunkturdaten aus den USA, am Mittwoch, 24. September (16 Uhr deutscher Zeit) werden die Zahlen zu den Verkäufen neuer Häuser veröffentlicht, tags drauf am Donnerstag folgen jene zu den Verkäufen bestehender Häuser (ebenfalls 16 Uhr).

Der Immobilienmarkt hat lange Zeit unter den hohen Hypothekenzinsen gelitten, ehe sie zuletzt deutlich nach unten gedreht sind. Ob das tatsächlich den Immobilienmarkt ankurbelt, müssen allerdings die nächsten Monate zeigen. Schließlich treiben sinkende Hypothekenzinsen die ohnehin sehr hohen Preise für Häuser und Wohnungen noch weiter in die Stratosphäre, womit sie noch unerschwinglicher würden als ohnehin schon, weil die monatlichen Hypothekenraten weiter steigen könnten. Viele Amerikaner mit mittlerem Einkommen können sich schon längst kein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung mehr leisten.

… und zur US-Inflation

Am Freitag, 26. September werden dann die US-Inflationsdaten bekanntgegeben. Dabei geht es diesmal allerdings nicht um die offizielle Inflationsrate, sondern um den PCE-Preisindex, bzw. die Kernrate des PCE-Preisindex, letztere ist der bevorzugte Inflationsindikator der Fed.

Der PCE-Preisindex soll im August leicht steigen auf 2,7 Prozent, nach 2,6 Prozent für Juli. Hingegen soll die Kernrate bei 2,9 Prozent stagnieren. Damit liegt sie zwar deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel der Fed. Das sollte sie allerdings dennoch nicht davon abhalten, bis Ende 2025 den Leitzins um insgesamt 50 Basispunkte auf dann 3,5 bis 3,75 Prozent zu senken.

Sollten die Daten zum PCE-Preisindex auch nur minimal besser sein als erwartet, dürften die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen deutlich sinken und gleichzeitig den Dollar mit nach unten ziehen. Das würde die Rekordfahrt am US-Aktienmarkt und gerade auch bei Gold einmal mehr anheizen.

Ansonsten verfolge ich weiterhin gespannt, was bei US-Zinsen, Dollar, am Aktienmarkt in Deutschland und den USA, beim Öl- und beim Goldpreis passiert. Ich bleibe der Überzeugung, dass die Rekordfahrt bei der Notierung des Edelmetalls klar weitergehen sollte.

Vor dem Hintergrund macht es weiter Sinn, die Bestände an physischem Gold weiter deutlich aufzustocken.

Über den Autor

Egmond Haidt begann nach seiner Bankausbildung und dem BWL-Studium im Jahr 2000 als Redakteur bei BÖRSE ONLINE. Seit dem Verkauf von BÖRSE ONLINE an den Finanzen Verlag im Januar 2013 arbeitet Egmond als freier Finanzjournalist und schreibt über Themen wie Wirtschaft, Aktien, Währungen, Rohstoffe und Edelmetalle. Seit der 2008er-Schuldenkrise beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Gold.