Während der US-Aktienmarkt in der Nähe des Rekordhochs notiert, war der Goldpreis auf einer Berg- und Talfahrt. Umso gespannter verfolgen Investoren die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA und warten auf die nächsten US-Konjunkturdaten.
An den Börsen ist weiterhin eine Menge los: So war der Ölpreis in den vergangenen Tagen überraschenderweise eingebrochen. Für zusätzlichen Verkaufsdruck hatte zuletzt US-Präsident Donald Trump mit seiner Aussage gesorgt, demnach sein Team „ein sehr gutes Treffen“ mit dem Iran gehabt habe und er sich „sehr gut fühle“ bezüglich eines möglichen Deals.
Ich halte derartige Aussagen zwar weiterhin für Fake News, schließlich kann ich mir absolut nicht vorstellen, wie eine mögliche Einigung zwischen den USA und dem Iran aussehen soll, haben doch die beiden Länder völlig unterschiedliche Interessen.
Allerdings sollte es auch niemanden überraschen, dass Trump – vor dem Hintergrund der Halbzeitwahlen am 3. November – den Ölpreis nach unten redet und damit versucht, die Rekordfahrt bei den Spritpreisen in den USA zumindest kurzzeitig zu unterbrechen.
Auf der anderen Seite ist der Hype um Künstliche Intelligenz wieder zurückgekehrt, nachdem der KI-Agent Muse von Meta Platforms innerhalb weniger Tage nach der Veröffentlichung Platz 1 in den US-App-Charts von Apple und Google erreicht hat. Demnach war die App mehr als 900.000 Mal heruntergeladen worden, woraufhin die Meta-Aktie nach oben geschossen ist und viele Chipaktien mit nach oben gerissen hat.
In dem Umfeld ist der technologielastige Nasdaq 100 auf neue Rekordhochs gestiegen, während der S&P 500 nur noch minimal unter seinem Rekordhoch notiert.
Unterhalb der Oberfläche des Index sieht die Lage allerdings bei Weitem nicht so rosig aus. So lag sechs Tage in Folge die Zahl der Aktien aus dem S&P 500, die ein neues 52-Wochen-Hoch erreicht haben, unter der Zahl der Aktien mit einem 52-Wochen-Tief. Das ist ein deutliches Warnsignal und zeigt, dass der Index nur noch von wenigen Aktien mit einem hohen Indexgewicht oben gehalten wird, während viele andere Aktien bereits schwächeln.
Aber schauen wir mal, wie es in den nächsten Tagen und Wochen beim S&P 500 und damit auch beim hiesigen DAX weitergehen wird.
Goldpreis mit deutlichen Schwankungen
In dem Umfeld war der Goldpreis zuletzt auf einer Berg- und Talfahrt. So hatte sich die Notierung des Edelmetalls am vergangenen Donnerstag, 17. September, also einen Tag nach der Fed-Sitzung, deutlich erholt, als die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen leicht gesunken waren.
Zudem war der Goldpreis am Dienstag, 22. September, deutlich geklettert, obwohl die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen etwas gestiegen waren, während gleichzeitig der Dollar Index in die Nähe des höchsten Niveaus seit April 2025 geklettert war, womit die Notierung des Edelmetalls gleich von zwei Seiten aus Gegenwind hatte. Der Dollar Index bildet die Entwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen ab, allen voran dem Euro.
Dennoch war der Goldpreis gestiegen, nur um am Mittwoch, 23. September, deutlich nach unten zu drehen, womit er aktuell bei rund 4.325 Dollar je Unze und damit auf dem Niveau vom Jahresanfang notiert. Umso wichtiger wird es meiner Meinung nach sein, wie sich US-Zinsen und Dollar in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln werden.
Treffen zwischen Trump und Xi Jinping oben auf Agenda
Von großer Bedeutung ist dabei, wie sich der Ölpreis kurzfristig weiterentwickeln wird. Vor diesem Hintergrund blicken Investoren auf das Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping, das vom 23. bis 25. September stattfindet. Dabei dürften die beiden Regierungschefs über eine Menge Themen reden, etwa den Iran- und den Ukraine-Krieg, KI oder seltene Erden. Allerdings besteht das Risiko, dass es in keinem der Punkte zu einer Einigung kommt, schließlich haben China und die USA völlig unterschiedliche Interessen.
Während dieser Tage könnte es meiner Meinung nach erst einmal keine weiteren Angriffe der USA auf den Iran geben, während Trump wiederholt von weiteren „großen Fortschritten“ in den Gesprächen mit dem Iran fabulieren könnte. In dem Umfeld sollte der Kursrückgang beim Ölpreis weitergehen, was auch die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen etwas mit nach unten ziehen könnte.
Dennoch könnte in dem Szenario der Anstieg des Dollar gegenüber Euro und Yen weitergehen, womit der Goldpreis Gegenwind hätte und kurzfristig noch etwas nachgeben könnte.
US-Daten im Fokus
Zudem haben Investoren in den nächsten Tagen noch ein paar US-Konjunkturdaten im Auge. Am Mittwoch, 23. September, wird um 15.45 Uhr (deutscher Zeit) der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für den US-Industrie- und -Dienstleistungssektor veröffentlicht.
Tags darauf folgen die Zahlen zu den Verkäufen neuer Häuser und am Freitag jene zu den Aufträgen für langlebige Gebrauchsgüter und zum Verbrauchervertrauen, das die Universität Michigan veröffentlicht. Je nachdem, wie die Zahlen jeweils ausfallen werden, sollte das für Ausschläge bei US-Zinsen und Dollar und damit auch an den Aktienmärkten und bei Gold sorgen.
Je nach Nachrichtenlage, gerade zum Ölpreis, könnte der Goldpreis meiner Meinung nach kurzfristig weiter deutlich schwanken. Von großer Bedeutung ist meiner Meinung nach, ob die Zinsen für 10-jährige US-Anleihen erst einmal unter der Marke von 5,0 Prozent bleiben oder ob die Zinsen sie nach oben durchbrechen sollten. Dann wird es spannend sein zu sehen, wie die Aktienmärkte und der Goldpreis darauf reagieren werden.
Allerdings ändert die kurzfristige Entwicklung des Goldpreises absolut nichts daran, dass die mittel- und langfristigen Aussichten für das Edelmetall meiner Meinung nach glänzend bleiben. Schließlich dürfte die Schuldensause in den USA, Japan und vielen Ländern der Eurozone klar weitergehen, womit die Fiat-Währungen Dollar, Yen und Euro immer weiter entwertet werden. Umso mehr werden die jeweiligen Notenbanken unter Druck kommen, die Zinsen künstlich nach unten zu manipulieren. Umso wichtiger bleibt es, sich dagegen durch den Besitz von physischem Gold zu schützen.
