Aufgrund des US-Feiertages „Thanksgiving“, veröffentlicht die US-Terminmarktaufsicht die neuesten Daten erst am Montag, den 28.11.2022 um 21:30 mit Verspätung. Deshalb folgt aktuell die Analyse zum immer noch aktuellen Co T-Report vom 15.11.2022.

Die Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 49 auf 54 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 erhöhte sich von 64 auf 72 Tage.

Hier gingen die BIG4 mit 5 Tagen short und die BIG8 mit 8 Tagen der Weltproduktion. Der Preis stieg nur um geringe 20 US-Cent, doch gingen die Spekulanten mit 7,3 Tsd. Kontrakten Long. Das ist neutral. Ich hatte schon einen massiven Aufbau der spekulativen Position gefürchtet, doch dieser Report fiel neutral aus.

Berücksichtigt man, dass auch die BIG 4 gegenhielten, ist der Report relativ gut. Es scheint, dass Spekulanten diesem Anstieg noch nicht getraut haben. Der CoT-Index liegt mit 50 Punkten zum Open Interest und absolut bei 67 Punkten nur im neutralen Bereich. Das bedeutet, dass Silber erst einmal Gold nicht outperformen wird und Rücksetzer nach dem Erreichen technischer Widerstände wahrscheinlich geworden sind.

Silber kann nur mit Gold weiter ansteigen und wird womöglich erst in der letzten Phase des Anstiegs outperformen im nächsten Jahr. Es macht daher Sinn immer wieder Gewinne an technischen Widerständen mitzunehmen.

CoT Silber 28.11.2022 Bild 1

Im Verhältnis zum Open Interest sind die CoT-Daten mit einem CoT-Index von 50 Punkten nur noch neutral

Die Position der BIG4 ist immer noch relativ hoch

In der vorletzten Woche erreichte der Silberpreis den Widerstand bei 22 US-Dollar, der zuvor über zwei Jahre hinweg eine signifikante Unterstützung gebildet hatte. Die Handelsspanne zwischen 18 US-Dollar auf der Unterseite und 21 US-Dollar auf der Oberseite ist noch immer intakt. Gelingt ein Anstieg darüber, so würde es ein kurzfristiges Kaufsignal mit dem Ziel bei 22 US-Dollar geben. Zeigt sich der Goldpreis währenddessen stark, so dürfte ein weiterer Preisanstieg bis 28 US-Dollar im nächsten Jahr folgen.

Kurzfristig wäre ein Rücksetzer auf 19 US-Dollar noch einmal möglich, womit die Handelsspanne in diesem Jahr noch intakt bleiben könnte. Risiken und Chancen im neuen Jahr wird die Rezession bringen. Einerseits wird die industrielle Nachfrage abnehmen, doch andererseits wird die US-Notenbank bei einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, aufgrund ihres Mandats, gezwungen sein mit weiteren QE-Programmen zu intervenieren, worauf die Investmentnachfrage stark zunehmen dürfte. Spätestens mit einem Eingreifen der Notenbank sollte der Silberpreis wieder in die alte Handelsspanne über 22 US-Dollar und an die Oberseite bei 28 US-Dollar ansteigen können.

Dennoch bleibt jeder Rücksetzer auf 18 US-Dollar für Swing-Trader auf Sicht von 12-18 Monate ein antizyklischer Kauf. Sollte es nochmal unter 18 US-Dollar gehen, dann wird sich Silber schnell wieder über 18 US-Dollar zurückkämpfen, weshalb antizyklische Käufe bei 18 US-Dollar ein geringes Risiko haben.

CoT Silber 28.11.2022 Bild 3

Silber vor der Rückkehr in die alte Handelsspanne?

Im Kurzfristchart ist die trendlose Phase seit Juni deutlich zu sehen, in der der Silberpreis unter relativ hoher Volatilität handelt. Kurzfristig agierende Trader versuchen diese Handelsspanne zu nutzen, indem sie unten kaufen und oben wieder verkaufen bzw. auf einen fallenden Preis setzen, wobei ein Stop-Loss an den Außenseiten der Handelsspanne extrem wichtig ist. Vorletzte Woche gab ich den Daytradern unter meinen Premium-Abonnenten am Widerstand bei 22 US-Dollar erneut das Signal für einen kurzfristigen Take Profit und Short-Signal mit einem engen Stop-Loss bei 22 US-Dollar. Ziel des Trades ist es die Position im Bereich von 19 US-Dollar wieder einzudecken und wieder auf die Seite der Bullen zu wechseln.

Der Terminmarkt ist nur noch neutral, was die CoT-Daten zeigen, weshalb Day-Trader an signifikanten Widerständen Gewinne mitnehmen sollten und Short-Trades wieder ein annehmbares Risiko haben. Wer kein Daytrader ist, sollte an der an der Lonposition, die man bei 18 US-Dollar aufgebaut hat, nachdem unser Short-Trade-Ziel erreicht wurde, festhalten und abwarten, denn ein erneuter Anstieg mit einem neuen Kaufsignal, könnte schnell kommen, sobald der Widerstand bei 22 US-Dollar überwunden wird.

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Daytrader nahmen bei 22 US-Dollar erst einmal einige Gewinne mit. Swing Trader bleiben halten ihre Longposition fest

Langfristige Analyse

Silber handelte über fünf Jahre hinweg in einer Handelsspanne zwischen 14 US-Dollar auf der Unterseite und 19 US-Dollar auf der Oberseite. Seit dem bullischen Ausbruch Mitte 2020 ist das langfristige Chartbild grundsätzlich sehr bullisch.

Charttechnisch war der Preisrückgang auf 18 US-Dollar im Langfristchart ein idealtypischer Rücksetzer. Silber sollte sich im neuen Jahr mit der Kapitulation der Notenbanken wieder in die Handelsspanne zwischen 22 US-Dollar und 28 US-Dollar zurückarbeiten. In den nächsten ein bis zwei Jahren ist ein Ausbruch über 28 US-Dollar wahrscheinlich, worauf ein Anstieg auf 36 US-Dollar folgen würde.

Noch spielen die Notenbanker den Falken, doch sobald die Rezession offen zutage tritt und die Notenbanken diese Chance nutzen, um mehr Geld zu drucken, werden erst Gold und danach Silber neue Allzeithochs erreichen. Dann wird die Nachfrage nach Gold und auch Silber zum Schutz vor Inflation stark ansteigen. Es dürfte sich dann über einige Jahre hinweg ein Defizit am physischen Markt entwickeln, das den Silberpreis weit über sein nominales Allzeithoch bei 50 US-Dollar tragen wird.

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Im nächsten Jahr wieder über 22 US-Dollar

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Beste Grüße

Markus Blaschzok Chefökonom SOLIT / Inhaber Blaschzok Research

Über den Autor

Markus Blaschzok ist als Dipl.-Betriebswirt (FH) und Certified Financial Technician Autor eines bekannten Marktkommentars mit dem Schwerpunkt auf Edelmetalle, Rohstoffe und Austrian Economics, sowie eines Premium-Informationsdienstes für Händler, Trader und Investoren. Vor der Gründung seines Research-Unternehmens im Jahr 2010 war er Chef-Analyst bei einem international tätigen Edelmetallhändler mit Sitz in München. Seit 2015 ist er Chef-Analyst bei der SOLIT Gruppe.